Ukrainischer Geheimdienst veröffentlicht Daten zu „Kinzhal“-Produktion und benennt 58 russische Unternehmen
Der ukrainische Militärgeheimdienst (HUR) hat auf dem Portal War&Sanctions ein interaktives 3D-Modell sowie Informationen zu Komponenten und Produktionsbetrieben der russischen aeroballistischen Rakete Kh-47M2 „Kinzhal“ veröffentlicht. Er benennt 58 beteiligte russische Unternehmen, von denen 22 nicht unter Sanktionen der Sanktionskoalition stehen, und fordert deren Synchronisierung. Zugleich wies der HUR darauf hin, dass Russland 2026 die staatliche Bestellung von „Kinzhal“-Raketen deutlich reduziert und Kapazitäten auf den „Iskander-M“ umgelenkt habe.
Das Wichtigste
- Der HUR des ukrainischen Verteidigungsministeriums veröffentlichte auf dem Portal War&Sanctions ein interaktives 3D-Modell und Daten zur Rakete 9-S-7760 (Kh-47M2 „Kinzhal").
- Insgesamt 58 russische Unternehmen sind an der „Kinzhal“-Produktion beteiligt; 22 davon stehen unter keinen Sanktionen der Sanktionskoalition.
- Die Rakete ist einstufig, feststoffbetrieben und zu rund 90 % komponentenidentisch mit der 9M723 des „Iskander-M".
- Sie verfügt über zwei Gefechtsköpfe: einen panzerbrechenden Hochexplosivkopf (PrFBCh) und einen speziellen Nuklearsprengkopf; an einer Variante mit Splitter-Hochexplosivkopf (OFBCh) wird gearbeitet.
- Trägerflugzeuge sind MiG-31I und MiG-31K, die in Russland derzeit nicht produziert werden.
- Russland hat 2026 den staatlichen Verteidigungsauftrag für „Kinzhal“ deutlich gekürzt und Produktionskapazitäten, Komponenten und Rohstoffe auf den „Iskander-M“ umgelenkt.
- Der HUR fordert synchronisierte Sanktionen gegen alle beteiligten Unternehmen und eine Verschärfung der Exportkontrollen für einschlägige Technologien.
Warum es wichtig ist
Die Veröffentlichung benennt erstmals öffentlich 58 Unternehmen der „Kinzhal“-Produktionskette, darunter 22 ohne jegliche Sanktionen — eine konkrete Grundlage für die Erweiterung der Sanktionslisten der westlichen Koalition. Gleichzeitig liefert sie technische Details zu Trägerflugzeugen, Komponentenüberschneidungen mit dem „Iskander-M“, Gefechtskopfoptionen und der gemeldeten Produktionsverschiebung 2026, die Rückschlüsse auf russische Fähigkeiten und Schwachstellen erlauben.
Was geschehen ist
Am 12. Oktober 2026 hat die Hauptverwaltung Aufklärung (HUR) des ukrainischen Verteidigungsministeriums auf dem Portal War&Sanctions ein interaktives 3D-Modell der russischen aeroballistischen Rakete Kh-47M2 „Kinzhal“ (9-S-7760) sowie Informationen zu ihren Komponenten und der beteiligten Produktionskooperation veröffentlicht. Die „Kinzhal“ wird als einstufige Feststoffrakete mit zwei Gefechtskopfvarianten beschrieben — einem panzerbrechenden Hochexplosivkopf in dickem Metallgehäuse und einem speziellen Nuklearsprengkopf; zu den Besonderheiten gehören eine nach dem Triebwerksstart abtrennende Heckverkleidung, ein Radar-Suchkopf und eine aktive Störstation. Nach Angaben des HUR arbeitet Russland an einer Modifikation mit Splitter-Hochexplosivkopf (OFBCh), möglicherweise wegen Problemen mit der Zielgenauigkeit der panzerbrechenden Variante. Der HUR nennt 58 beteiligte russische Unternehmen, von denen 22 nicht unter Sanktionen der Sanktionskoalition stehen, und hat dazu aufgerufen, die Sanktionen zu synchronisieren und Exportkontrollen für die genutzten Technologien zu verschärfen. Zudem erklärte der HUR, Russland habe 2026 den staatlichen Verteidigungsauftrag für „Kinzhal“ deutlich reduziert und Ressourcen auf die Produktion der 9M723 „Iskander-M“ umgelenkt — auch weil die Trägerflugzeuge MiG-31I und MiG-31K in Russland nicht mehr hergestellt werden.
Hintergrund
Die „Kinzhal“ ist eine einstufige aeroballistische Feststoffrakete, die zu etwa 90 % auf Komponenten der 9M723 des ballistischen Raketensystems „Iskander-M“ zurückgreift. Sie wird aus MIG-31I- und MiG-31K-Jagdabfangjägern gestartet, die in Russland derzeit nicht mehr produziert werden. Als Gefechtsköpfe stehen ein panzerbrechender Hochexplosivkopf für durchschlagende Einsätze gegen Beton und geschützte Strukturen sowie ein spezieller Nuklearsprengkopf zur Verfügung; an einer Splitter-Hochexplosivvariante (OFBCh) wird gearbeitet. Die Veröffentlichung des HUR erfolgte über das Portal War&Sanctions, das Komponenten und Entitäten der russischen Waffenproduktion dokumentiert.