Russischer Generalmajor Anton Grunis in der Ukraine getötet – Kiews Drohnenkräfte melden Erfolg
Der russische Generalmajor Anton Grunis, Kommandeur der 4. Selbstständigen Mot-Schützenbrigade, ist nach Angaben des Kommandeurs der ukrainischen Drohnenkräfte Robert „Madyar" Brovdi am 12. September in der Oblast Donezk getötet worden. Brovdi schrieb den Angriff dem 427. Selbstständigen Bataillon für unbemannte Systeme „Rarog" zu und bezeichnete Grunis als den siebten bestätigten russischen Kommandeur auf Brigade-, Divisions- oder Armeeebene, der von den „Vögeln" der SBS ausgeschaltet wurde. Grunis war unmittelbar zuvor bei Wladimir Putin mit der Behauptung vorstellig geworden, die Stadt Kostjantyniwka sei vollständig eingenommen worden – eine Darstellung, die die ukrainische Seite zurückweist.
Das Wichtigste
- Generalmajor Anton Grunis, Kommandeur der 4. Selbstständigen Mot-Schützenbrigade, wurde Berichten zufolge am 12. September in der Oblast Donezk getötet.
- Der ukrainische Drohnenkräfte-Kommandeur Robert „Madyar" Brovdi schrieb den Angriff dem 427. Selbstständigen Bataillon für unbemannte Systeme „Rarog" zu und veröffentlichte ein Video des Angriffs.
- Laut Brovdi handelt es sich um den siebten bestätigten russischen Kommandeur auf Brigade-, Divisions- oder Armeeebene, der von den Drohnenkräften ausgeschaltet wurde.
- Am 28. August hatte der russische Verteidigungsminister Andrei Beloussow Grunis den Goldenen Stern des Helden Russlands verliehen.
- Grunis hatte Wladimir Putin Berichten zufolge über die angebliche Einnahme von Kostjantyniwka unterrichtet; die ukrainische Generalstabssprecherin und Präsident Selenskyj wiesen diese Darstellung zurück.
- Genaues Datum, Umstände und Ort der Tötung sind weiterhin nicht offiziell bekannt gegeben worden.
- Russische Quellen für den Tod von Grunis sind das Propagandamedium Anna News, der Telegram-Kanal „Bruderschaft der Suworowianer" und das Medium ASTRA.
Warum es wichtig ist
Der Fall unterstreicht die wachsende Fähigkeit der ukrainischen Drohnenkräfte, hochrangige russische Offiziere tief hinter der Front auszuschalten. Grunis' Tod ist unmittelbar mit der russischen Darstellung verknüpft, Kostjantyniwka – eine strategisch wichtige Stadt in der Oblast Donezk – vollständig eingenommen zu haben; die ukrainische Seite widerspricht dieser Darstellung. Insgesamt erhöht der Vorfall die Zahl der russischen hochrangigen Offiziere, die im Verlauf des Krieges getötet wurden, und beleuchtet zugleich die Diskrepanz zwischen offiziellen russischen Erfolgsmeldungen und der militärischen Realität vor Ort.
Was geschehen ist
Robert „Madyar" Brovdi, Kommandeur der ukrainischen Drohnenkräfte, gab am 16. September bekannt, dass der russische Generalmajor Anton Grunis, Kommandeur der 4. Selbstständigen Mot-Schützenbrigade (Militäreinheit 40318), am 12. September in der Oblast Donezk getötet worden sei. Den Angriff schrieb Brovdi dem 427. Selbstständigen Bataillon für unbemannte Systeme „Rarog" – den „Vögeln" der SBS – zu und veröffentlichte Videoaufnahmen des Angriffs. Laut Brovdi handelt es sich bei Grunis um den siebten bestätigten russischen Kommandeur auf Brigade-, Divisions- oder Armeeebene, der von den Drohnenkräften ausgeschaltet wurde. Grunis war kurz zuvor bei Wladimir Putin mit der Behauptung vorstellig geworden, die Stadt Kostjantyniwka sei vollständig eingenommen worden; zudem hatte Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow am 3. Juli die „Befreiung" der Stadt verkündet. Die ukrainische Generalstabssprecherin und Präsident Wolodymyr Selenskyj wiesen diese Darstellung zurück; Karten von DeepState und dem Institute for the Study of War zeigen einen großen Teil der Stadt als sogenannte Grauzone. Die genauen Umstände, das genaue Datum und der Ort der Tötung von Grunis sind nicht offiziell bekannt gegeben worden. Russische Quellen, darunter Anna News, der Telegram-Kanal „Bruderschaft der Suworowianer" und das unabhängige Medium ASTRA, hatten seinen Tod ebenfalls gemeldet.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die meisten ukrainischsprachigen Berichte stellen Grunis als durch die Ukraine „eliminiert" dar und schreiben den Angriff häufig explizit den „Vögeln" der ukrainischen Drohnenkräfte zu; mehrere Artikel veröffentlichten Videoaufnahmen der Operation. Sie betonen den Widerspruch zwischen der russischen Juli-Bekanntgabe der Einnahme von Kostjantyniwka und der ukrainischen Gegendarstellung und nutzen den Tod von Grunis, um die russische Behauptung als falsch zu kennzeichnen. Ukrainische Medien liefern zudem ausführliche Hintergrundinformationen über die Wurzeln der von Grunis kommandierten 4. Mot-Schützenbrigade in den Formationen der sogenannten „LPR", einschließlich der Gruppe „Prizrak", und rahmen ihn so als langjährige Figur des russischen Kriegseinsatzes.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Der einzige internationale Quellartikel (eine aserbaidschanische Agentur, englischsprachig) berichtet neutraler über die Tötung. Er hebt hervor, dass Grunis Wladimir Putin im Juli über die Einnahme von Kostjantyniwka unterrichtet habe und dass die genauen Umstände nicht offengelegt seien, schreibt die Verantwortung jedoch keiner konkreten ukrainischen Einheit zu.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen unterscheiden sich darin, wie sie den Tod von Grunis darstellen: Die meisten Artikel halten lediglich fest, dass er getötet worden sei und genaue Umstände, Datum und Ort nicht offengelegt seien; spätere ukrainische Quellen schreiben die Tötung hingegen auf Grundlage der Angaben Brovdis ausdrücklich dem 427. Selbstständigen Bataillon für unbemannte Systeme „Rarog" der SBS am 12. September in der besetzten Oblast Donezk zu und bezeichnen Grunis als den siebten russischen Kommandeur auf Brigade-, Divisions- oder Armeeebene, der von dieser Einheit ausgeschaltet wurde. Russische und ukrainische Darstellungen widersprechen sich zudem grundlegend hinsichtlich des Status von Kostjantyniwka: Russland behauptet die vollständige Einnahme, während die ukrainische Seite, DeepState-Karten und ISW-Auswertungen sowie die fortgesetzten Kampfberichte der eigenen russischen Verteidigungsbehörde diese Darstellung widerlegen.
Hintergrund
Russische Kräfte versuchen seit Oktober 2025, Kostjantyniwka in der Oblast Donezk einzunehmen. Im Juli 2025 hatten der russische Generalstab und Grunis persönlich Wladimir Putin die angeblich vollständige Besetzung der Stadt gemeldet; die ukrainische Generalstabssprecherin und Präsident Selenskyj wiesen diese Behauptung öffentlich zurück, und die Pressestelle des russischen Verteidigungsministeriums berichtete weiterhin von Kämpfen in der Stadt. Die 4. Selbstständige Mot-Schützenbrigade (Militäreinheit 40318) unter dem Kommando von Grunis war 2014 aus illegalen bewaffneten Formationen der sogenannten „LPR" gebildet worden, darunter die Gruppe „Prizrak", und wurde später in die regulären russischen Streitkräfte eingegliedert – zunächst als Teil des 2. Armeekorps und anschließend der neu aufgestellten 3. Gardekombinierten Armee des Südlichen Militärbezirks Russlands. Grunis hatte zuvor an den Kriegen in Tschetschenien und gegen Georgien teilgenommen, war 2021 in die Reserve versetzt worden und nach Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine in den Dienst zurückgekehrt. Am 28. August hatte der russische Verteidigungsminister Andrei Beloussow Grunis den Goldenen Stern des Helden Russlands für Mut und Heldentum im Dienst verliehen.