4 September 2026 · Aktualisiert am 5 September 2026

Russische Shahed-Drohne trifft Zentrale des ukrainischen Geheimdienstes SBU in Kiew

Am 4. September schlug eine russische Shahed-Drohne in das Zentrale Gebäude des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) in der Wolodymyrska-Straße in Kiew ein. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj war das Büro des amtierenden SBU-Leiters Oleksandr Poklad das Ziel. Ein Berater des Präsidenten wertet den Angriff als gezielte Operation, bei der die Drohne über einen nahe gelegenen MESH-Funkrelais von einem mutmaßlichen russischen Agenten gesteuert worden sein soll.

Das Wichtigste

  • Russische Shahed-Drohne traf am 4. September das SBU-Gebäude in der Wolodymyrska-Straße in Kiew gegenüber der Sophienkathedrale
  • Präsident Selenskyj: Drohne war auf das Büro des amtierenden SBU-Leiters Oleksandr Poklad gerichtet
  • Poklad befand sich nach Berichten zum Zeitpunkt des Einschlags nicht im Büro
  • 9 Menschen wurden im Kiewer Stadtteil Shewtschenkojwskyj verletzt
  • Berater Serhij Beskrestnow (Flash) wertet den Angriff als geplante Spezialoperation
  • Nach Darstellung Beskrestnows wurde die Drohne online über einen MESH-Funkrelais mit Internetzugang gesteuert
  • Relais laut Beskrestnow etwa so groß wie ein halber Schulranzen, von einem russischen Agenten im Umkreis von bis zu 5 km für kurze Zeit aktiviert

Warum es wichtig ist

Der Einschlag in einem zentralen Gebäude des ukrainischen Staatssicherheitsdienstes mitten in Kiew ist ein ungewöhnliches und symbolträchtiges Ziel. Dass ukrainische Stellen den Angriff als geplante Operation mit Hinweisen auf Agentenunterstützung einordnen, deutet auf ein hohes Maß an Aufklärungs- und Zielinformationen der russischen Seite hin. Zudem wurden bei dem Angriff im Kiewer Stadtteil Shewtschenkojwskyj neun Menschen verletzt.

Was geschehen ist

Am 4. September schlug eine russische Shahed-Drohne in das Zentrale Gebäude des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) in der Wolodymyrska-Straße in Kiew gegenüber der Sophienkathedrale ein. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Drohne sei auf das Büro des amtierenden SBU-Leiters Oleksandr Poklad gerichtet gewesen. Poklad habe sich nach Berichten zum Zeitpunkt des Einschlags nicht im Büro befunden. Im Stadtteil Shewtschenkojwskyj wurden bei dem Angriff 9 Menschen verletzt. Der informelle Berater des Präsidenten, Serhij Beskrestnow (genannt Flash), wertete den Angriff als gezielt geplante Spezialoperation. Nach seinen Angaben wurde die Shahed-Drohne online über einen MESH-Funkrelais mit Internetzugang gesteuert; dieser Relais – etwa so groß wie ein halber Schulranzen – sei von einem russischen Agenten im Umkreis von bis zu 5 Kilometern vom Ziel für kurze Zeit aktiviert worden. Da sich zur gleichen Zeit keine weiteren Shaheds in der Luft befunden hätten, sei eine Steuerung über die übliche Kette aus Russland nicht möglich gewesen.

Hintergrund

Oleksandr Poklad wurde zum Zeitpunkt des Angriffs als amtierender Leiter des SBU beschrieben. Der SBU-Hauptsitz befindet sich in der Wolodymyrska-Straße in Kiew gegenüber der Sophienkathedrale. Der geschilderte Steuerungsmechanismus – ein etwa halb-schulranzengroßer MESH-Funkrelais mit Internetzugang, der im Umkreis von rund 5 Kilometern zum Ziel aktiviert wurde – weicht vom üblichen Steuerungsmuster der Shahed-Drohnen ab und ist die Grundlage für die Annahme, ein lokaler russischer Agent habe den Angriff unterstützt. Die zitierte Analyse stammt von Serhij Beskrestnow, einem informellen Berater des ukrainischen Präsidenten.