Russland setzt größere Version der „Gerber“-Drohne für Angriffe auf die Ukraine ein
Ukrainische Geheimdienste haben Angaben zu einer vergrößerten Version der russischen „Gerber“-Drohne veröffentlicht, die für Angriffe auf die Ukraine eingesetzt wird. Die „Gerber-2“ verfügt über einen 63-Liter-Tank, chinesische und amerikanische Komponenten sowie Kamera- und Steuerungselektronik. Bei der angegebenen Reichweite bestehen in den Quellen erhebliche Abweichungen.
Das Wichtigste
- Russland setzt die vergrößerte „Gerber-2“-Drohne für Angriffe auf die Ukraine ein.
- Die „Gerber-2“ hat eine Spannweite von 3 Metern und eine Rumpflänge von 2,6 Metern.
- Der 63-Liter-Kraftstofftank ist in getrennte Sektionen unterteilt, um die Stabilität bei Manövern zu erhalten.
- Das untersuchte Exemplar trug eine 10 Kilogramm schwere Splitter- und Brandkopfpatrone OFZBC-10 sowie separate Beutel mit Brandmischung.
- An der Drohne waren acht Komponenten chinesischer und vier Komponenten amerikanischer Hersteller verbaut.
- Die Elektronik umfasst einen 12-kanaligen „Kometa“-Navigationssender sowie ein mesh-fähiges Modem von Shenzhen Sinosun Technology.
- Eine doppelte IP-Kamera über dem Kraftstofftank soll laut Bericht Abfangdrohnen erkennen.
Warum es wichtig ist
Die angegebene Reichweite bis zu 1.200 Kilometern würde den geografischen Umfang russischer Drohnenangriffe deutlich vergrößern. Die Nutzlast und die Verwendung chinesischer und amerikanischer Komponenten zeigen zugleich, wie technisch anspruchsvoll russische Drohnenmodelle werden und wie stark ihre Lieferketten international vernetzt sind. Da ähnliche russische Drohnen wiederholt den Luftraum europäischer Staaten verletzen, berührt der Einsatz solcher Systeme auch die regionale Sicherheit Europas.
Was geschehen ist
Ukrainische Geheimdienste haben technische Angaben zur „Gerber-2“ veröffentlicht. Die vergrößerte Drohne hat eine Spannweite von 3 Metern, eine Rumpflänge von 2,6 Metern, einen 63-Liter-Kraftstofftank und einen zweizylindrigen Zweitaktmotor. Ihre Elektronik umfasst einen aktualisierten Flugcontroller, ein 12-kanaliges „Kometa“-Navigationssystem, ein Mesh-Modem der chinesischen Firma Shenzhen Sinosun Technology sowie den Videoblock „Sosyska“ auf Basis eines chinesischen Coke-Pi-Mikrocomputers. Auf dem untersuchten Exemplar befanden sich eine doppelte IP-Kamera zur Erkennung von Abfangdrohnen sowie eine 10 Kilogramm schwere Splitter- und Brandkopfpatrone OFZBC-10. Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes stammen acht Komponenten von chinesischen und vier von amerikanischen Herstellern. Die Drohne wird nun als vergrößerte Version für Angriffe auf die Ukraine eingesetzt.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung stellt die technischen Merkmale, die Nutzlast und die ausländischen Komponenten der „Gerber-2“ in den Mittelpunkt. Zugleich wird der Wandel vom ursprünglich als Attrappe entwickelten „Gerber“ zum vielseitigen Angriffsdrohnen hervorgehoben.
Wie internationale Quellen darüber berichten
International relevant ist vor allem die regionale Sicherheitswirkung: Russische Drohnen verletzten wiederholt den Luftraum von Polen, Moldau, Bulgarien und Frankreich. Hinzu kommt die Präsenz von Komponenten chinesischer und amerikanischer Hersteller, die Fragen zu den internationalen Lieferketten aufwerfen.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen widersprechen sich bei der maximalen Flugreichweite: Sie nennen entweder bis zu 1,2 Kilometer oder eine potenziell erreichbare Reichweite von 1.200 Kilometern. Diese Diskrepanz ist in den vorliegenden Angaben nicht aufgelöst.
Hintergrund
Ursprünglich wurden „Gerber“-Drohnen als Attrappen entwickelt, um die ukrainische Luftabwehr zu überlasten. Spätere Modifikationen dienten der Aufklärung und als Kamikazedrohnen, wobei ihre Ausstattung zunehmend der teureren „Geran“-Modelle ähnelte. Beim untersuchten Exemplar von „Gerber-2“ wurde die Drohne mit einer 10 Kilogramm schweren Brandkopfpatrone und separaten Beuteln mit Brandmischung an der polnischen Ostseeküste gefunden. Russische Angaben zufolge können Varianten bis zu 25 Kilogramm Nutzlast tragen.