Ukraine: 1.688 Zivilisten seit Beginn der Vollinvasion durch russische Minen und Explosivstoffe geschädigt
Nach ukrainischen Angaben sind seit dem Beginn der russischen Vollinvasion 1.688 Zivilisten durch Minen und explosive Kriegsrückstände geschädigt worden, darunter 173 Kinder. Landwirte stellen mit 296 Betroffenen die größte Gruppe. Die Daten werden vom Hauptdirektorat für Minenräumung erfasst und für internationale Koordination sowie Strafverfahren gegen Russland genutzt.
Das Wichtigste
- 1.688 Zivilisten seit Beginn der Vollinvasion durch Minen und explosive Kriegsrückstände geschädigt (Stand: 1. September 2026)
- 173 Kinder und 1.515 Erwachsene unter den Geschädigten
- 296 Landwirte – die größte betroffene Berufsgruppe
- Daten werden vom Hauptdirektorat für Minenräumung, Zivilschutz und Umweltsicherheit nach Protokoll II und V der CCW-Konvention systematisch erfasst
- Datenbank und interaktive Karte unterstützen Behörden und humanitäre Organisationen bei Warnung und Hilfe für Betroffene
- Ukrainische Strafverfolgungsbehörden eröffnen zu jeder Detonation unter Zivilisten ein Verfahren wegen Verletzung der Kriegsregeln durch Russland
- An der Grenze des Gebiets Sumy starben ein Mann und eine Frau durch die Detonation von Sprengkörpern, eine weitere Frau wurde verletzt
Warum es wichtig ist
Die Zahlen machen das anhaltende Ausmaß der zivilen Opfer durch russische Minen und explosive Kriegsrückstände in der Ukraine seit Beginn der Vollinvasion greifbar. Sie zeigen, dass Kinder einen erheblichen Anteil ausmachen und dass die Landwirtschaft die am stärksten betroffene Berufsgruppe ist – mit direkten Folgen für die Ernährungssicherheit. Zugleich dokumentiert die Ukraine die Fälle sowohl für die internationale Minenräumung als auch für Strafverfahren gegen Russland wegen Verletzung des humanitären Völkerrechts.
Was geschehen ist
Laut dem Hauptdirektorat für Minenräumung, Zivilschutz und Umweltsicherheit wurden seit Beginn der russischen Vollinvasion bis zum 1. September 2026 insgesamt 1.688 Zivilisten durch Minen und explosive Kriegsrückstände geschädigt. Darunter sind 173 Kinder und 1.515 Erwachsene. Die größte Gruppe der Betroffenen stellen mit 296 Personen Landwirte. Die Daten werden systematisch im Rahmen der Protokolle II und V der Konvention über bestimmte konventionelle Waffen (CCW) erhoben. Eine Datenbank und eine interaktive Karte unterstützen staatliche und humanitäre Organisationen dabei, die Bevölkerung in gefährdeten Gebieten zu warnen und Opfern von Minenexplosionen zu helfen. Ukrainische Strafverfolgungsbehörden eröffnen wegen jedes zivilen Detonationsvorfalls ein Strafverfahren wegen Verletzung der Regeln und Gebräuche des Krieges durch Russland. Als aktuelles Beispiel wurde ein tödlicher Vorfall im Grenzgebiet des Gebiets Sumy gemeldet, bei dem ein Mann und eine Frau durch die Detonation von Sprengkörpern starben und eine weitere Frau verletzt wurde.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Beide herangezogenen ukrainischsprachigen Quellen ordnen die Opfer klar als Folge des russischen Mineneinsatzes seit Beginn der Vollinvasion ein. Sie betonen die institutionelle Reaktion der Ukraine: die systematische Datenerfassung nach internationalen Protokollen, den Betrieb einer Datenbank und interaktiven Karte sowie die Eröffnung von Strafverfahren gegen Russland wegen jedes zivilen Detonationsvorfalls. Ein Artikel hebt zudem einen aktuellen tödlichen Vorfall im Grenzgebiet des Gebiets Sumy als Beispiel für die anhaltende Gefahr hervor.
Hintergrund
Die Erfassung der Daten erfolgt nach Protokoll II und Protokoll V der Konvention über bestimmte konventionelle Waffen. Eine Datenbank und eine interaktive Karte werden von ukrainischen Behörden und humanitären Organisationen genutzt, um die Bevölkerung in gefährdeten Gebieten zu warnen und Opfern zu helfen. Am 28. August hatte das Hauptdirektorat für Minenräumung bei einem Treffen der Internationalen Technischen Gruppe betont, dass die ukrainischen Erfahrungen bei der Aufklärung der Zivilbevölkerung unter den Bedingungen der russischen Vollinvasion in globale Initiativen zur Minimierung menschlichen Leids einbezogen werden müssten.