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Russische Drohne trifft Nachrichtenraum des Senders „My — Ukraine" in Kiew während Livesendung

Am 8. September hat eine russische Angriffsdrohne das Gebäude der ukrainischen Fernsehsender „My — Ukraine" und „My — Ukraine+" in Kiew getroffen, während live aus dem nationalen Telethon „Yedyni Novyny" (Einheitliche Nachrichten) gesendet wurde. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wurde der Nachrichtenraum teilweise zerstört. Die Rettungsdienste löschten den Brand; der Generalproduzent des Senders sprach von sechs verletzten Mitarbeitern, Selenskyj nannte zunächst fünf Verletzte.

Das Wichtigste

  • Am 8. September schlug eine russische „Shahed"-Angriffsdrohne tagsüber in das Gebäude der Sender „My — Ukraine" und „My — Ukraine+" im Kiewer Stadtbezirk Solomjanskyj ein.
  • Zum Zeitpunkt des Einschlags übertrug „My — Ukraine" live aus dem nationalen Telethon „Yedyni Novyny"; der Nachrichtenraum wurde teilweise zerstört.
  • Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von zunächst fünf Verletzten; Generalproduzent Jurij Suchak nannte sechs verletzte Mitarbeiter beider Sender, fünf davon wurden laut Pressestelle ins Krankenhaus gebracht.
  • Die DSNS-Rettungskräfte löschten den Brand, Mitarbeiter wurden in Heimarbeit verlegt, der Sendebetrieb wurde unterbrochen und soll innerhalb von ein bis zwei Tagen wiederaufgenommen werden.
  • Präsident Selenskyj bezeichnete den Angriff als „neue Seite der russischen Degeneration" und forderte eine Reaktion Europas und der Welt.
  • Der Einschlag erfolgte nach einem massiven kombinierten Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew in der Nacht zum 8. September mit Oniks-, Iskander-M-, S-400-, KN-23- und Ch-101-Raketen sowie 166 Drohnen; die ukrainische Luftabwehr schoss nach eigenen Angaben 33 Raketen und 142 Drohnen ab.
  • Die EU-Botschafterin in der Ukraine, Katherina Maternowa, verurteilte den Angriff als empörend; das Gebäude war bereits am 20. August bei einem früheren russischen Angriff beschädigt worden.
  • Bürgermeister Vitalij Klitschko sprach von drei Todesopfern im Verlauf des 8. Septembers in Kiew; die Stadtverwaltung meldete 19 Verletzte – frühere Meldungen nannten abweichende Zahlen.
  • EU-Mitgliedstaaten billigten am selben Tag den Kauf von Patriot-Abfangraketen im Wert von rund 3,2 Milliarden Euro über ein EU-Kreditprogramm; die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas stand dazu mit Außenminister Andrij Sybiha in Kontakt.

Warum es wichtig ist

Der Einschlag in einem besetzten Nachrichtenraum während einer Livesendung wirft die Frage auf, ob Journalisten und Medien bewusst zum Ziel genommen werden. Präsident Selenskyj wertete den Angriff als symbolische Eskalation und richtete einen öffentlichen Appell an Europa und die Welt. Dass dasselbe Büro des Senders innerhalb von drei Wochen zum zweiten Mal getroffen wurde, deutet auf ein Muster gezielter Angriffe auf dieses Medium hin. Der Vorfall fiel zudem in eine Phase internationaler diplomatischer Besuche und kurz nach einer von Russland angekündigten mehrtägigen „Pause" der Angriffe auf Kiew.

Was geschehen ist

Am 8. September schlug tagsüber eine russische Angriffsdrohne vom Typ „Shahed" in das Gebäude der ukrainischen Fernsehsender „My — Ukraine" und „My — Ukraine+" im Kiewer Stadtbezirk Solomjanskyj ein. Der Einschlag erfolgte, während „My — Ukraine" live aus dem nationalen Telethon „Yedyni Novyny" sendete und Journalisten auf Sendung waren. Der Nachrichtenraum und die Mitarbeiterbüros wurden nach Angaben des Präsidenten teilweise zerstört. Laut Generalproduzent Jurij Suchak wurden sechs Mitarbeiter der Sender verletzt; Selenskyj hatte zunächst fünf Verletzte genannt und auf eine mögliche höhere Zahl hingewiesen. Die DSNS-Rettungskräfte löschten den Brand, evakuierten zwei Personen aus den oberen Etagen und leisteten medizinische Hilfe. Die Mitarbeiter wurden in Heimarbeit verlegt; der Sendebetrieb wurde unterbrochen und soll nach Sendereigenen Angaben innerhalb von ein bis zwei Tagen wiederaufgenommen werden. Beim Angriff veröffentlichtes Video zeigt nach Angaben des Senders den Moment des Einschlags im Nachrichtenraum. Präsident Selenskyj sprach von einer „neuen Seite der russischen Degeneration" und forderte eine internationale Reaktion. Bürgermeister Vitalij Klitschko sprach im Tagesverlauf von drei Getöteten in Kiew; die Stadtverwaltung meldete 19 Verletzte – wobei verschiedene Quellen unterschiedliche Zahlen nannten. Der Tagesschlag folgte auf einen massiven kombinierten Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew in der Nacht, bei dem Oniks-, Iskander-M-, S-400-, KN-23- und Ch-101-Raketen sowie 166 Drohnen eingesetzt wurden; die ukrainische Luftabwehr will 33 Raketen und 142 Drohnen abgeschossen haben. Die EU-Botschafterin Katherina Maternowa verurteilte den Angriff, und EU-Mitgliedstaaten billigten am selben Tag den Kauf von Patriot-Abfangraketen im Wert von rund 3,2 Milliarden Euro.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen stellen den Angriff als bewussten Schlag gegen einen arbeitenden Nachrichtenraum während einer Liveübertragung dar. Präsident Selenskyj sprach von einer „neuen Seite der russischen Degeneration" und forderte eine Reaktion Europas und der Welt. Der Sender veröffentlichte Videoaufnahmen, die nach seiner Darstellung zeigen, dass es sich um einen gezielten Treffer auf Journalisten handelte. Generalproduzent Jurij Suchak, Mediengruppenleiter Igor Petrenko und Außenamtssprecher Heorhij Tykyj gaben Verletztenzahlen bekannt und verwiesen zugleich auf eine breitere Statistik: seit Beginn der großangelegten Invasion etwa 30 Fälle von Schäden an Redaktionen, 21 getötete Medienschaffende im Dienst und zehn zivile Opfer unter Journalisten. Mehrere ukrainische Medien verbanden den Zeitpunkt des Angriffs zudem mit den Wochenendbesuchen der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew sowie mit einer zuvor von Russland angekündigten mehrtägigen „Pause" der Angriffe auf Kiew.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die internationale Rahmung in den verfügbaren Quellen beschränkt sich im Wesentlichen auf Stellungnahmen von EU-Vertretern. EU-Botschafterin Katherina Maternowa verurteilte den Angriff auf den Sender als empörend, erklärte, Redaktionsräume seien kein Schlachtfeld, und nutzte den Moment, um die Entscheidung der EU-Kommission zum Kauf von Patriot-Abfangraketen im Wert von rund 3,2 Milliarden Euro zu begrüßen. Ein als „Vigand" zitierter Sprecher des EU-Außendienstes stellte den Zeitpunkt des Angriffs in einen Zusammenhang mit der Abreise der US-Gesandten aus Kiew und kündigte beschleunigte EU-Unterstützung für die Ukraine an. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und NATO-Generalsekretär Mark Rutte begrüßten die Entscheidung zu den Patriot-Abfangraketen als Beitrag zur Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung. Außenminister Andrij Sybiha sprach am 8. September mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas über die russischen Angriffe.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen weichen bei den Verletztenzahlen am Gebäude von „My — Ukraine" voneinander ab: Präsident Selenskyj sprach zunächst von fünf Verletzten, Generalproduzent Jurij Suchak von sechs verletzten Mitarbeitern beider Sender, und die Pressestelle des Senders berichtete, fünf davon seien ins Krankenhaus gebracht worden. Für die Gesamtzahlen des 8. Septembers in Kiew nennt eine Quelle 16 Verletzte und 2 Tote, eine andere 10 Verletzte, und eine spätere Meldung mit Bürgermeister Klitschko und der Stadtverwaltung spricht von 19 Verletzten und 3 Toten. Die Listen der betroffenen Kiewer Stadtbezirke nach dem nächtlichen Angriff unterscheiden sich leicht: eine Quelle nennt Solomjanskyj, Podilskyj, Darnyzkyj, Holossijiwskyj und Shewtschenkiwskyj, andere führen Dniprowsjkyj statt Shewtschenkiwskyj. Die ukrainische Rettungsbehörde DSNS charakterisierte das getroffene Gebäude als Geschäftszentrum im Stadtbezirk Solomjanskyj, in dem die Sender untergebracht sind; die meisten anderen Berichte bezeichnen es als Redaktionsgebäude der Sender.

Hintergrund

„My — Ukraine" gehört zu den Sendern, die am nationalen Telethon „Yedyni Novyny" (Einheitliche Nachrichten) mitwirken, einem gemeinsamen Kriegs-Nachrichtenformat. Das Büro desselben Senders war bereits in der Nacht zum 20. August bei einem massiven russischen Angriff auf Kiew beschädigt worden – Fenster wurden herausgedrückt, der Nachrichtenraum und die Flure stark in Mitleidenschaft gezogen. Beim kombinierten Angriff auf Kiew in der Nacht zum 8. September setzte Russland Oniks-Antischiffsraketen, ballistische Iskander-M-Raketen, S-400, KN-23 sowie Ch-101-Marschflugkörper und 166 Drohnen verschiedener Typen ein; Einschläge wurden an 29 Orten registriert, an weiteren neun Stellen fielen Trümmer abgeschossener Ziele; die ukrainische Luftabwehr will nach eigenen Angaben 33 Raketen und 142 Drohnen abgeschossen haben. Nach Angaben des Sprechers des ukrainischen Außenministeriums, Heorhij Tykyj, gab es seit Beginn der großangelegten Invasion rund 30 Fälle von Beschädigung, Beschlagnahmung oder Zerstörung von Redaktionen und Journalisteneigentum, 21 getötete Medienschaffende im Dienst und zehn zivile Opfer unter Journalisten. Am 8. September billigten EU-Mitgliedstaaten den Kauf von Patriot-Abfangraketen im Wert von rund 3,2 Milliarden Euro im Rahmen eines EU-Kreditpakets von 90 Milliarden Euro; Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und NATO-Generalsekretär Mark Rutte begrüßten die Entscheidung.