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Ukraine bewirbt sich um Mitgliedschaft in der Kernenergie-Agentur der OECD

Die Ukraine hat offiziell ihre Mitgliedschaft in der Kernenergie-Agentur (NEA) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beantragt. Die Ankündigung erfolgte durch den stellvertretenden Ministerpräsidenten und Energieminister Denys Schmyhal auf der Ministerkonferenz „Roadmaps to New Nuclear 2026" in Paris. Die Ukraine sieht den Schritt als Etappe auf dem Weg zu einer umfassenden OECD-Mitgliedschaft und verknüpft ihn mit Plänen zum Ausbau der heimischen Brennelementefertigung und der Stromexporte nach Europa.

Das Wichtigste

  • Ukraine hat formell die Mitgliedschaft in der OECD-Kernenergie-Agentur (NEA) beantragt.
  • Denys Schmyhal, Erster stellvertretender Ministerpräsident und Energieminister, gab den Antrag am 17. September 2026 in Paris bekannt.
  • Die Konferenz „Roadmaps to New Nuclear 2026" in Paris war der Rahmen der Ankündigung.
  • Der Schritt wird von der Ukraine als Etappe auf dem Weg zur vollständigen OECD-Mitgliedschaft dargestellt.
  • Die NEA hatte im April 2022 ihre Zusammenarbeit mit Russland ausgesetzt.
  • Der OECD-Rat hatte die Ukraine bereits 2022 als potenzielles Mitglied anerkannt; eine erste Beratung des ukrainischen Falls war für den 16. September vorgesehen.

Warum es wichtig ist

Mit dem NEA-Beitritt verfolgt die Ukraine eine doppelte Strategie: institutionell nähert sie sich westlichen Energieforen an und reduziert gleichzeitig die Abhängigkeit von russischer Nukleartechnik, deren internationale Zusammenarbeit seit 2022 ausgesetzt ist. Parallel laufen Pläne zur heimischen Produktion von Brennelementen für Reaktoren vom Typ WWER-1000 und zur Erweiterung der Stromexportkapazitäten Richtung EU – der Antrag ist somit Teil eines umfassenden Programms zur Integration des ukrainischen Energiesektors in den europäischen Markt.

Was geschehen ist

Am 17. September 2026 kündigte der ukrainische Erste stellvertretende Ministerpräsident und Energieminister Denys Schmyhal bei der Ministerkonferenz „Roadmaps to New Nuclear 2026" in Paris die formelle Bewerbung der Ukraine um die Mitgliedschaft in der Kernenergie-Agentur der OECD an. Schmyhal bezeichnete den Beitritt zur NEA als einen der Schritte auf dem Weg zur vollständigen OECD-Mitgliedschaft. Er verwies zudem auf den Start der heimischen Produktion von Komponenten für Westinghouse-Brennelemente für WWER-1000-Reaktoren und auf das Ziel, bis zu 100 % des Bedarfs an Brennelementen für diese Reaktoren im Inland zu fertigen sowie mindestens 30 % des Bedarfs der gesamten ukrainischen WWER-Flotte. Die Versorgungssicherheit werde durch langfristige Partnerschaften mit dem kanadischen Unternehmen Cameco (Uranlieferungen) und dem britischen Unternehmen Urenco (Urananreicherung) gewährleistet. Schmyhal kündigte außerdem an, die Kapazität der Stromverbindungsleitungen mit Europa von derzeit 2,4 GW auf 4,5 GW zu erhöhen, um die Ukraine zu einem wichtigen Exporteur sauberer Elektrizität für die EU zu machen.

Hintergrund

Die Kernenergie-Agentur (NEA) ist eine zwischenstaatliche Einrichtung innerhalb des OECD-Systems, die die Zusammenarbeit zwischen Ländern mit entwickelter Kernenergiewirtschaft für die sichere, umweltfreundliche und wirtschaftlich effiziente friedliche Nutzung der Kerntechnik fördert. Im April 2022 setzte die NEA ihre Zusammenarbeit mit Russland aus. Bereits 2022 hatte der OECD-Rat die Ukraine als potenzielles Mitglied anerkannt und einen vorläufigen Beitrittsdialog eröffnet; am 23. Juni 2026 erneuerte die Ukraine ihre Bitte, die Beitrittsverhandlungen offiziell zu eröffnen. Eine erste Beratung des ukrainischen Falls im OECD-Rat war für den 16. September vorgesehen. Ihor Schowkwa, stellvertretender Leiter des Präsidialamtes, hatte in Paris Gespräche mit OECD-Generalsekretär Mathias Cormann über die ukrainische OECD-Integration geführt.