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Ukraine fängt nur 60 % der neuen russischen Jet-Drohnen ab

Ukraine kann nach Angaben der Luftwaffe nur etwa 60 % der neuen russischen Jet-Drohnen vom Typ Geran-4 und Geran-5 abschießen – gegen ältere Modelle liegt die Quote bei 90 bis 95 %. Präsident Selenskyj kündigt als Reaktion eine beschleunigte Produktion eigener Abfangdrohnen an und verweist auf ein ukrainisch-kanadisches Raketenprojekt.

Das Wichtigste

  • Die ukrainische Luftwaffe fängt rund 60 % der russischen Jet-Drohnen ab, bei anderen Drohnenmodellen sind es 90 bis 95 %.
  • Die Geran-5 erreicht bis zu 600 km/h, trägt einen 90-kg-Gefechtskopf und hat eine Reichweite von etwa 1000 km.
  • Die neuere Generation ist mit Wärmebildkameras, KI-Steuerung und russischen sowie chinesischen Komponenten ausgestattet.
  • Piloten müssen Jets und Bordkanonen einsetzen, um die Drohnen zu bekämpfen – ein riskantes Verfahren.
  • Das ukrainische Unternehmen Wild Hornets entwickelt einen eigenen Abfangjäger gegen Jet-Drohnen, die Serienproduktion soll bald starten.
  • Präsident Selenskyj beziffert die Zahl der ukrainischen Firmen, die an Gegenmaßnahmen arbeiten, auf 67.
  • Russland hat laut Geheimdienstangaben rund 6 200 Drohnen verschiedener Geran-Versionen für Massenangriffe angesammelt.

Warum es wichtig ist

Die Jet-Drohnen sind ein technologischer Sprung gegenüber den älteren propellergetriebenen Shaheds: höher, schneller, weiter und mit größerer Sprengkraft. Dass die ukrainische Abwehrquote von 90–95 % auf etwa 60 % sinkt, bedeutet eine spürbare Schwächung des bisherigen Luftverteidigungsdispositives. Der Zwang, Kampfjets und Bordkanonen einzusetzen, erhöht das Risiko für ukrainische Piloten und bindet Ressourcen, die an anderen Stellen fehlen. Gleichzeitig läuft mit mindestens 67 beteiligten Firmen und neuen Abfangdrohnen-Typen eine breite nationale Antwort – deren Erfolg ist offen.

Was geschehen ist

Die ukrainische Luftwaffe erklärte, dass die Quote abgefangener russischer Drohnen bei den neuen Jet-Modellen nur rund 60 % beträgt – gegenüber 90 bis 95 % bei anderen Typen. Sprecher Jurij Ihnat sagte der Financial Times, dass Kampfpiloten die Drohnen teilweise mit Bordkanonen abschießen müssten, ein besonders riskantes Verfahren. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, F-16 mit AIM-9- und AIM-120-Raketen würden gegen die Drohnen eingesetzt – teuer, aber notwendig. Er kündigte an, 67 ukrainische Firmen arbeiteten an Gegenmaßnahmen, drei bis fünf hätten bereits Ergebnisse gezeigt. Selenskyj berichtete zudem von einem ukrainisch-kanadischen Raketenprojekt, das er bei einem Kanada-Besuch kennengelernt habe und das auf einen Live-Test in der Ukraine warte. Am 3. September hatte er bereits eine Sondersitzung der Stawka einberufen, um die Produktion schneller Abfangdrohnen zu beschleunigen. Das ukrainische Unternehmen Wild Hornets (Dyki Scherschni) stellt nach eigenen Angaben einen neuen Abfangjäger gegen Jet-Drohnen fertig, die Serienproduktion solle bald starten.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung rückt die inländische Abwehrleistung in den Mittelpunkt: Die offizielle Luftwaffe nennt die niedrigere Abfangquote, ein Berater des Präsidenten (Serhij Beskrestnow) erläutert das Angriffsverfahren der Drohnen, und Selenskyj beziffert die Zahl ukrainischer Hersteller mit Gegenmaßnahmen auf 67. Betont wird, dass die Ukraine zugleich Ziel der Drohnenangriffe und Akteur der Gegenwehr ist – etwa mit dem neuen Abfangjäger von Wild Hornets. Am 13. September sprach Selenskyj von rund 2 100 Drohnen allein in der Vorwoche, viele davon Jet-Schaheds, die Wirtschaft und Bevölkerung treffen sollen.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die zentralen Daten stammen aus einem Bericht der Financial Times mit Zitat des Luftwaffensprechers – eingeordnet als maßgebliche westliche Information über die sinkende ukrainische Abwehrquote. Ein Teil der Hintergrundberichterstattung, darunter Satellitenbilder und durchgesickerte Dokumente über geheime Basen für mögliche Langstreckenangriffe auf NATO-Staaten, stammt von The Telegraph und rückt die Bedrohung in einen Bündniskontext.

Hintergrund

Die ursprüngliche Geran-1 trug bis zu 20 kg und erreichte 185 km/h; die neue Geran-5 kommt auf bis zu 600 km/h, trägt 90 kg, reicht rund 1 000 km weit und ist etwa 6 m lang bei bis zu 5,5 m Spannweite. Ältere Shaheds hatten einfache Steuerungen, neuere Varianten verfügen über Wärmebildkameras, KI-gestützte Zielerfassung, russische Störantennen und chinesische Mesh-Funk-Modems. Ukrainische Geheimdienste berichten zudem, Russland prüfe Starts der Geran-5 von Trägerflugzeugen wie der Su-25. Laut HUR hatte Russland bis August 2026 rund 6 200 Geran-Drohnen verschiedener Versionen für Massenschläge gehortet.