Bloomberg: Russland könnte ballistische Raketen für Winterangriffe auf die Ukraine zurückhalten
Bloomberg berichtet am 21. September, dass Russland seit August ballistische Raketen deutlich seltener gegen die Ukraine einsetzt und stattdessen auf Drohnen zurückgreift. Die Zeitung wertet dies als Hinweis darauf, dass Russland Raketen für Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Winter horten könnte. Gleichzeitig warnt die Ukraine vor einem Mangel an Patriot-Abfangraketen.
Das Wichtigste
- Bloomberg berichtete am 21. September, dass Russland seit August deutlich weniger ballistische Raketen gegen die Ukraine einsetzt.
- Stattdessen greift Russland vermehrt mit Drohnen vom Typ Jet an.
- Laut Bloomberg könnte die Reduzierung darauf hindeuten, dass Russland Raketen für Angriffe auf die Energie- und Heizinfrastruktur im Winter hortet.
- Ballistische Raketen haben in der Vergangenheit zu den schwersten Schäden an ukrainischen Energieanlagen geführt.
- Ein Mangel an Interzeptoren für Patriot-Luftabwehrsysteme bleibt eines der Hauptrisiken vor dem Winter.
- UNDP-Chef Alexander De Croo warnte am 12. September vor dem härtesten Winter seit Beginn der großangelegten Invasion.
- Der ukrainische Premierminister Serhij Korezkyj erklärte am 12. September, die Ukraine sei besser vorbereitet als im Vorjahr, könne aber nicht alle Anlagen vollständig schützen.
Warum es wichtig ist
Die mögliche Vorbereitung einer neuen Angriffswelle auf die Energieinfrastruktur in der Heizperiode hätte unmittelbare Folgen für Millionen Ukrainer. Da ballistische Raketen in der Vergangenheit die schwersten Schäden an Energieanlagen verursacht haben und gleichzeitig ein Mangel an Patriot-Interzeptoren besteht, sind die Verteidigungskapazitäten der Ukraine gegen diese spezifische Bedrohung begrenzt. Internationale und ukrainische Vertreter haben die Lage vor dem Winter öffentlich als kritisch eingeschätzt.
Was geschehen ist
Bloomberg veröffentlichte am 21. September die Einschätzung, dass Russland seit August ballistische Raketen deutlich seltener gegen die Ukraine einsetzt und verstärkt auf Jet-Drohnen zurückgreift. Die Reduzierung könnte laut Bloomberg darauf hindeuten, dass Russland Raketen für Winterangriffe auf die Energie- und Heizinfrastruktur der Ukraine hortet. Hintergrund ist, dass ballistische Raketen in der Vergangenheit zu den schwersten Schäden an ukrainischen Energieanlagen geführt haben und Patriot-Interzeptoren – die spezifisch gegen ballistische Raketen benötigt werden – in der Ukraine knapp sind. Der Winter in der Ukraine beginnt üblicherweise Ende Oktober oder Anfang November, womit der Zeitdruck für die Vorbereitung steigt.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die drei ukrainischen Quellen – Nowynar, Interfax-Ukraine und NV – geben Bloombersgs Einschätzung übereinstimmend wieder und betonen das Risiko von Winterangriffen auf den Energiesektor. Sie verbinden diese Berichte mit offiziellen ukrainischen Stellungnahmen, darunter der Aussage von Premierminister Serhij Korezkyj, die Ukraine sei besser vorbereitet als im Vorjahr, ein vollständiger Schutz aller Anlagen aber unmöglich. Besonders hervorgehoben wird der Mangel an Patriot-Interzeptoren als konkrete Schwachstelle.
Hintergrund
Kaltes Wetter setzt in der Ukraine üblicherweise Ende Oktober oder Anfang November ein, was die Bedeutung möglicher Energieangriffe erhöht. UNDP-Chef Alexander De Croo sagte am 12. September, die Ukraine stehe vor dem härtesten Winter seit Beginn der großangelegten Invasion und warnte vor einer humanitären Katastrophe bei verstärkten Angriffen auf die Energieinfrastruktur. Premierminister Serhij Korezkyj erklärte am selben Tag, die Ukraine sei besser vorbereitet als im vergangenen Winter, könne aber nicht alle Anlagen vollständig schützen. Am 5. August überprüfte der ukrainische Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat die Umsetzung regionaler Resilienzpläne und genehmigte den Plan für Kyjiw. Patriot-Interzeptoren werden speziell zur Abwehr ballistischer Raketen benötigt.