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Ukrainische Behörden decken großes „Konversionszentrum“ mit 23,5 Mrd. Hrywni Umsatz auf

Das ukrainische Büro für wirtschaftliche Sicherheit (BEB) hat unter der Verfahrensleitung der Generalstaatsanwaltschaft ein sogenanntes Konversionszentrum aufgedeckt, das monatlich rund 500 Millionen Hrywni bewegte. Seit 2023 sollen insgesamt etwa 23,5 Milliarden Hrywni durch die Schemata geflossen sein. Im Rahmen der Operation fanden 50 Durchsuchungen in Kyjiw, Charkiw und Odessa statt, sechs Verdächtigen wurde eine Anklage zur Kenntnis gebracht.

Das Wichtigste

  • Monatlicher Umsatz des Konversionszentrums: rund 500 Mio. Hrywni
  • Gesamtvolumen seit 2023: ca. 23,5 Mrd. Hrywni
  • Geschätzte hinterzogene Steuern: rund 3 Mrd. Hrywni
  • 50 Durchsuchungen am 18. September in Kyjiw, Charkiw und Odessa
  • Beschlagnahmung nicht registrierter Bargeldbestände in Millionenhöhe
  • Sechs Verdächtigen wurde formell Anklage zur Kenntnis gebracht
  • Operation in Zusammenarbeit mit Cyberpolizei und je nach Quelle Zoll- bzw. Grenzschutzdienst

Warum es wichtig ist

Der Fall verdeutlicht auf hohhe Verluste für den ukrainischen Staatshaushalt – die geschätzte Steuerhinterziehung von rund 3 Mrd. Hrywni entspricht einem substanziellen Teil des Haushaltsvolumens. Die Struktur der Organisation mit über 30 Beteiligten und der Einsatz von Kryptowährungen zur Verschleierung zeigen, wie professionalisiert Wirtschaftskriminalität in der Ukraine ist. Die zeitnahe öffentliche Bekanntmachung durch die BEB-Leitung signalisiert anhaltenden institutionellen Fokus auf groß angelegte Finanzkriminalität auch während des Krieges.

Was geschehen ist

Das Büro für wirtschaftliche Sicherheit (BEB) hat unter der Verfahrensleitung der Generalstaatsanwaltschaft ein „Konversionszentrum“ aufgedeckt, das nach Schätzungen monatlich etwa 500 Millionen Hrywni bewegte. Seit 2023 sollen rund 23,5 Milliarden Hrywni durch die Schemata geflossen sein; die geschätzte Steuerhinterziehung beläuft sich auf etwa 3 Milliarden Hrywni. Am 18. September führten Ermittler 50 Durchsuchungen an Wohn- und Geschäftsräumen in Kyjiw, Charkiw und Odessa durch und stellten nicht registrierte Bargeldbestände in Millionenhöhe sicher. Sechs Mitgliedern der kriminellen Vereinigung wurde Anklage wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation, unerlaubter Handlungen mit Überweisungsdokumenten, Fälschung von Dokumenten zur staatlichen Registrierung juristischer Personen und Einzelunternehmer sowie Geldwäsche zur Kenntnis gebracht. Die Vorerhebungen dauern an; Einzelheiten sollten laut BEB-Direktor Oleksander Zypivinskyj am Montag, dem 21. September, veröffentlicht werden.

Wo die Berichte auseinandergehen

Bei der Bezeichnung des beteiligten Partnerdienstes gehen die Quellen auseinander: Teils ist von der Staatlichen Zollverwaltung (Держмитслужба), teils vom Staatlichen Grenzschutzdienst (Держприкордонслужба) die Rede. An der grundsätzlichen Einordnung der Operation als gemeinsames Vorgehen von BEB, Generalstaatsanwaltschaft und Cyberpolizei ändert dies nichts.

Hintergrund

In der ukrainischen Strafverfolgungspraxis bezeichnet „Konversionszentrum“ ein Netzwerk, das bargeldslose Mittel in nicht nachvollziehbares Bargeld umwandelt, typischerweise zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Das BEB hatte zuvor bereits ein anderes Konversionszentrum mit einem Umsatz von bis zu 18 Mrd. Hrywni aufgedeckt, das Hunderte Unternehmen in der gesamten Ukraine bediente und Verbindungen zu internationalen Finanzkanälen aufwies. Das aktuelle Schema soll von August 2023 bis September 2026 aktiv gewesen sein und dabei Tether-(USDT)-Krypto-Wallets, Online- und Offline-Wechselstuben, VPN-Dienste, ausländische SIM-Karten sowie mehr als 30 geschlossene Telegram-Gruppen zur Koordination eingesetzt haben. Die Beteiligten erhielten Provisionen von 1,5 % bis 3,5 % pro Konversion.