Ukraine deckt neue russische „Filin“-Rakete auf
Russland hat die neue „Filin“-Rakete nach Angaben ukrainischer Geheimdienststellen seit Ende des Sommers gegen die Ukraine eingesetzt. Der ukrainische Militärnachrichtendienst veröffentlichte nun eine interaktive 3D-Darstellung sowie technische Angaben und Informationen zur Elektronik der „Filin“-Rakete. Die Flugreichweite soll bis zu 1.200 Kilometer betragen.
Das Wichtigste
- Der ukrainische Militärnachrichtendienst veröffentlichte eine 3D-Darstellung und technische Informationen zur „Filin“-Rakete auf dem Portal War&Sanctions.
- Die „Filin“-Rakete ist 3,5 Meter lang und hat einen Flügelspann von 3 Metern.
- Russland nennt als maximale Geschwindigkeit 800 km/h und als Reichweite bis zu 1.200 km.
- Es existieren Varianten mit 50 und 100 Kilogramm schweren Sprengköpfen.
- Die Elektronik enthält laut ukrainischer Identifikation 35 amerikanische und 22 chinesische Komponenten.
- Als Triebwerk dient ein russisches R500-Motor von „Reynolds“.
- Die Rakete kann auf sehr niedrigen Höhen fliegen und von einer Bodenabschussanlage mit Pulverbeschleuniger starten.
Warum es wichtig ist
Die „Filin“ erweitert das Spektrum russischer Luftwaffe gegen ukrainische Ziele. Die angeblich bis zu 1.200 Kilometer reichende Reichweite sowie der Flug auf sehr niedrigen Hölen erhöhen ihre mögliche militärische Bedeutung. Elektronik aus den USA und China, ein russisches Triebwerk und die Möglichkeit eines Starts von verschiedenen Plattformen stellen zusätzliche Anforderungen an die ukrainische Luftverteidigung.
Was geschehen ist
Russland setzte die neue „Filin“-Rakete nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes ab Ende des Sommers gegen die Ukraine ein. Das ukrainische Hauptverwaltungsdirektorat für Aufklärung, ein Teil des Verteidigungsministeriums, veröffentlichte daraufhin auf dem War&Sanctions-Portal eine interaktive 3D-Darstellung, Angaben zu den Komponenten und дан elektronischen Bauelemente. Die Rakete wurde als „NPО Molnija“ des Unternehmens „Taktische Raketenwaffen“ entwickelt. Ihr Rumpf besteht aus Verbundmaterialien, darunter Kohlefaser- und Glasfaserverbundstoff; einzelne Elemente wurden mit 3D-Druck hergestellt. Die Rakete wird mit dem R500-Triebwerk von „Reynolds“ betrieben und von „PLAZ“ hergestellt, das auch am Bau der „Harpija“-Drohne beteiligt ist.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Berichte stellen die Veröffentlichung des Geheimdienstes und die technischen Daten in den Mittelpunkt. Zugleich betonen sie den Einsatz der „Filin“ gegen die Ukraine, ihre niedrige Flugbahn, Reichweite, Geschwindigkeit, Wendigkeit, Sprengkopfvarianten und mögliche Starts von Hubschraubern oder unbemannten Fluggeräten.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Die englischsprachige Berichterstattung verfolgt ebenfalls den Schwerpunkt auf dem Einsatz der russischen Rakete und den technischen Veröffentlichungen der ukrainischen Geheimdienststelle, gibt diese Informationen jedoch in englischer Form wieder.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen widersprechen sich darin, ob Russland die „Filin“ bereits Ende 2025 oder Ende 2026 gegen die Ukraine einsetzte. Der sichere Konsens ist nur, dass die Rakete Ende eines Sommers erstmals gegen die Ukraine eingesetzt wurde; das Jahr bleibt in den Angaben widersprüchlich.
Hintergrund
Die „Filin“ gilt als relativ preiswerter, bodengestarteter Angriffsflugkörper mit Düsenantrieb. Ein vergleichbarer R500-Motor wurde zuvor in den russischen Luftfahr- und Gleitbombenraketen S-71K „Kover“ und S-71M „Monochrom“ identifiziert. Ein ähnliches R500-Triebwerk wurde zuvor in den Luftfahr- und Gleitbombenraketen S-71K „Kover“ und S-71M „Monochrom“ identifiziert. ukrainische Beamte sagten, einige „Filin“-Raketen könnten von Hubschraubern und unbemannten Fluggeräten gestartet werden und keinen besonderen Startplatz benötigen.