Trump-Gesandte Witkoff und Kushner zu Besuch in Moskau und Kiew angekündigt
US-Präsident Donald Trumps Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner werden am 5. September in Moskau und am 6. September in Kiew erwartet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte den Besuch am Abend des 4. September in seiner Abendansprache an und sagte zu, dass die Ukraine während der Reise und der Verhandlungen keine Luftangriffe auf Russland fliegen werde. Selenskyj rief Russland auf, sich wechselseitig an diese Zurückhaltung zu halten.
Das Wichtigste
- Witkoff und Kushner sollen am 5. September Moskau und am 6. September Kiew besuchen.
- Präsident Selenskyj bestätigte den Besuch in seiner Abendansprache am 4. September.
- Die Ukraine verpflichtet sich, während der Reise keine Luftangriffe auf Russland durchzuführen, und sagt zu, den russischen Luftraum freizuhalten, damit die Gesandten sicher anreisen können.
- Selenskyj rief Russland auf, die Zurückhaltung zu spiegeln und während der Verhandlungen keine eigenen Luftschläge durchzuführen.
- Trump erklärte am 4. September vor Journalisten im Weißen Haus, die Gesandten brächten einen „Vorschlag zur Beendigung des Krieges“ mit.
- Es handelt sich um den ersten Kiew-Besuch der Gesandten in Trumps aktueller Amtszeit.
- Zuvor waren Kiew-Termine seit April mehrfach verschoben worden, unter anderem der für den 24. August (Unabhängigkeitstag) geplante Besuch wegen verstärkter russischer Angriffe.
Warum es wichtig ist
Der angekündigte Besuch ist der erste Aufenthalt von Trumps Sondergesandten in Kiew während seiner aktuellen Amtszeit, nachdem die Gesandten zuvor monatelang nur nach Moskau gereist waren. Die Mission trägt nach Trumps Darstellung einen konkreten „Vorschlag zur Beendigung des Krieges“ und bringt damit eine Verhandlungsspur zurück auf die Tagesordnung. Mit der einseitigen Zusage, während des Besuchs keine Angriffe auf Russland zu fliegen, und der öffentlichen Forderung nach russischer Gegenseitigkeit erhöht die Ukraine die diplomatischen Kosten, falls Russland sich nicht entsprechend zurückhält.
Was geschehen ist
Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte am Abend des 4. September in seiner Abendansprache an, dass die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in den kommenden Tagen nach Moskau und am Sonntag, den 6. September, nach Kiew reisen werden. Selenskyj erklärte, die Ukraine werde den russischen Luftraum normal funktionieren lassen, damit die amerikanischen Unterhändler sicher anreisen könnten, und für die Dauer des Besuchs und der Verhandlungen keine Luftangriffe auf Russland durchführen. Er rief Russland auf, diese Zurückhaltung zu spiegeln. Im Vorfeld des Besuchs habe ein Treffen der ukrainischen Verhandlungsdelegation mit US-Verbindung stattgefunden. Am selben Tag sagte US-Präsident Donald Trump vor Journalisten im Weißen Haus, die Gesandten brächten einen „Vorschlag zur Beendigung des Krieges“ mit. Zudem traf nach Angaben einiger Quellen am Donnerstag ein Vorbereitungsgespräch der Gesandten mit Trump im Weißen Haus statt.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen widersprechen sich teilweise darüber, ob der Kiew-Besuch tatsächlich stattfinden wird: Während Selenskyjs offizielle Bestätigung den Besuch als beschlossen darstellt, berichteten die Kyiv Independent (mit Verweis auf eigene Quellen) und ein Korrespondent der Financial Times, Witkoff und Kushner hätten wochenlang geschwankt und wegen russischer Einschüchterung sowie Witkoffs Sicherheitsbedenken über alternative Pläne diskutiert. Eine weitere Diskrepanz betrifft den Geltungsbereich der vereinbarten Kampfpause: Selenskyj stellte sie als Verzicht auf Luftangriffe dar, während eine Quelle die Anordnung an ukrainische Verteidigungseinheiten als Waffenruhe an der Kontaktlinie von 5. September, 0:00 Uhr, bis 8. September, 23:59 Uhr, beschrieb.
Hintergrund
Steve Witkoff ist Trumps Sondergesandter; Jared Kushner ist US-Sondergesandter für Friedensfragen und Trumps Schwiegersohn. Witkoff traf Wladimir Putin 2025 fünfmal persönlich in Russland, zweimal gemeinsam mit Kushner, zuletzt im Januar 2026. Die Ukraine hatte die Gesandten bereits im April nach Kiew eingeladen; vorherige Termine, darunter einer für den 24. August (Unabhängigkeitstag), wurden wegen intensivierter russischer Angriffe auf Kiew wiederholt verschoben, während die Gesandten weiterhin nach Moskau reisten. Am 1. September kündigte Selenskyj eine Blockade des russischen Luftraums als Reaktion auf verstärkte russische Angriffe an und stellte zugleich klar, dass die Ukraine für Verhandlungen den russischen Himmel in festgelegten Intervallen von Drohnen freihalten werde. Nach Berichten der New York Times hatte Washington die Reise an gegenseitige Zurückhaltung geknüpft: Ukraine sollte Drohnenangriffe auf Moskau und russische Energieinfrastruktur einstellen, Russland im Gegenzug Raketenangriffe auf Kiew während des Besuchs unterlassen. CIA-Direktor Ratcliffe war bereits am 25. August unangekündigt nach Moskau gereist – der erste solche Besuch seit fünf Jahren.