Veröffentlicht am · Aktualisiert:

US-Unterhändler Witkoff und Kushner verhandeln in Kiew über „Winterpaket“ und Friedensrahmen

Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner haben am 6. September in Kiew Gespräche mit Präsident Wolodymyr Selenskyj und europäischen Partnern geführt. Im Zentrum standen ein „Winterpaket“ mit Luftabwehr, Energiehilfe und US-LNG, Sicherheits- und Wirtschaftsgarantien für die Ukraine, die territoriale Frage und eine Rückkehr zum trilateralen Format USA–Ukraine–Russland.

Das Wichtigste

  • Witkoff und Kushner trafen am 5. September in Moskau mit Präsident Wladimir Putin zusammen; laut russischen Staatsmedien dauerte das Gespräch etwa drei Stunden.
  • Am 6. September führten die beiden US-Gesandten in Kiew Verhandlungen mit der ukrainischen Seite und separat mit europäischen Partnern.
  • Selenskyj bezeichnete drei Gesprächsrunden mit der US-Seite als substanziell und kündigte Gespräche über ein „Winterpaket“ mit Luftabwehr, Energieunterstützung und Zugang zu US-LNG an.
  • Kushner erklärte, die USA wollten zum trilateralen Verhandlungsformat USA–Ukraine–Russland zurückkehren, das vor rund sechs Monaten genutzt wurde.
  • Kushner sagte, Präsident Trump habe die Ausarbeitung eines „Friedenspakets“ angewiesen, an dem auch Vizepräsident und Außenminister Marco Rubio mitarbeiten.
  • Witkoff sagte, die USA strebten eine diplomatische, nicht militärische Lösung an; beide Seiten müssten Kompromisse eingehen.
  • Ukraine, die USA und europäische Partner vereinbarten, sich in naher Zukunft zur Fortsetzung der Gespräche über einen gerechten Frieden zu treffen.

Warum es wichtig ist

Die USA verhandeln parallel mit Russland und der Ukraine über eine Beilegung des Krieges mit dem Ziel eines Durchbruchs vor dem Winter. Für die Ukraine geht es konkret um ein „Winterpaket“ mit Luftabwehr, Energiehilfe und LNG, das ihre Fähigkeit sichert, weitere russische Angriffe durchzuhalten. Die territoriale Frage einschließlich des Donbas bleibt offen und soll laut Selenskyj auf Ebene der Staatschefs gelöst werden. Die angestrebte Rückkehr zum trilateralen Format USA–Ukraine–Russland und die Diskussion über Sicherheits- und Wirtschaftsgarantien für den Wiederaufbau deuten auf eine mögliche Verschiebung der Verhandlungsstruktur hin.

Was geschehen ist

Am 5. September trafen die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen; das Gespräch dauerte laut russischen Staatsmedien etwa drei Stunden. Am 6. September reisten sie nach Kiew und verhandelten dort mit Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie separat mit europäischen Partnern. Selenskyj sprach von drei substanziellen Gesprächsrunden mit der US-Seite. Themen waren ein „Winterpaket“ mit Luftabwehr, Energieunterstützung und Zugang zu amerikanischem LNG, Sicherheits- und Wirtschaftsgarantien für die Ukraine einschließlich eines „Wohlstandsplans“, die territoriale Frage und der Wunsch der USA, zum trilateralen Format USA–Ukraine–Russland zurückzukehren. Witkoff betonte, beide Seiten müssten Kompromisse eingehen; Kushner erklärte, Trump habe die Ausarbeitung eines „Friedenspakets“ angewiesen, an dem auch Vizepräsident und Außenminister Marco Rubio mitarbeiten. Witkoff und Kushner streben einen Durchbruch vor dem Winter an. Parallel fand ein trilaterales Treffen von Nationalen Sicherheitsberatern statt. Ukraine, USA und europäische Partner vereinbarten weitere Gespräche in naher Zukunft.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen unterscheiden sich in der Zahl der in Kiew abgehaltenen Verhandlungssitzungen: Einige beschreiben zwei Sitzungen – eine mit der ukrainischen Seite und eine separate mit europäischen Partnern –, andere sprechen von insgesamt drei Gesprächsrunden mit der US-Seite.

Hintergrund

Parallel zu den Gesprächen fand ein trilaterales Treffen der Nationalen Sicherheitsberater aus der Ukraine, den USA und einem dritten Staat statt. Kushner erklärte, Präsident Trump habe die Ausarbeitung eines „Friedenspakets“ angewiesen, an dem auch der Vizepräsident und Außenminister Marco Rubio beteiligt seien. Laut russischen Staatsmedien dauerte das Treffen der US-Gesandten mit Putin in Moskau etwa drei Stunden. Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte gegenüber Radio Liberty, konkrete nächste Schritte würden in den kommenden Wochen bekannt gegeben. Selenskyj erklärte, die Ukraine habe ihre Positionen an der Front in den vergangenen 10 bis 12 Monaten gestärkt, auch im Osten, und rechne damit, dass Russland nach seinen Wahlen eine Mobilisierung speziell für die Ostfront durchführen werde.