4 September 2026 · Aktualisiert am 4 September 2026

Budanov beschreibt geheime Kontakte zu Russlands GRU-Chef und Prigoschin – und rät Selenskyj von Gebietsabtretungen ab

Der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Kyrylo Budanov, hat in einem Interview mit The New York Times vom 4. September 2026 erstmals detailliert über seine direkten Kontakte zum Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Admiral Igor Kostjukow, und zum früheren Wagner-Gründer Jewgeni Prigoschin gesprochen. Budanov leitet die ukrainische Delegation in den Verhandlungen mit Russland und erklärte, einer der Hauptgründe für seine Ernährung zum Leiter des Präsidialamts im Januar 2026 sei die Möglichkeit gewesen, diese Gespräche zu führen. Präsident Wolodymyr Selenskyj riet er, in Abu Dhabi keine Kompromisse zum Donbass einzugehen, die Russland formal neue Gebiete zusprechen würden.

Das Wichtigste

  • Budanov leitet die ukrainische Delegation in den Verhandlungen mit Russland.
  • Im NYT-Interview vom 4. September 2026 schilderte er regelmäßige Kontakte zu GRU-Chef Admiral Igor Kostjukow seit 2022.
  • Erstmals trafen sich beide 2022 unter türkischer Vermittlung zur Frage der Schwarzmeer-Korridore für Getreide; später erzielten sie Ergebnisse, auch beim Gefangenenaustausch.
  • Den Dialog hielt Budanov selbst nach der Schlacht um ein GRU-Stützpunkt in Wowtschansk 2024 aufrecht, bei der ukrainische Aufklärung schwere Verluste unter Kostjukows Kräften verursachte.
  • Budanov stand bis zum Wagner-Aufstand 2023 in Kontakt mit Jewgeni Prigoschin.
  • In Abu Dhabi fanden zwei Runden statt: 23.–24. Januar und 4.–5. Februar 2026; bis dahin verengte sich der 20-Punkte-Plan auf die Verwaltung des besetzten AKW Saporischschja und die Kontrolle über Teile des Donbass.
  • Budanov riet Selenskyj, keine Kompromisse zum Donbass zu akzeptieren, und schreibt Bedingungen für eine Waffenruhe frühestens im Frühjahr 2027.
  • Am 28. August sagte Budanov, Russland wolle den Krieg derzeit nicht beenden; ein Ende sei in diesem Winter nicht zu erwarten.

Warum es wichtig ist

Das Interview ist die bislang detaillierteste öffentliche Schilderung eines hochrangigen ukrainischen Amtsträgers über geheime Direktkontakte zum Chef des russischen Militärgeheimdienstes und zum früheren Wagner-Gründer. Budanov verknüpft seine Berufung an die Spitze des Präsidialamts unmittelbar mit der Leitung der Verhandlungen mit Russland und gibt der ukrainischen Position auf einem der zwei verbliebenen Kernthemen – Donbass – zusätzliches Gewicht, indem er Selenskyj öffentlich von Konzessionen abri. Seine Prognose, dass eine Waffenruhe kaum vor Frühjahr 2027 möglich sei, signalisiert eine Fortdauer der Kämpfe durch den kommenden Winter.

Was geschehen ist

In einem am 4. September 2026 veröffentlichten Interview mit The New York Times hat Kyrylo Budanov, Leiter des ukrainischen Präsidialamts und Chef der ukrainischen Verhandlungsdelegation mit Russland, seine über Jahre laufenden Kontakte zu Admiral Igor Kostjukow, dem Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU, sowie zum früheren Wagner-Gründer Jewgeni Prigoschin offengelegt. Die ersten Gespräche mit Kostjukow fanden 2022 unter türkischer Vermittlung über Schwarzmeer-Korridore für Getreide statt und führten später auch zu Ergebnissen beim Austausch von Kriegsgefangenen. Den Kanal hielt Budanov selbst nach den schweren Verlusten offen, die ukrainische Aufklärung 2024 Kostjukows Kräften bei einem Angriff auf einen GRU-Stützpunkt am Zementwerk in Wowtschansk zufügte. Der Kontakt zu Prigoschin bestand bis zum Wagner-Aufstand 2023 und zu dessen Tod bei einer Flugzeugexplosion. Budanov erklärte, eine der Hauptmotivationen für seine Berufung an die Spitze des Präsidialamts Anfang Januar 2026 sei die Möglichkeit gewesen, die Verhandlungen zu führen. In Abu Dhabi leitete er die ukrainische Seite in zwei Runden am 23.–24. Januar und 4.–5. Februar 2026; bis dahin hatte sich der 20-Punkte-Friedensentwurf auf die Verwaltung des besetzten AKW Saporischschja und die Kontrolle über Teile des Donbass reduziert. Budanov riet Präsident Wolodymyr Selenskyj, keine Kompromisse zum Donbass einzugehen, die Russland formal neue Ansprüche ermöglichen würden, da dies Moskau einen Preis geben würde, den die russische Armee militärisch nicht habe erringen können. Bereits am 28. August hatte Budanov gegenüber Natalia Mosejtschuk gesagt, Russland wolle den Krieg derzeit nicht beenden; ein Ende sei im kommenden Winter nicht zu erwarten, und Gespräche könnten im September wiederaufgenommen werden, wobei er Bedingungen für eine Waffenruhe frühestens im Frühjahr 2027 sehe.

Hintergrund

Budanov übernahm Anfang Januar 2026 die Leitung des ukrainischen Präsidialamts. Seine ersten Kontakte zu GRU-Chef Kostjukow 2022 waren von der Türkei vermittelt und betrafen die Öffnung von Schwarzmeer-Korridoren für Getreide; das Format brachte später unter anderem Ergebnisse beim Austausch von Kriegsgefangenen. 2024 stürmte ukrainische Aufklärung einen GRU-Stützpunkt am Zementwerk in Wowtschansk und fügte Kostjukows Kräften schwere Verluste zu – den Kanal hielt Budanov eigenen Angaben zufolge danach aufrecht. Seine Gespräche mit Prigozhin liefen bis zum Wagner-Aufstand 2023 und zu dessen Tod bei einer Flugzeugexplosion. Die erste trilateralen Ukraine–Russland–USA-Gespräche fanden am 23.–24. Januar 2026 unter Leitung des damaligen SNBO-Sekretärs Rustem Umerow und mit Budanov als Delegationsmitglied statt; die zweite Abu-Dhabi-Runde folgte am 4.–5. Februar 2026. Bis dahin hatte sich der 20-Punkte-Friedensentwurf auf zwei Fragen verengt: die Verwaltung des russisch besetzten AKW Saporischschja und die Kontrolle über Teile des Donbass, die Russland noch nicht erobert hatte. Budanov betont, beide Seiten verstünden, dass der Krieg nicht ewig dauern könne, könnten einander aber im Krieg nicht voll vertrauen.