Ukraine bewirbt sich um Mitgliedschaft in der OECD-Kernenergie-Agentur
Die Ukraine hat offiziell einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Kernenergie-Agentur (NEA) der OECD gestellt. Energieminister Denys Schmyhal kündigte den Schritt auf der Ministerkonferenz „Roadmaps to New Nuclear 2026" in Paris an und bezeichnete ihn als Etappe auf dem Weg zur vollständigen OECD-Mitgliedschaft.
Das Wichtigste
- Ankündigung durch Energieminister Denys Schmyhal auf der Konferenz „Roadmaps to New Nuclear 2026" in Paris.
- NEA-Mitgliedschaft wird als Etappe zur vollständigen OECD-Mitgliedschaft der Ukraine beschrieben.
- Ukraine war das erste Land, das seine Reaktoren auf amerikanischen Westinghouse-Brennstoff umstellte, und produziert bereits Komponenten für Westinghouse-Brennelemente für VVER-1000-Reaktoren.
- Langfristige Partnerschaften mit Cameco (Kanada, Uran) und Urenco (Großbritannien, Anreicherung) sichern die Brennstofflieferketten.
- Ziel: mindestens 30 Prozent des Bedarfs der VVER-Flotte und bis zu 100 Prozent der Brennelemente für VVER-1000 im Inland zu fertigen.
- Geplanter Ausbau der Stromübertragungskapazität mit Europa von derzeit 2,4 GW auf 4,5 GW.
- Schmyhal sieht das Land als künftigen Schlüsselexporteur sauberen Stroms nach Europa.
Warum es wichtig ist
Der Schritt vertieft die institutionelle Anbindung der Ukraine an westliche Strukturen und ist ausdrücklich als Etappe zur vollständigen OECD-Mitgliedschaft gemeint. Zugleich unterstreicht er die Strategie, die nukleare Brennstoffversorgung von Russland zu lösen und stärker im eigenen Land und mit westlichen Partnern zu verankern. Die geplante Erhöhung der Übertragungskapazität nach Europa soll die Ukraine als Lieferanten sauberen Stroms positionieren.
Was geschehen ist
Auf der Ministerkonferenz „Roadmaps to New Nuclear 2026" in Paris gab der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal bekannt, dass die Ukraine einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Kernenergie-Agentur (NEA) der OECD stellt. Schmyhal erläuterte, die NEA-Mitgliedschaft solle Teil eines breiteren Wegs zur vollständigen OECD-Mitgliedschaft sein. Er verwies darauf, dass die Ukraine in über vier Jahren großem Krieg einzigartige Erfahrungen in der nuklearen Sicherheit gesammelt habe. Die Ukraine hatte als erstes Land ihre Reaktoren auf amerikanischen Westinghouse-Brennstoff umgestellt und bereits mit der inländischen Produktion von Komponenten für Westinghouse-Brennelemente für VVER-1000-Reaktoren begonnen. Schmyhal kündigte als nächsten strategischen Schritt den Aufbau vollständiger Kapazitäten zur Brennelementefertigung im Land an. Langfristige Partnerschaften mit Cameco (Kanada, Uran) und Urenco (Großbritannien, Anreicherung) sichern die Lieferketten. Ziele sind, mindestens 30 Prozent des Bedarfs der VVER-Flotte und bis zu 100 Prozent der VVER-1000-Brennelemente im Inland zu fertigen. Schmyhal erklärte zudem, die Ukraine solle ein Schlüsselexporteur sauberen Stroms nach Europa werden, unterstützt durch den geplanten Ausbau der grenzüberschreitenden Übertragungskapazität von 2,4 auf 4,5 Gigawatt.
Hintergrund
Die NEA ist eine zwischenstaatliche Einrichtung innerhalb des OECD-Systems. Im April 2022 hatte die NEA ihre Zusammenarbeit mit Russland ausgesetzt. Die Ukraine ist nach eigener Darstellung das erste Land, das seine Reaktoren auf Westinghouse-Brennstoff umgestellt hat, und sichert ihre Brenstoffversorgung über langfristige Partnerschaften mit Cameco (Kanada, Uran) und Urenco (Großbritannien, Anreicherung).