Generalstab meldet 163 Gefechte seit Tagesbeginn – Schwerpunkt bei Kostjantyniwka und Pokrovsk
Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hat in seinem Abendbericht vom 4. Oktober 2026 163 Kampfhandlungen seit Tagesbeginn gemeldet. Die heftigsten Kämpfe fanden auf den Richtungen Kostjantyniwka und Pokrovsk statt. Gleichzeitig lief die ukrainische Gegenoffensive „Vivaldi" im Raum Lyman weiter.
Das Wichtigste
- 163 Kampfhandlungen seit Tagesbeginn laut Abendbericht des Generalstabs vom 04.10.2026
- Größte Feindaktivität auf den Achsen Kostjantyniwka und Pokrovsk
- Feind setzte 1 Raketenangriff, 54 Luftangriffe, 158 Gleitbomben, 5.226 Kamikaze-Drohnen und 1.641 Beschüsse ein
- Auf der Kostjantyniwka-Richtung 22 feindliche Angriffe abgewehrt, auf der Pokrovsk-Richtung 21 Angriffe abgewehrt
- Vorläufige Bilanz Pokrovsk: 71 feindliche Soldaten getötet, 26 verwundet, 292 Drohnen zerstört oder unterdrückt
- Operation „Vivaldi" im Raum Lyman dauert an; Kommandeur des 3. Armeekorps Andrij Biletsky meldete 176 km² zurückgewonnenes Gebiet seit Beginn der Offensive
Warum es wichtig ist
Der Bericht liefert einen täglichen operativen Überblick über Umfang und geografische Verteilung der Kampfhandlungen an der Front. Er benennt die Richtungen Kostjantyniwka und Pokrovsk als derzeitige Schwerpunkte der russischen Offensive und dokumentiert zugleich die andauernde ukrainische Gegenoffensive „Vivaldi" im Raum Lyman mit konkreten Geländegewinnen, die der Kommandeur des 3. Armeekorps meldete. Für die Pokrovsk-Richtung werden vorläufige Angaben zu russischen Personalverlusten und zerstörter oder beschädigter Ausrüstung genannt.
Was geschehen ist
Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte veröffentlichte am 4. Oktober 2026 um 22:00 Uhr seinen operativen Abendbericht über Facebook. Demnach wurden seit Tagesbeginn 163 Kampfhandlungen an der Front registriert. Die feindlichen Streitkräfte waren dem Bericht zufolge am stärksten auf den Richtungen Kostjantyniwka und Pokrovsk aktiv. Insgesamt führte der Feind im Tagesverlauf einen Raketenangriff, 54 Luftangriffe mit 158 Gleitbomben sowie 5.226 Kamikaze-Drohnenangriffe aus; zudem gab es 1.641 Beschüsse bewohnter Gebiete und ukrainischer Stellungen.
Auf der Richtung Kostjantyniwka wehrten ukrainische Kräfte 22 feindliche Angriffe in den Gebieten Kostjantyniwka, Nowoseliwka sowie in Richtung Osikowe, Mykolajipillja, Rajske und Torske ab. Auf der Richtung Pokrovsk schlugen die Verteidiger 21 Angriffe zurück; der Feind versuchte, in den Gebieten Bilyzke, Switla, Wassyliwka, Molodezke sowie in Richtung Hanniwka, Dobropillja und Serhijiwka vorzurücken. Nach vorläufigen Angaben wurden auf dieser Richtung 71 Besatzer getötet und 26 verwundet. An Ausrüstung wurden unter anderem 7 Fahrzeuge, ein Mehrfachraketenwerfer, 7 Spezialfahrzeuge, ein Drohnensteuerungspunkt, zwei Treibstofflager und 27 feindliche Unterstände zerstört. 292 unbemannte Luftfahrzeuge verschiedener Typen wurden zerstört oder unterdrückt.
Auf der Richtung Lyman wurden sechs Angriffsversuche nahe Derylowe, Drobyșeve, Saritschne und Lyman abgewehrt, ein weiteres Gefecht dauerte an. Auf den Achsen Kupjansk, Slowjansk, Kramatorsk und Oleksandriwka wurden ebenfalls einzelne Angriffe abgewehrt; auf den Richtungen Huljajpole und Orikhiw waren es zwei Angriffe, auf der Prydniprowska-Richtung führte der Feind keine Offensivhandlungen durch.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung stützt sich durchgängig auf den operativen Bericht des Generalstabs und stellt die abgewehrten Angriffe sowie die Verluste und die Zerstörung von Ausrüstung auf der Pokrovsk-Richtung in den Mittelpunkt. Die Angaben zu Verlusten und Material werden ausdrücklich als vorläufige Zahlen des Generalstabs gekennzeichnet. Darüber hinaus heben ukrainische Medien die andauernde Gegenoffensive „Vivaldi" im Raum Lyman hervor, bei der laut dem Kommandeur des 3. Armeekorps, Andrij Biletsky, seit Beginn der Angriffsoperationen 176 Quadratkilometer ukrainisches Territorium zurückgewonnen wurden. Die ukrainische Rahmung betont operative Erfolge und die anhaltende Intensität der Kämpfe.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen weichen bei den täglichen Gefechtszahlen voneinander ab: Die meisten Artikel sowie der Abendbericht des Generalstabs nennen 163 Kampfhandlungen seit Tagesbeginn. Ein einzelner früherer Artikel berichtet hingegen von 204 Kampfhandlungen und 1.900 russischen Verlusten am Vortag.
Hintergrund
Die Operation „Vivaldi" ist eine ukrainische Gegenoffensive östlich und nordöstlich der Stadt Lyman in der Oblast Donezk. Kommandeur des 3. Armeekorps Andrij Biletsky bestätigte die Operation am 15. September 2026 öffentlich. Am 28. September meldete Biletsky die Befreiung der Orte Nove, Ridkodub und Kateryniwka im Rahmen der dritten Phase der Operation. Das Institute for the Study of War (ISW) stellte am 16. September fest, dass „Vivaldi" ein operativ bedeutsames Ziel erreichte, indem russische Versuche einer breiten Umfassung des ukrainischen „Festungsgürtels" vereitelt wurden. Laut ISW verlangsamte sich das Tempo des russischen Vormarschs im März 2026 deutlich und ist seitdem „niedrig"; zwischen März und September 2026 habe Russland demnach die Kontrolle über knapp 300 Quadratkilometer zuvor eingenommenen ukrainischen Territoriums verloren.