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BBC-Recherche: Russisches Agentennetzwerk soll Anschläge in Großbritannien koordiniert haben

Eine gemeinsame Untersuchung von BBC und Hope not Hate kommt zu dem Ergebnis, dass ein russisches Agentennetzwerk sowohl die Brandanschläge auf Eigentum des damaligen britischen Premierministers Keir Starmer im Jahr 2025 als auch eine Serie antimuslimischer Vandalismusakte in London koordiniert hat. Ukrainische Staatsbürger seien über Telegram als ausführende Kräfte rekrutiert worden. Im Fall des 21-jährigen Ilya Bilyk, der Graffiti auf Moscheen und islamischen Einrichtungen in Ost-London hinterließ, wird das Urteil am 19. Oktober erwartet.

Das Wichtigste

  • BBC und Hope not Hate identifizierten ein russisches Agentennetzwerk hinter den Starmer-Bränden und antimuslimischem Vandalismus in London.
  • Der 21-jährige Ukrainer Ilya Bilyk bekannte sich in fünf Fällen rassistisch und religiös motivierter Sachbeschädigung schuldig.
  • Im Januar 2025 beschmierte Bilyk Gebäude der Stratford Islamic Association, der Al-Birr-Moschee, der Leyton Jamia Masjid, der Grundschule Noor Ul Islam und des Islamic Sharia Council.
  • Bilyk wurde über Telegram für Geld rekrutiert; sein Auftraggeber kommunizierte auf Russisch und gab Ziele vor.
  • Ein Foto seiner Taten wurde im Telegram-Kanal der Gruppe Direct Action UK veröffentlicht.
  • Im Juni 2025 wurden die Ukrainer Roman Lavrynovych und Stanislav Karpiuk wegen der Brandanschläge auf Starmer-Eigentum verurteilt; Lavrynovych erhielt sieben Jahre Haft.
  • BBC identifiziert den mutmaßlichen Koordinator „EL" als den russischen Diplomaten Yevheniy Liukshin.

Warum es wichtig ist

Der Fall dokumentiert eine mutmaßlich russische Sabotage- und Provokationskampagne auf britischem Boden, die sich gegen einen hochrangigen Politiker und gegen muslimische Gemeinschaften richtete. Er zeigt, wie russische Akteure ukrainische Diaspora-Angehörige über soziale Medien und Messenger-Dienste als günstige ausführende Kräfte für Operationen im Ausland anwarben. Zudem offenbart er, wie eine erfundene rechtsextreme Frontorganisation – Direct Action UK – als Tarnung für russisch gesteuerte Gewaltakte in Großbritannien diente.

Was geschehen ist

Im Januar 2025 brachte der 21-jährige ukrainische Staatsbürger Ilya Bilyk Graffiti auf mehrere islamische Einrichtungen in Ost-London auf, darunter die Stratford Islamic Association, die Al-Birr-Moschee, die Leyton Jamia Masjid, die Grundschule Noor Ul Islam und den Islamic Sharia Council. Er wurde über Telegram angeworben und erhielt Geld für die Taten; sein Auftraggeber kommunizierte auf Russisch und legte die Ziele fest. Ein Foto der Graffiti wurde im Telegram-Kanal der Gruppe Direct Action UK veröffentlicht. Bilyk bekannte sich in fünf Fällen rassistisch und religiös motivierter Sachbeschädigung schuldig; das Urteil wird am 19. Oktober am Magistrates' Court in Stratford erwartet.

Parallel dazu wurden im Juni 2025 die Ukrainer Roman Lavrynovych und Stanislav Karpiuk wegen der Brandanschläge auf Eigentum und ein Fahrzeug des damaligen Premierministers Keir Starmer verurteilt; Lavrynovych erhielt eine siebenjährige Haftstrafe. Auch er war über Telegram rekrutiert worden. Nach Recherchen von BBC und Hope not Hate gehen beide Fälle auf dasselbe russische Agentennetzwerk zurück. BBC identifiziert den als „EL" bekannten Koordinator als den russischen Diplomaten Yevheniy Liukshin.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen sind sich in den Grundzügen einig, unterscheiden sich aber in der Frage, wer Lavrynovych konkret angeworben hat: Die BBC-/Hope-not-Hate-Recherche nennt einen russischen Operateur mit dem Kürzel „EL", während die Financial Times den Rekrutierer mit der prokremlischen Hackergruppe NoName057(16) in Verbindung bringt, die von den USA als „staatlich sanktioniertes Projekt" eingestuft wird.

Hintergrund

Der antimuslimische Vandalismus in Ost-London im Januar 2025 und die Brandanschläge auf mit Starmer verbundenes Eigentum stehen nach den BBC- und Hope-not-Hate-Recherchen im Zusammenhang mit dem russischen Agentennetzwerk um „EL"/Yevheniy Liukshin und der Scheinorganisation Direct Action UK. Lavrynovych wurde laut FT zusätzlich mit der prorussischen Hackergruppe NoName057(16) in Verbindung gebracht. Ein Urteil im Verfahren gegen Bilyk wird am 19. Oktober am Magistrates' Court in Stratford erwartet.