Trump sagt, Putin wolle die NATO nicht angreifen – Leipzig-Drohnenvorfall wird Russland zugeschrieben
US-Präsident Donald Trump erklärte im Weißen Haus, er spreche mit Wladimir Putin und dieser beabsichtige nicht, NATO-Gebiet anzugreifen. Gleichzeitig schwiegen die USA zur Aufklärung von Sprengstoffdrohnen am Flughafen Leipzig, die europäische Sicherheitsbehörden und Deutschland mit Russland in Verbindung bringen.
Das Wichtigste
- Am 4. August wurden am Flughafen Leipzig Drohnen mit Sprengstoff gefunden.
- Eine Drohe befand sich nahe einem ukrainischen Flugzeug, eine weitere an einem NATO-Logistikzentrum.
- Europäische Sicherheitsbehörden und Deutschland schreiben den Vorfall Russland zu und werten ihn als hybride Kriegsführung gegen Unterstützerstaaten der Ukraine.
- Trump erklärte, Putin beabsichtige keinen Angriff auf NATO-Gebiet, und äußerte sich nicht zum Leipziger Drohnenvorfall.
- Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) registrierte seit Jahresbeginn 165 mutmaßliche Sabotagefälle.
- NATO-Generalsekretär Mark Rutte bekundete Unterstützung für Deutschland und billigte dessen Reaktionsmaßnahmen.
- Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius trifft Ende des Monats US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in Washington.
Warum es wichtig ist
Die Episode verdeutlicht eine transatlantische Lücke in der Bewertung desselben Vorfalls: Während europäische Sicherheitsbehörden und Deutschland die Leipziger Drohnen Russland als gezielte hybride Aktion gegen einen NATO-Staat zurechnen, wies Trump dies zurück und stellte stattdessen Putins angebliche Friedensabsichten heraus. Der Vorgang fällt in eine Phase wachsender russischer Drohungen gegen NATO-Staaten, die die Ukraine unterstützen, und in eine Zeit deutlich gesunkener US-Vertrauenswerte bei vier wichtigen NATO-Verbündeten.
Was geschehen ist
Am 4. August wurden am Flughafen Leipzig Drohnen mit Sprengstoff entdeckt. Eine Drohe wurde in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs gefunden, eine weitere an einem NATO-Logistikzentrum. Europäische Sicherheitsbehörden und Deutschland brachten den Vorfall mit Russland in Verbindung und bewerteten ihn als Teil der russischen hybriden Kriegsführung gegen Unterstützerstaaten der Ukraine. US-Präsident Donald Trump erklärte vor Journalisten im Weißen Haus, er spreche mit Wladimir Putin und Putin habe nicht die Absicht, NATO-Gebiet anzugreifen. Auf den Leipziger Vorfall wollte er nicht näher eingehen und erklärte nicht, warum er die These eines gezielten Angriffs auf ein NATO-Land verwarf. NATO-Generalsekretär Mark Rutte bekundete Solidarität mit Deutschland und billigte dessen Reaktionsmaßnahmen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius will Ende des Monats US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in Washington treffen, wobei der Vorfall auf der Tagesordnung stehen dürfte.
Wo die Berichte auseinandergehen
Trump erklärte, Putin beabsichtige keinen Angriff auf die NATO, und äußerte sich nicht zum Leipziger Vorfall, während europäische Sicherheitsbehörden und Deutschland die Drohnen Russland zuschreiben und sie als gezielte hybride Kriegsführung gegen einen NATO-Staat einordnen.
Hintergrund
Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) registrierte seit Jahresbeginn 165 mutmaßliche Sabotagefälle. NATO-Generalsekretär Mark Rutte unterstützte Deutschland und billigte dessen Maßnahmen gegen russische hybride Aktionen. CIA-Direktor Ratcliffe hatte bei einem Besuch in Moskau Russland laut Berichten vor einer Eskalation gegenüber NATO-Verbündeten wie Estland, Lettland und Litauen gewarnt. Eine Politico-Umfrage zeigte einen starken Vertrauensverlust in die USA unter vier zentralen NATO-Verbündeten innerhalb des vergangenen Jahres. Trump hatte wiederholt mit einem Austritt aus der NATO gedroht und das Bündnis wegen dessen Weigerung kritisiert, die USA in einem Krieg mit dem Iran zu unterstützen.