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Russische Drohne trifft TV-Sender „My — Ukraina" in Kiew während Live-Übertragung

Am 8. September schlug eine russische Angriffsdrohne tagsüber in das Gebäude der Fernsehsender „My — Ukraina" und „My — Ukraina+" in Kiew ein, während der Nachrichtensender live den nationalen Telethon „Jedyni Nowyny" (United News) übertrug. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer „neuen Seite russischer Degeneration" und forderte eine Reaktion Europas und der Welt. Mehrere Mitarbeiter des Senders wurden verletzt; Angaben zur Gesamtzahl der Verletzten und Toten in Kiew an diesem Tag variieren je nach Quelle.

Das Wichtigste

  • 8. September: Russische Drohne trifft das Gebäude von „My — Ukraina" und „My — Ukraina+" im Kiewer Stadtteil Solomjanskyj.
  • Zum Zeitpunkt des Einschlags übertrug „My — Ukraina" live den nationalen Telethon „Jedyni Nowyny".
  • Präsident Selenskyj sprach von anfangs fünf Verletzten; der Generalproduzent des Senders, Jurij Suhak, sprach von sechs verletzten Mitarbeitern.
  • Fünf der Verletzten wurden nach Angaben der Pressestelle des Senders ins Krankenhaus eingeliefert.
  • Mediengruppenleiter Ihor Petrenko kündigte die Umstellung des Teams auf Remote-Arbeit an.
  • Der Angriff folgte auf eine massive nächtliche russische Attacke auf Kiew mit Raketen und 166 Drohnen.
  • Selenskyj nannte den Angriff „eine neue Seite russischer Degeneration" und forderte eine internationale Reaktion.
  • Das „My — Ukraina"-Büro war bereits beim russischen Großangriff auf Kiew in der Nacht zum 20. August beschädigt worden.

Warum es wichtig ist

Der Einschlag einer russischen Drohne in ein aktives TV-Nachrichtenstudio während einer laufenden nationalen Live-Übertragung ist eine ungewöhnliche und symbolträchtige Zielerfassung von Medieninfrastruktur. Präsident Selenskyj nutzte den Vorfall, um ihn international als „neue Seite russischer Degeneration" zu rahmen und eine Reaktion Europas und der Welt einzufordern. Da das „My — Ukraina"-Büro bereits am 20. August bei einem früheren russischen Großangriff beschädigt worden war, handelt es sich um eine erneute Attacke auf ein bekanntes Medienziel.

Was geschehen ist

Am 8. September traf eine russische Angriffsdrohne tagsüber das Gebäude der Fernsehsender „My — Ukraina" und „My — Ukraina+" in Kiew. Zum Zeitpunkt des Einschlags übertrug „My — Ukraina" live den nationalen Telethon „Jedyni Nowyny". Der Hauptschaden traf das Nachrichtenstudio und die Redaktionsräume; das Gebäude wurde teilweise zerstört. Präsident Wolodymyr Selenskyj meldete den Angriff über Telegram, sprach von einer Drohne vom Typ „Schahed" und nannte den Vorfall „eine neue Seite russischer Degeneration". Ersten Angaben zufolge wurden fünf Menschen verletzt; der Generalproduzent des Senders, Jurij Suhak, sprach später von sechs verletzten Mitarbeitern mit leichten Verletzungen, von denen fünf ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Rettungskräfte des Staatlichen Notdienstes (SES) löschten den Brand und evakuierten zwei Menschen aus den oberen Etagen des Gebäudes, das laut SES als Geschäftszentrum im Stadtteil Solomjanskyj identifiziert wurde. Ihor Petrenko, Leiter der Mediengruppe „My — Ukraina", kündigte die Umstellung des Teams auf Remote-Arbeit und mögliche Änderungen im Sendeplan an. Der Tagesangriff folgte auf einen massiven russischen Nachtangriff auf Kiew mit Oniks-, Iskander-M-, S-400-, KN-23- und Ch-101-Raketen sowie 166 Drohnen, bei dem nach Behördenangaben insgesamt zwischen 10 und 19 Menschen verletzt und bis zu drei getötet wurden.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Angaben zur Zahl der Verletzten am „My — Ukraina"/„My — Ukraina+"-Gebäude gehen auseinander: Präsident Selenskyj sprach zunächst von fünf Verletzten, der Generalproduzent Jurij Suhak hingegen von sechs verletzten Mitarbeitern. Auch die stadtweiten Opferzahlen des 8. September in Kiew divergieren je nach Quelle und Zeitpunkt: eine Quelle nannte 16 Verletzte und 2 Tote, eine andere 10 Verletzte, und eine spätere Aktualisierung sprach von 19 Verletzten und 3 Toten laut Bürgermeister Vitalij Klitschko und der Kiewer Stadtverwaltung. Zudem variieren die Angaben dazu, welche Kiewer Stadtteile vom nächtlichen Beschuss mit Trümmern und Bränden betroffen waren.

Hintergrund

Die Tagesattacke auf den Sender „My — Ukraina" am 8. September folgte auf einen massiven russischen Nachtangriff auf Kiew, bei dem Oniks-, Iskander-M-, S-400-, KN-23- und Ch-101-Raketen sowie 166 Drohnen verschiedener Typen eingesetzt wurden. Einschläge wurden an 29 Orten registriert, Trümmer abgeschossener Ziele an weiteren 9 Orten. Nach offiziellen Angaben schoss die ukrainische Luftabwehr 33 Raketen und 142 Drohnen ab. Die Stadtverwaltung meldete verstreute Schäden in bis zu fünf Kiewer Stadtteilen; nach einer Quelle wurde zudem ein Mensch in Bila Zerkwa verletzt. Bereits in der Nacht zum 20. August war das Büro von „My — Ukraina" bei einem früheren russischen Großangriff auf Kiew beschädigt worden — Fenster wurden herausgedrückt, die Redaktion erheblich beschädigt und Teile der Korridor-Decke durch die Druckwelle abgerissen.