5 September 2026 · Aktualisiert am 5 September 2026

Oberst Dmuchowskyj leitet „kleine“ Luftabwehr der ukrainischen Luftstreitkräfte

Der Sprecher der ukrainischen Luftstreitkräfte, Jurij Ihnat, hat am 5. September die Ernennung von Oberst Oleksandr Dmuchowskyj zum Kommandeur der „kleinen“ Luftabwehrkräfte bekannt gegeben. Der Posten war Anfang des Jahres im Rahmen eines neu geschaffenen Kommandos zur Drohnenabwehr eingerichtet worden; die übergreifende Leitung liegt beim stellvertretenden Luftstreitkraftkommandeur Jurij Tscherewaschenko. Hintergrund ist die rasche Zunahme russischer Angriffe mit reaktiven Drohnen.

Das Wichtigste

  • Oberst Oleksandr Dmuchowskyj wurde am 5. September zum Kommandeur der „kleinen“ Luftabwehr ernannt.
  • Die Ernennung wurde vom Leiter der Kommunikationsabteilung der Luftstreitkräfte, Jurij Ihnat, bekannt gegeben.
  • Die übergreifende Entwicklung der „kleinen“ Luftabwehr koordiniert der stellvertretende Luftstreitkraftkommandeur Jurij Tscherewaschenko.
  • Im Januar 2026 kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj die Einrichtung eines eigenen Kommandos für „kleine“ Drohnenabwehr innerhalb der Luftstreitkräfte an.
  • Russland steigerte den Einsatz reaktiver Drohnen: rund 350 im Juni, etwa 1.500 im Juli und über 2.800 im August 2026.
  • Zur Drohnenabwehr setzt die Ukraine Kampfjets, Flugabwehrraketenkomplexe kurzer und mittlerer Reichweite sowie Systeme zur elektronischen Kriegführung ein.

Warum es wichtig ist

Die Ernennung erfolgt in einer Phase, in der Russland seine Angriffe mit reaktiven Drohnen massiv ausweitet. Mit einem eigenen Kommando für „kleine“ Luftabwehr will die Ukraine auf diese veränderte Bedrohungslage strukturell reagieren. Der Personalwechsel steht zugleich im Kontext früherer Führungswechsel im Verteidigungsressort nach dem Rücktritt von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow.

Was geschehen ist

Am 5. September gab Jurij Ihnat, Leiter der Kommunikationsabteilung der ukrainischen Luftstreitkräfte, die Ernennung von Oberst Oleksandr Dmuchowskyj zum Kommandeur der „kleinen“ Luftabwehrkräfte bekannt. Die übergreifende Steuerung dieses Bereichs übernimmt der stellvertretende Luftstreitkraftkommandeur Jurij Tscherewaschenko. Die Ernennung folgt auf monatelange organisatorische Vorbereitungen: Bereits im Januar 2026 hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj die Schaffung eines eigenen Kommandos für „kleine“ Luftabwehr innerhalb der Luftstreitkräfte angekündigt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Anfang 2026 hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, der Bereich „kleine“ Luftabwehr solle von Oberst Jewhenij Chliebnikow geleitet werden. Am 4. September berichtete der frühere Berater von Verteidigungsminister Fedorow, Serhij Sternenko, dass Luftstreitkraftkommandeur Anatolij Krywonoshko Chliebnikow entlassen habe. Am 5. September gab die Luftwaffe dann die Ernennung von Oberst Oleksandr Dmuchowskyj zum neuen Kommandeur bekannt.

Hintergrund

Im Januar 2026 kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj die Schaffung eines eigenständigen Kommandos innerhalb der Luftstreitkräfte zur Entwicklung der „kleinen“ Drohnenabwehr an. Damals erklärte das Verteidigungsministerium, Oberst Jewhenij Chliebnikow solle diesen Bereich leiten. Am 16. Juli reichte Pawlo Lasar Jelisarow, stellvertretender Kommandeur der Luftstreitkräfte, unter dem Chliebnikow tätig war, im Zusammenhang mit dem Abgang von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow ein Rücktrittsgesuch ein. Am 4. September teilte der frühere Fedorow-Berater Serhij Sternenko mit, Luftstreitkraftkommandeur Anatolij Krywonoshko habe Chliebnikow entlassen. Nach Angaben von Ihnat wird die Gesamtrichtung der „kleinen“ Luftabwehr vom stellvertretenden Luftstreitkraftkommandeur Jurij Tscherewaschenko koordiniert. Ihnat verwies auf die stark steigende Zahl russischer Angriffe mit reaktiven Drohnen – rund 350 im Juni, etwa 1.500 im Juli und über 2.800 im August 2026. Zur Drohnenabwehr werden Kampfjets, Flugabwehrraketenkomplexe kurzer und mittlerer Reichweite sowie Systeme zur elektronischen Kriegführung eingesetzt.