Peskow: Putin ordnet dreitägigen Stopp von Angriffen auf Kyiw wegen US-Verhandlungsbesuch an
Kremlsprecher Dmitri Peskow kündigte an, dass Wladimir Putin für drei Tage die Angriffe auf Kyiw aussetzen lässt. Grund seien Vorbereitung und Durchführung von Kontakten mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner, die am 5. September in Moskau eintrafen. Parallel hatte die Ukraine Russland einen Vorschlag für ein Waffenstillstandsregime unterbreitet, der nach Angaben Kiews persönlich an Putin übergeben wurde.
Das Wichtigste
- Peskow gab am 5. September den Befehl Putins bekannt, Angriffe auf Kyiw für drei Tage auszusetzen – als Startzeitpunkt nennen einige Quellen Mitternacht zum 5., andere zum 6. September.
- Der Befehl sei mit Vorbereitung und Durchführung von Kontakten mit den US-Verhandlern Steve Witkoff und Jared Kushner verbunden.
- Witkoff und Kushner landeten am 5. September am Moskauer Flughafen Wnukowo; dort wurden sie vom russischen Sonderbeauftragten Kirill Dmitrijew empfangen.
- Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, die Ukraine werde für die sichere Ankunft der US-Vertreter keine Luftangriffe durchführen, und forderte Russland zur Spiegelung der Waffenruhe auf.
- Der ukrainische Generalstab erklärte, Kampfhandlungen würden fortgesetzt, da eine Waffenruhe nicht einseitig oder asymmetrisch sein könne; in der Nacht zum 5. September griff Russland die Ukraine mit Raketen und Drohnen an, unter anderem auf Flughäfen in Kyiw und Boryspil.
- Chef des Präsidialamts Kyrylo Budanow sagte, die Ukraine habe Russland einen Vorschlag für ein Waffenstillstandsregime persönlich an Putin übergeben – eine Antwort blieb aus.
- Die Existenz einer ukrainischen Anordnung zur Waffenruhe an der Kontaktlinie vom 5. September, 00:00 Uhr, bis zum 8. September, 23:59 Uhr, ist zwischen Quellen umstritten: Quellen der Ukrajinska Prawda berichteten darüber, eine Quelle im Präsidialamt wies es gegenüber Suspilne zurück.
Warum es wichtig ist
Die Ankündigung wird als russische Geste des guten Willens im Kontext der US-Diplomatie gerahmt und verlagert die Verantwortung für die Fortsetzung des Konflikts. Sie fällt mit einem hochrangigen US-Verhandlungsbesuch und einem angeblichen ukrainischen Waffenstillstandsvorschlag zusammen und wird damit zum Brennpunkt der Berichterstattung über eine mögliche kurzfristige Deeskalation. Gleichzeitig meldete das russische Verteidigungsministerium Angriffe auf ukrainisches Territorium in derselben Nacht, was Fragen aufwirft, ob die einseitige Pause tatsächlich eingehalten wird. Innerukrainische Quellen streiten zudem darüber, ob eine Waffenruhe an der Kontaktlinie tatsächlich angeordnet wurde – was das Bild gegenseitiger Reziprozität weiter verkompliziert.
Was geschehen ist
Kremlsprecher Dmitri Peskow gab am 5. September 2026 bekannt, dass Wladimir Putin einen Befehl zur Aussetzung der Angriffe auf Kyiw für drei Tage erteilt habe. Als Grund nannte Peskow die Vorbereitung und Durchführung von Kontakten mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner, die am selben Tag in Moskau eintrafen und am Flughafen Wnukowo vom russischen Sonderbeauftragten Kirill Dmitrijew empfangen wurden. Witkoff und Kushner sollten nach ihrem Moskau-Besuch am 5. oder 6. September nach Kyiw weiterreisen.
Parallel hatte die Ukraine nach Angaben von Kyrylo Budanow, dem Chef des Präsidialamts, Russland einen Vorschlag für ein Waffenstillstandsregime persönlich an Putin übergeben, der sowohl Angriffe auf die Ukraine als auch die Frontlinie umfasste; eine Antwort aus Moskau blieb aus. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine werde für die sichere Ankunft der US-Vertreter keine Luftangriffe durchführen und für die 'normale Funktion des russischen Luftraums' sorgen; er forderte Russland auf, die Waffenruhe zu spiegeln. In der Nacht zum 5. September griff Russland die Ukraine nach Selenskyjs Angaben dennoch mit Raketen und Drohnen an, unter anderem auf Flughäfen in Kyiw und Boryspil.
Der ukrainische Generalstab erklärte, Kampfhandlungen würden fortgesetzt, da ein Waffenstillstandsregime nicht einseitig oder asymmetrisch sein könne; die Aufgaben der Verteidigungsoperation würden vollständig wahrgenommen. Das russische Verteidigungsministerium meldete Angriffe auf ukrainisches Territorium in derselben Nacht.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Quellen stellen Peskows Ankündigung als Reaktion auf die Ankunft der US-Unterhändler und als Anerkennung der ukrainischen Waffenstillstandsinitiative dar. Hervorgehoben werden Selenskyjs Erklärungen, die Ukraine halte sich an Zurückhaltung bei Luftangriffen, um die 'normale Funktion des russischen Luftraums' sicherzustellen, sowie der Appell an Russland, die Waffenruhe zu spiegeln. Der Generalstab positioniert sich mit der Aussage, eine Waffenruhe könne nicht einseitig sein; russische Angriffe in derselben Nacht – dokumentiert unter anderem durch Selenskyj – werden als Beleg für diese Asymmetrie angeführt. Besonderes Gewicht erhält der interne Streit darüber, ob ukrainische Einheiten an der Kontaktlinie eine Waffenruhe anordnen sollen: Quellen der Ukrajinska Prawda berichten von einer entsprechenden Anordnung, während eine Quelle im Präsidialamt dies gegenüber Suspilne zurückweist.
Wo die Berichte auseinandergehen
Drei wesentliche Streitpunkte durchziehen die Berichterstattung: Erstens variiert der Startzeitpunkt von Putins Angriffsstopp – einige Quellen nennen Mitternacht zum 5. September, andere Mitternacht zum 6. September. Zweitens ist die Existenz einer ukrainischen Waffenstillstandsordnung an der Kontaktlinie vom 5. September, 00:00 Uhr, bis zum 8. September, 23:59 Uhr, umstritten: Quellen der Ukrajinska Prawda berichten darüber, eine Quelle im Präsidialamt dementiert dies gegenüber Suspilne. Drittens widersprechen sich die Angaben zur Einhaltung der Pause: Peskow kündigte einen dreitägigen Stopp der Angriffe auf Kyiw an, doch das russische Verteidigungsministerium meldete Angriffe auf ukrainisches Territorium in derselben Nacht, und der ukrainische Generalstab erklärte, Kampfhandlungen würden fortgesetzt, da eine Waffenruhe nicht einseitig sein könne.
Hintergrund
Die Ukraine hatte Russland einen Waffenstillstandsvorschlag unterbreitet, der persönlich an Putin übergeben wurde und sowohl Angriffe auf die Ukraine als auch die Frontlinie umfasste; eine Antwort stand aus. Die US-Sonderbeauftragten Witkoff und Kushner reisten nach Russland und sollten Anfang September in Kyiw weiterreisen. Präsident Selenskyj hatte angekündigt, die Ukraine werde für die sichere Ankunft der US-Vertreter keine Luftangriffe durchführen und Russland zur Spiegelung der Waffenruhe aufgerufen. US-Präsident Donald Trump bestätigte die Reise öffentlich und sagte, die Unterhändler brächten Vorschläge zur Beendigung des Krieges mit; Bloomberg berichtete unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld der russischen Führung, die Erwartungen im Kreml an den Besuch seien 'äußerst niedrig' und Putin sei nur zu einer Beendigung des Krieges zu seinen Bedingungen bereit.