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Medwedew bestätigt offiziell Kurs der Einigen Russland auf langen Krieg in der Ukraine

Dmitri Medwedew, Vorsitzender der Partei Einiges Russland und stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats, hat in einem Interview mit der Zeitung Wedomosti die Unterstützung seiner Partei für einen langwierigen Krieg in der Ukraine und eine dauerhafte Militarisierung der russischen Gesellschaft bestätigt. Gleichzeitig wies er die Möglichkeit einer Mobilmachung zurück – während ukrainische und russische Quellen konkrete Vorbereitungen dafür dokumentieren.

Das Wichtigste

  • Medwedew bekräftigte in einem Interview mit Wedomosti (veröffentlicht am 10. September) den Kurs auf einen langen Krieg in der Ukraine.
  • Er forderte, Russland müsse auch nach dem Ende der Kämpfe in ständiger Kriegsbereitschaft bleiben.
  • Die Rüstungsindustrie solle sich nach dem Krieg auf die Lagerung von Waffen zur Abwehr einer von ihm behaupteten NATO-Bedrohung konzentrieren.
  • Medwedew lehnte eine Mobilmachung ab – trotz Berichten über Vorbereitungen des Kremls nach den Dumawahlen im September.
  • ISW-Analysten werten die Stellungnahme als Bestätigung der Kriegs- und Ultranationalismus-Ideologie als inoffizielles Staatsprogramm durch die Partei Einiges Russland.
  • Putin hatte am 22. August Einiges Russland selbst als „Partei des Krieges“ bezeichnet.
  • Zelensky und der ukrainische Geheimdienst berichten über russische Pläne, 2026–2027 rund 300.000 bis 600.000 Menschen zusätzlich einzuziehen.

Warum es wichtig ist

Mit der Erklärung wird die Unterstützung eines langen Krieges von einer inoffiziellen Haltung des Kremls zur offiziellen Plattform der Regierungspartei vor den Dumawahlen im September aufgewertet. Dauerhafte Militarisierung und wirtschaftliche Opfer werden als Dauerzustand der russischen Gesellschaft gerahmt, nicht als reine Kriegsmaßnahme. Die Gegenüberstellung von Medwedews Leugnung einer Mobilmachung und den Berichten über konkrete Vorbereitungen zeigt eine Glaubwürdigkeitslücke in der russischen Kommunikation. Über die Analyse des Institute for the Study of War (ISW) wird die Institutionalisierung einer kriegs- und ultranationalistischen Staatsideologie in Russland bestätigt.

Was geschehen ist

Dmitri Medwedew, Vorsitzender der Regierungspartei Einiges Russland und stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats, hat in einem Interview mit der Zeitung Wedomosti, das am 10. September veröffentlicht wurde, die Parteilinie eines langwierigen Krieges in der Ukraine ausdrücklich bestätigt. Er erklärte, Russland müsse den Krieg fortsetzen, die Gesellschaft langfristig militarisieren und von den Bürgern wachsende wirtschaftliche Opfer verlangen. Zugleich forderte er, die Bereitschaft zum Krieg müsse auch nach dem Ende der Kampfhandlungen aufrechterhalten werden, und kündigte an, die Rüstungsindustrie solle sich nach dem Krieg auf die Bevorratung von Waffen gegen eine von ihm beschriebene NATO-Bedrohung konzentrieren. Medwedew wies die Möglichkeit einer Mobilmachung zurück. Analysten des Institute for the Study of War werteten die Stellungnahme als Versuch Medwedews, die kriegsorientierte Plattform seiner Partei zu zementieren und Einiges Russland als Träger einer informellen Staatsideologie aus Krieg und Ultranationalismus zu positionieren.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Beide Quellartikel stammen aus ukrainischen Medien und stützen sich auf die ISW-Analyse des Wedomosti-Interviews. Sie rahmen Medwedews Aussagen als offizielle Bestätigung des Kurses auf einen langen Krieg durch die Regierungspartei. Die ukrainische Berichterstattung verknüpft Medwedews politische Signale direkt mit den Warnungen Selenskyjs und des ukrainischen Geheimdienstes vor konkreten russischen Mobilmachungsplänen und stellt so politische Rhetorik und militärischen Aufbau in einen unmittelbaren Zusammenhang.

Wo die Berichte auseinandergehen

Medwedew bestritt eine Mobilmachung, während Selenskyj, der ukrainische Geheimdienst und die Moskauer Zeitung The Moscow Times über laufende bzw. geplante Mobilmachungen berichteten – darunter Pläne, in den Jahren 2026–2027 zwischen 300.000 und 600.000 zusätzliche Wehrpflichtige einzuziehen. Daneben beschrieb US-Präsident Trump Putin nach einem Gespräch als jemanden, der „ein Geschäft machen wolle“, während Medwedews Interview und Selenskyjs Einschätzung Russland als entschlossen darstellen, den Krieg fortzusetzen und einen harten Winter gegen die Ukraine auszunutzen – zwei sich widersprechende Lesarten der russischen Absichten.

Hintergrund

Am 22. August hatte Putin Einiges Russland öffentlich als „Partei des Krieges“ bezeichnet, die seine ideologischen Ziele umsetzen solle. Selenskyj und der ukrainische Geheimdienst hatten zuvor unter Berufung auf interne russische Dokumente über Vorbereitungen für eine großangelegte Mobilmachung in den Jahren 2026–2027 berichtet. The Moscow Times dokumentierte in den Wochen vor diesen Erklärungen Beschwerden aus mindestens 17 russischen Regionen über Festnahmen und Zwangsrekrutierungen. Trump sagte kürzlich, Putin „wolle ein Geschäft machen“, während Selenskyj davon ausging, dass Putin auf einen harten Winter setze, um die Ukraine zu schwächen – gegensätzliche Rahmungen der russischen Absichten.