4 September 2026 · Aktualisiert am 4 September 2026

Russische Drohne trifft SBU-Zentrale in Kiew – auf Büro des Geheimdienstchefs gezielt

Am 4. September schlug eine russische Drohne in das zentrale Gebäude des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) auf der Wolodymyrska-Straße im Zentrum von Kiew ein, gegenüber der Sophienkathedrale. Der Drohnenangriff war nach Angaben von Präsident Selenskyj direkt auf das Büro des amtierenden SBU-Chefs Oleksandr Poklad gerichtet, der sich zum Zeitpunkt des Einschlags nicht in seinem Büro aufhielt. Durch den Aufprall brach ein Brand aus, Rettungsdienste wurden eingesetzt. Selenskyj ordnete eine angemessene und möglichst spiegelbildliche Antwort an.

Das Wichtigste

  • Russische Drohne traf am 4. September das SBU-Hauptgebäude auf der Wolodymyrska-Straße 33 in Kiew, gegenüber der Sophienkathedrale.
  • Nach Angaben von Präsident Selenskyj war die Drohne direkt auf das Büro des amtierenden SBU-Chefs Oleksandr Poklad gerichtet; Poklad befand sich nicht im Gebäude.
  • Zeugen meldeten eine Explosion gegen 15:30 Uhr in der Nähe der Metrostation Zoloti Vorota im Stadtteil Shevchenkivskyi.
  • Durch den Einschlag entstand ein Brand; Rettungsdienste waren im Einsatz, das Feuer wurde gelöscht.
  • Präsident Selenskyj sprach mit Poklad und ordnete eine angemessene, konkrete und möglichst spiegelbildliche Reaktion gegen Russland an, unterstützt von der ukrainischen Armee.
  • Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete den Angriff als schwere Eskalation während laufender Friedensbemühungen und forderte UNESCO und internationale Partner zum Handeln auf.
  • Die Zahl der Verletzten wurde mit unterschiedlichen Angaben gemeldet: fünf, sieben oder neun Verletzte mit vier, sechs bzw. sieben Hospitalisierten.

Warum es wichtig ist

Der Angriff zielte direkt auf die Zentrale des wichtigsten ukrainischen Sicherheits- und Nachrichtendienstes und signalisiert eine bewusste symbolische sowie operative Eskalation. Da das SBU-Gebäude unmittelbar gegenüber der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Sophienkathedrale liegt, wirft der Einschlag Fragen zum Schutz des kulturellen Erbes auf. Die Anordnung Selenskyjs zu einer möglichen spiegelbildlichen Vergeltung deutet auf eine Eskalation der gegenseitigen Vergeltungsschläge hin, während Außenminister Sybiha den Angriff als Schlag gegen laufende Friedensbemühungen Rahmens.

Was geschehen ist

Am 4. September schlug am Tag eine russische Drohne in das zentrale SBU-Gebäude auf der Wolodymyrska-Straße 33 im Kiewer Stadtteil Shevchenkivskyi ein, unweit der Metrostation Zoloti Vorota. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj war die Drohne direkt auf das Büro des amtierenden SBU-Chefs Oleksandr Poklad gerichtet; Poklad hielt sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht dort auf. Zeugen hörten gegen 15:30 Uhr eine Explosion, dichter Rauch stieg über dem Areal auf. Durch den Einschlag brach auf dem Dach des Gebäudes ein Brand aus, der die Geschossdecke und die Außenwand beschädigte; Rettungsdienste wurden zum Einsatzort entsandt und löschten das Feuer. Kiews Bürgermeister Vitalij Klitschko meldete Verletzte im Stadtteil Shevchenkivskyi, wobei die Zahlen im Laufe des Tages von zunächst fünf (vier hospitalisiert) auf sieben (sechs hospitalisiert) und schließlich neun Verletzte (sieben hospitalisiert) stiegen. Selenskyj sprach mit Poklad und ordnete eine angemessene, konkrete und möglichst spiegelbildliche Reaktion an, die von der ukrainischen Armee unterstützt werden solle. Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete den Angriff als schwere Eskalation während laufender Friedensbemühungen und forderte UNESCO sowie internationale Partner auf, den Angriff zu verurteilen und den Druck auf Russland zu erhöhen. Auch das gegenüberliegende Restaurant „Zavertaylo“ meldete Schäden.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen stellen die Reaktion Präsident Selenskyjs in den Mittelpunkt und betonen seine Anordnung einer „spiegelbildlichen“ Vergeltung als Antwort auf den Angriff. Außenminister Andrij Sybiha wird ausführlich zitiert mit der Einordnung als schwere Eskalation und dem Hinweis auf die Bedrohung der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Sophienkathedrale. Kiews Bürgermeister Klitschko liefert detaillierte Verletztenzahlen, die im Tagesverlauf mehrfach aktualisiert wurden. Ukrainische Medien verorten den Angriff im Kontext einer Woche intensivierter russischer Luftangriffe auf Kiew, darunter ein kombinierter Drohnen- und Raketenangriff in der Nacht zum 1. September mit acht Toten, darunter drei Kinder, sowie ein Drohnentreffer an einem neunstöckigen Wohnhaus im Stadtteil Holosiivskyi am 3. September.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Anzahl der Verletzten schwankt zwischen den Meldungen deutlich: Zunächst berichtete Bürgermeister Klitschko von fünf Verletzten mit vier Hospitalisierten, später von sieben Verletzten mit sechs Hospitalisierten, und in einer weiteren Aktualisierung von neun Verletzten mit sieben Hospitalisierten. Die abweichenden Zahlen spiegeln die laufende Aktualisierung der Lage.

Hintergrund

Der Angriff ereignete sich im Kiewer Stadtteil Shevchenkivskyi nahe der Metrostation Zoloti Vorota. Zeugen meldeten eine Explosion gegen 15:30 Uhr mit anschließendem dichten Rauch. Der Einschlag fiel in eine Woche verstärkter russischer Angriffe auf Kiew: In der Nacht zum 1. September hatte ein kombinierter Angriff mit Drohnen und Raketen acht Menschen getötet, darunter drei Kinder; am 2. September beschädigten Drohnen ein Wohnhaus, ein Krankenhaus und eine Schule; am 3. September traf eine Drohne ein neunstöckiges Wohnhaus im Stadtteil Holosiivskyi. Am selben Tag wie der SBU-Einschlag brach in Browary ein Brand in einem Industrieunternehmen aus. Das gegenüber dem SBU-Gebäude gelegene Restaurant „Zavertaylo“ meldete ebenfalls Schäden durch den Angriff.