Russischer Drohnenangriff auf Personenzug Dnipro–Saporischschja: eine Bahnbegleiterin getötet
Am 8. September 2026 haben russische Streitkräfte den Regionalzug auf der Strecke Dnipro–Saporischschja mit Kampfdrohnen angegriffen, nachdem der Zug zuvor gestoppt und die Fahrgäste evakuiert worden waren. Eine Bahnbegleiterin, die trotz der laufenden Evakuierung und erhöhter Gefahrenstufe in den Zug zurückgekehrt war, wurde getötet. Am selben Morgen war bereits der Personenzug Kyjiw–Sumy nahe Sumy mit zwei Drohnen angegriffen worden.
Das Wichtigste
- 8. September: Russische Drohnen treffen den Regionalzug Dnipro–Saporischschja.
- Zug wurde nach Bedrohungserkennung gestoppt, Fahrgäste in mobilen Schutzraum in der Nähe evakuiert – keine Verletzten unter den Fahrgästen.
- Etwa 30 Minuten nach dem ersten Einschlag folgte ein zweiter Treffer, der einen weiteren Waggon in Brand setzte.
- Eine Bahnbegleiterin (providnytsia), die trotz Evakuierung in den Zug zurückgekehrt war, wurde getötet – bestätigt von Ukrzaliznytsia.
- Am selben Morgen trafen zwei Drohnen den Personenzug Kyjiw–Sumy vor Sumy; keine Verletzten nach rechtzeitiger Evakuierung.
- Ukrzaliznytsia-Chef Oleksandr Pertsovsky sprach von einem Kriegsverbrechen und rief zu internationalem Druck auf.
- Ersatzbusse für die Fahrgäste wurden gemeinsam mit den Militärverwaltungen der Oblaste Dnipropetrowsk und Saporischschja organisiert.
Warum es wichtig ist
Der Angriff auf den bereits evakuierten Personenzug mit einer getöteten Bahnbegleiterin verdeutlicht die gezielte Strategie gegen zivile Schieneninfrastruktur in der Ukraine. Dass am selben Tag mit dem Zug Kyjiw–Sumy ein zweiter Personenzug getroffen wurde, unterstreicht ein Muster solcher Angriffe. Die Rettungsarbeiten wurden durch wiederholte Einschläge behindert, sodass Feuerwehrleute ihre Arbeit unterbrechen mussten.
Was geschehen ist
Am 8. September 2026 schlugen russische Kampfdrohnen den Regionalzug auf der Strecke Dnipro–Saporischschja. Der Zug war zuvor nach einer Bedrohungserkennung gestoppt worden; die Fahrgäste wurden in einen nahegelegenen mobilen Schutzraum evakuiert und blieben unverletzt. Etwa 30 Minuten nach dem ersten Treffer folgte ein zweiter, der einen weiteren Waggon in Brand setzte. Die Feuerwehr löschte den Brand, musste die Löscharbeiten aber wegen anhaltender Bedrohung durch weitere Angriffe unterbrechen. Nach dem Einschlag brach der Kontakt zu einer der Bahnbegleiterinnen ab. Laut vorliegenden Zeugenaussagen war die Vermisste trotz der laufenden Evakuierung und erhöhter Gefahrenstufe in den Zug zurückgekehrt. Ulzaliznytsia bestätigte später ihren Tod. Der Chef von Ulzaliznytsia, Oleksandr Pertsovsky, meldete den Vorfall über Facebook, bezeichnete die gezielten Angriffe auf Personenzüge als Kriegsverbrechen und rief zu internationalem Druck auf. Er appellierte zudem, Evakuierungsbefehle nicht zu ignorieren. Zur Beförderung der betroffenen Fahrgäste wurden gemeinsam mit den Oblast-Militärverwaltungen Dnipropetrowsk und Saporischschja Busse organisiert. Am Morgen des 8. September hatten russische Streitkräfte bereits den Personenzug Kyjiw–Sumy nahe Sumy mit zwei Drohnen getroffen; auch dort wurde der Zug nach Luftalarm rechtzeitig gestoppt und Fahrgäste sowie Personal evakuiert, ohne dass es Verletzte gab.
Wo die Berichte auseinandergehen
In den ukrainischen Quellen wird der Name des Ulzaliznytsia-Chefs unterschiedlich geschrieben: Oleandr Pertsovsky, Oleh Pertsovsky und Oleksandr Pertsovsky(i) tauchen nebeneinander auf (genannt unter anderem bei Інтерфакс-Україна, Громадське радіо, Радіо Свобода, ЛІГА.net LB.ua und Укрінформ).
Hintergrund
Am 8. September 2026 schlugen russische Streitkräfte auch in der Stadt Dnipro zu und verursachten einen Brand, den die Rettungskräfte bis 10:30 lokalisierten. Am selben Morgen hatten sie bereits den Personenzug Kyjiw–Sumy auf der Anfahrt nach Sumy mit zwei Drohnen getroffen, wobei Fahrgäste und Personal nach Luftalarm rechtzeitig evakuiert wurden. Am 5. September hatte die russische Armee einen Personenzug Richtung Cherson im Bereich Tschornobajiwka getroffen, zwei Dieselloks beschädigt, zwei Personen verletzt und die Evakuierung von 21 Fahrgästen sowie des Zugpersonals ausgelöst.