US-Unterhändler Witkoff und Kushner in Moskau eingetroffen – Kiew-Besuch am Sonntag geplant
Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sind am Samstag, dem 5. September, in Moskau eingetroffen, um über einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges in der Ukraine zu verhandeln. Am Sonntag, dem 6. September, wollen sie nach Kiew weiterreisen – es wäre ihr erster Besuch in der ukrainischen Hauptstadt seit der Rückkehr von Donald Trump ins Amt. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, die Ukraine werde von Samstag bis Montag auf Angriffe auf Moskau verzichten und erwarte ein spiegelbildliches Moratorium Russlands auf Schläge gegen Kiew. Der Kreml erklärte seinerseits, Wladimir Putin habe für drei Tage ab Mitternacht zum 6. September ein Verbot von Angriffen auf Kiew angeordnet.
Das Wichtigste
- Witkoff und Kushner landeten am 5. September in Moskau und wurden vom russischen Diplomaten Kirill Dmitrijew am Flughafen Wnukowo empfangen.
- Trump sagte, die Gesandten brächten einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges mit.
- Für den 6. September war die Weiterreise nach Kiew geplant – der erste Besuch der Gesandten in Kiew seit Trumps Rückkehr ins Amt.
- Selenskyj kündigte an, die Ukraine werde von Samstag bis Montag (5.–7. September) auf Angriffe auf Moskau verzichten und erwarte dies spiegelbildlich von Russland.
- Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Putin habe für drei Tage ab Mitternacht zum 6. September ein Verbot von Angriffen auf Kiew angeordnet.
- Selenskyj bezeichnete die nächtlichen russischen Angriffe auf die Flughäfen Kiew und Boryspil als „demonstrativ“ und als Reaktion auf die Vorbereitungen für die Ankunft der US-Delegation.
- Bei einem russischen Angriff auf ein ziviles Gebäude in der Region Dnipropetrowsk wurden laut Selenskyj vier Menschen getötet und fünf verletzt.
Warum es wichtig ist
Der Besuch markiert den ersten Aufenthalt von US-Unterhändlern in Kiew seit Trumps Rückkehr ins Amt und wird als neuer Anlauf zur Beendigung des Krieges gerahmt. Beide Seiten gaben zeitlich befristete Zusagen zur Zurückhaltung bei Angriffen auf die Hauptstädte des jeweils anderen ab, während Russland die ukrainische Infrastruktur und die Frontlinien weiterhin angriff – was die diplomatische Geste unmittelbar belastete.
Was geschehen ist
Am Samstag, dem 5. September, trafen die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau ein, um Gespräche über ein neues US-Angebot zur Beendigung des Krieges in der Ukraine zu führen. Nach Angaben Trumps überbringen sie einen entsprechenden Vorschlag. Am Flughafen Wnukowo wurden sie vom russischen Diplomaten Kirill Dmitrijew begrüßt. Für Sonntag, den 6. September, war die Weiterreise nach Kiew vorgesehen – es wäre ihr erster Besuch in Kiew seit Trumps erneuter Amtsübernahme.
Am selben Tag sprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Witkoff und Kushner und erklärte, die Ukraine werde von Samstag bis Montag auf Angriffe auf Moskau verzichten; er erwartet ein spiegelbildliches Moratorium Russlands auf Angriffe auf Kiew. Der Kremlsprecher Dmitri Peskow kündigte an, Präsident Wladimir Putin habe für drei Tage ab Mitternacht zum 6. September ein Verbot von Angriffen auf Kiew erlassen. Selenskyj bezeichnete die nächtlichen russischen Angriffe auf die Flughäfen Kiew und Boryspil als „demonstrativ“ und als Reaktion auf die Vorbereitungen für die Landung der US-Delegation. Bei einem russischen Angriff auf ein ziviles Gebäude in der Region Dnipropetrowsk wurden laut Selenskyj vier Menschen getötet und fünf verletzt.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Aus ukrainischer Sicht steht im Zentrum, dass Selenskyj die beiderseitige Zurückhaltung bei Angriffen auf die Hauptstädte verkündet hat und nun einen spiegelbildlichen Schritt Moskaus einfordert. Ukrainische Quellen betonen die zahlreichen früheren Moskau-Besuche der US-Gesandten ohne jeden Kiew-Besuch und werten dies als „Respektlosigkeit“. Gleichzeitig wird hervorgehoben, dass die Ukraine bereits eine „Regime der Stille“ an der Kontaktlinie vorgeschlagen hatte, das Russland ablehnte. Die nächtlichen Angriffe auf die Flughäfen Kiew und Boryspil sowie ein ziviler Angriff in der Region Dnipropetrowsk mit vier Toten und fünf Verletzten werden als Beleg dafür angeführt, dass Russland die diplomatische Geste untergrabe.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Internationale Medien rahmen den Vorgang als neuen US-Vorstoß zur Beendigung des Krieges: Ankunft der Gesandten in Moskau, geplante Weiterreise nach Kiew, Trump-Aussage zu einem mitgeführten Vorschlag. Die Moskauer Etappe wird in eine Reihe jüngster US-russischer Kontakte gestellt, darunter der vorangegangene Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau ohne offizielles Read-out. Die Ankündigung des Kremls, für drei Tage auf Angriffe auf Kiew zu verzichten, wird als konkretes, an die US-Vermittlung geknüpftes Zugeständnis dargestellt. Logistische Details wie der Flug der US-Regierungsmaschine über Helsinki und die Begrüßung am Flughafen Wnukowo durch Kirill Dmitrijew runden die Berichterstattung ab.
Wo die Berichte auseinandergehen
Der ukrainische Generalstab und Selenskyj erklärten, Russland setze die Kampfhandlungen fort und habe eine von der Ukraine vorgeschlagene Waffenruhe für den Zeitraum 5.–9. September abgelehnt; der Kreml wiederum kündigte über Peskow eine dreitägige Aussetzung von Angriffen auf Kiew ab Mitternacht zum 6. September an. Beide Seiten beschreiben überlappende, aber unterschiedlich zugeschnittene Zurückhaltungsmaßnahmen. Selenskyj wertete die nächtlichen Angriffe auf die Flughäfen Kiew und Boryspil als bewusst „demonstrative“ Reaktion auf die US-Delegation, während die russische Kommunikation den Besuch selbst als Anlass für eine Pause bei Angriffen auf Kiew darstellte – dieselben Ereignisse werden also gegensätzlich gedeutet.
Hintergrund
Der ukrainische Luftraum ist seit der russischen Vollinvasion im Februar 2022 geschlossen. Der Moskau-Abschnitt der Reise folgte rund eine Woche auf einen seltenen Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in der russischen Hauptstadt, zu dem es weder aus Washington noch aus dem Kreml ein offizielles Read-out gab. Berichten zufolge bestehen zwischen Russland und der Ukraine weiterhin grundlegende Differenzen über Territorialfragen und Sicherheitsgarantien für die Ukraine.