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Berater des Präsidenten warnt vor russischen Winterangriffen auf Kiews Infrastruktur

Der ukrainische Präsidialberater für Technologie, Serhij Beskrestnow (Rufzeichen „Flash"), hat in einem am 6. September veröffentlichten Interview mit The Guardian vor massiven russischen Angriffen auf die Energie-, Wasser- und Wärmeversorgung Kiews im kommenden Winter gewarnt. Er bezeichnete den Konflikt als „Krieg der Städte, Krieg der Infrastruktur", in dem keine Seite einen vollständigen Sieg erringen könne, und kritisierte den akuten Mangel der Ukraine an Patriot-Abfangraketen.

Das Wichtigste

  • Beskrestnow (Rufzeichen „Flash") gab das Interview am 6. September der Zeitung The Guardian
  • Er warnte vor massiven russischen Angriffen auf Kiews Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung im Winter mit hochgeschwindigkeits-Ballistikraketen
  • Laut Beskrestnow produziert Russland solche Raketen in einem Tempo von über 100 Stück pro Monat
  • Die Folgen für Kiew könnten zwei bis drei Millionen Menschen betreffen und zu einer Katastrophe führen
  • Er schlug vor, ältere Menschen aus der Hauptstadt zu evakuieren, falls die Energieversorgung ausfällt
  • Beskrestnow zeigte sich unsicher, ob Präsident Selenskyj von den Verbündeten ausreichend Patriot-Abfangraketen erhalten wird
  • Im August hatte Selenskyj erklärt, 300 Patriot-Abfangraketen für den Winter sichern zu wollen

Warum es wichtig ist

Die Warnungen eines hochrangigen Präsidialberaters zeichnen das Bild einer bevorstehenden humanitären und infrastrukturellen Krise für die zwei bis drei Millionen Einwohner Kiews. Sie machen den akuten Mangel an Patriot-Abfangraketen als entscheidende Lücke in der ukrainischen Luftverteidigung deutlich und stellen den Konflikt als langfristigen Abnutzungskrieg dar, in dem kein militärischer Gesamtsieg in Sicht ist. Zugleich signalisieren sie eine interne Debatte über die Notwendigkeit von Notfallplänen, einschließlich möglicher Evakuierungen der Zivilbevölkerung.

Was geschehen ist

In einem am 6. September veröffentlichten Interview mit The Guardian warnte der ukrainische Präsidialberater für Technologiefragen, Serhij Beskrestnow (Rufzeichen „Flash"), vor möglichen massiven russischen Angriffen auf die Energie-, Wasser- und Wärmeinfrastruktur Kiews im Winter. Nach seinen Angaben könnte Russland dafür hochgeschwindigkeits-Ballistikraketen einsetzen, die in einem Tempo von über 100 Stück pro Monat produziert würden. Beskrestnow erklärte, bei einem Ausfall der Energieversorgung könnten zwei bis drei Millionen Menschen in Kiew betroffen sein, und schlug vor, insbesondere ältere Menschen vorsorglich zu evakuieren. Er bezeichnete den Konflikt als „Krieg der Städte, Krieg der Infrastruktur", in dem keine Seite einen vollständigen Sieg erringen könne, und äußerte sich skeptisch, ob Präsident Wolodymyr Selenskyj von den Verbündeten genügend Patriot-Abfangraketen für den Winter erhalten werde. In der Nacht zum 6. September griff Russland die Ukraine laut offiziellen Angaben mit 108 Drohnen des Typs Shahed, Gerbera, Parodia und S8000 Banderole an, von denen bis 09:30 Uhr 82 plus sechs S8000 abgefangen oder unterdrückt wurden. In derselben Nacht griffen ukrainische Drohnen die Erdölraffinerie in Rjasan an.

Hintergrund

Beskrestnow war zuvor Berater des damaligen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow und wechselte nach dessen Entlassung als Berater des Präsidenten für die Entwicklung technologischer Verteidigungsrichtungen in das Präsidialamt. Präsident Selenskyj hatte im Vormonat angekündigt, 300 Patriot-Abfangraketen für den Winter sichern zu wollen. In der Nacht zum 6. September startete Russland 108 Angriffsdrohen vom Typ Shahed (einschließlich reaktiver Versionen), Gerbera, Parodia-Drohnen als Attrappen und S8000 Banderole gegen die Ukraine; bis 09:30 Uhr wurden 82 Drohnen plus sechs S8000 als abgeschossen oder unterdrückt gemeldet. In derselben Nacht griffen ukrainische Drohnen die Erdölraffinerie in der russischen Stadt Rjasan an. Anfang der Woche hatte Russland mit der Veröffentlichung von Bildern von Angriffsdrohen mit der Aufschrift „Like snow on your head" Andeutungen auf mögliche verstärkte Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung im Winter gemacht.