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Tusk warnt vor russischen Hybridangriffen auf Nato-Staaten, die Ukraine unterstützen

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat im Parlament erklärt, der Geheimdienst sehe Hinweise auf russische Pläne für Hybridangriffe mit Drohnen und Raketen gegen Länder, die die Ukraine unterstützen – darunter Polen. Er warnte vor einer realen Gefahr, dass Drohnen oder andere Geschosse auf das Gebiet von Nato-Staaten an der Ostflanke gelangten und Russland solche Vorfälle als Unfälle darstelle. Ziel sei es, die Entschlossenheit der Nato zur Anwendung des Nordatlantikvertrags und insbesondere des Artikels 5 zu schwächen.

Das Wichtigste

  • Tusk erklärte am 17. September im polnischen Parlament, der Geheimdienst sehe Hinweise auf russische Pläne für Hybridangriffe mit Drohnen und Raketen gegen Ukraine-Unterstützer, darunter Polen.
  • Die aktuellen Geheimdienstdaten bezeichnete er als „sehr konsistent und überzeugend".
  • Er sieht eine reale Gefahr, dass Drohnen oder andere Geschosse auf das Gebiet eines oder mehrerer Nato-Staaten an der Ostflanke gelangen und Schäden verursachen.
  • Tusk erwartet, dass Russland solche Vorfälle als Unfälle darstellen wird.
  • Ziel sei es, die Entschlossenheit der Nato zur Anwendung des Nordatlantikvertrags zu lähmen und den Bündnissen Zusammenhalt zu untergraben – konkret solle der Eindruck erweckt werden, Artikel 5 sei eher theoretisch als praktisch.
  • Die Rede fiel auf den 87. Jahrestag der sowjetischen Invasion Polens 1939; am Nachmittag des 17. September war nach seinen Angaben ein russischer Drohnenangriff nahe der polnischen Grenze in der Oblast Wolyn niedergegangen, das polnische Militär war bereit zum Abschuss.
  • Tusk kündigte an, am 18. September in die Ukraine zu reisen.

Warum es wichtig ist

Tusk bezog sich öffentlich auf Geheimdiensterkenntnisse, die auf geplante russische Hybridoperationen gegen Nato-Staaten hindeuten, die die Ukraine unterstützen. Er verknüpfte die Warnung ausdrücklich mit der Glaubwürdigkeit von Artikel 5 und dem Zusammenhalt des Bündnisses. Die Äußerungen fallen einen Tag nach dem Vorfall mit einer russischen Drohne nahe der polnischen Grenze in der Oblast Wolyn und in ein Umfeld wachsender Warnungen vor hybriden Bedrohungen von EU-Seite sowie Drohungen aus Moskau.

Was geschehen ist

Am 17. September 2026 hielt der polnische Ministerpräsident Donald Tusk im polnischen Parlament eine Rede anlässlich des 87. Jahrestags der sowjetischen Invasion Polens von 1939. Er erklärte, der Geheimdienst verfüge über Hinweise auf russische Pläne für Hybridangriffe – mit Drohnen und Raketen – gegen Länder, die die Ukraine unterstützen, einschließlich Polens. Die Einschätzung bezeichnete er als „sehr konsistent und überzeugend". Nach seiner Darstellung besteht ein reales Risiko, dass Drohnen oder andere Geschosse das Gebiet von Nato-Staaten an der Ostflanke erreichen und Schäden verursachen; Russland werde solche Vorfälle voraussichtlich als Unfälle darstellen. Als Ziel solcher Aktionen nannte Tusk, die Entschlossenheit der Nato zur Anwendung des Nordatlantikvertrags zu lähmen und den Bündniszusammenhalt zu untergraben, indem den Mitgliedstaaten suggeriert werde, Artikel 5 sei eher theoretisch als praktisch. Am Nachmittag des 17. September war nach seinen Angaben ein russischer Drohnenangriff nahe der polnischen Grenze in der Oblast Wolyn niedergegangen; das polnische Militär war nach eigenen Angaben bereit, die Drohne abzuschießen, falls sie die Grenze verletzt hätte. Tusk kündigte zudem an, am 18. September in die Ukraine zu reisen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen beschreiben den Ort des Drohnenvorfalls vom 17. September unterschiedlich: Eine Formulierung verortet den Vorfall nahe der polnischen Grenze in der Oblast Wolyn, eine andere gibt auf Grundlage des Sprechers des Operativen Kommandos der polnischen Streitkräfte, Oberstleutnant Jacek Goryszewski, eine Entfernung von 4 km zur polnisch-ukrainischen Grenze an, ohne die Oblast Wolyn zu nennen.

Hintergrund

Tusks Rede fiel auf den 87. Jahrestag der sowjetischen Invasion Polens von 1939. Er nannte nicht, welche Geheimdienste die Informationen geliefert hatten. In derselben Rede sagte er, Russland sei nicht bereit zu einem Waffenstillstand oder einer Waffenruhe ohne eine Kapitulation der Ukraine, und warnte, der kommende Winter könne für die Ukraine entscheidend sein. Zudem wies er darauf hin, dass Russland in großem Umfang einen neuen Drohnentyp einsetze – Jet-Drohnen, die mit wesentlich höherer Geschwindigkeit und in großer Höhe fliegen, bevor sie auf ihre Ziele stürzten; auf diese Drohnen seien nur wenige vorbereitet, auch Polen nicht.