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Dritte Armeekorps meldet Abschluss der vierten Phase der Operation „Vivaldi"

Das Dritte Armeekorps der Ukraine hat am 14. Oktober den Abschluss der vierten Phase der Offensive „Vivaldi" auf der Lyman-Achse in der Oblast Donezk bekannt gegeben. Dabei wurden nach Angaben von Brigadegeneral Andrij Biletskyj die Dörfer Selena Dolyna, Lypowe und Kolodjasi befreit und 101 Quadratkilometer Territorium unter ukrainische Kontrolle gebracht. Über alle vier Phasen der Offensive seien 16 Siedlungen und 277 Quadratkilometer zurückgewonnen worden.

Das Wichtigste

  • Abschluss der vierten Phase der Operation „Vivaldi" auf der Lyman-Achse in der Oblast Donezk vermeldet
  • Befreit wurden die Dörfer Selena Dolyna, Lypowe und Kolodjasi
  • 101 km² Territorium wurden in dieser Phase unter ukrainische Kontrolle gebracht
  • Über alle vier Phasen insgesamt 16 Siedlungen und 277 km² zurückgewonnen
  • Russische Verluste: rund 3.000 Soldaten in dieser Phase, laut Biletskyj etwa 8.000 über die gesamte Operation
  • Bekanntgabe durch Kommandeur des Dritten Armeekorps, Brigadegeneral Andrij Biletskyj, am Mittwoch, 14. Oktober

Warum es wichtig ist

Mit dem Abschluss der vierten Phase erweitert die Ukraine nach offizieller Darstellung ihren kontrollierten Abschnitt in der Oblast Donezk um 101 km² und drei weitere Siedlungen. Über die gesamte Operation „Vivaldi" beziffern die ukrainischen Angaben die zurückgewonnene Fläche auf 277 km² und 16 Siedlungen. Biletskyj wertet die Offensive als Beleg dafür, dass ein entschlossener, schneller Vorstoß mit asymmetrischem Vorgehen auch gegen zahlenmäßig überlegene russische Kräfte Erfolg haben kann. Er macht zudem die Sicherung der Agglomeration Slowjansk-Kramatorsk, den Erhalt der Fernstraße Charkiw–Slowjansk und die Schwächung des russischen Drucks auf Kupjansk-Wuslowyj als direkte Wirkungen der Operation fest.

Was geschehen ist

Das Dritte Armeekorps der Ukraine gab am Mittwoch, 14. Oktober, den Abschluss der vierten Phase der Operation „Vivaldi" auf der Lyman-Achse in der Oblast Donezk bekannt. Kommandeur Brigadegeneral Andrij Biletskyj erklärte, die ukrainischen Kräfte hätten in dem Abschnitt die Dörfer Selena Dolyna, Lypowe und Kolodjasi befreit und 101 Quadratkilometer Territorium unter ihre Kontrolle gebracht. Die russischen Verluste bezifferte er für diese Phase auf rund 3.000 Soldaten und für die gesamte Operation auf etwa 8.000. Über alle vier Phasen der „Vivaldi"-Offensive seien nach diesen Angaben 16 Siedlungen und 277 Quadratkilometer unter volle ukrainische Kontrolle zurückgekehrt. Biletskyj schilderte den Verlauf so, dass die Operation mit der Beseitigung russischer Infiltration begonnen und sich dann zu einer großangelegten Offensive ausgeweitet habe; Geschwindigkeit und asymmetrisches Vorgehen seien die entscheidenden Erfolgsfaktoren gewesen. Nach seiner Darstellung verhinderte die ukrainische Seite ein flankierendes Umfassen der Agglomeration Slowjansk-Kramatorsk, schirmte die Fernstraße Charkiw–Slowjansk ab und durchbrach den Angriff der russischen Gruppierung „West" (Sapad), was zur Schwächung des Drucks auf Kupjansk-Wuslowyj geführt habe.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle vorliegenden Quellen sind ukrainisch. Sie geben die vom Dritten Armeekorps genannten Zahlen — 101 km² und drei befreite Dörfer in der vierten Phase, 277 km² und 16 Siedlungen über die gesamte Operation — im Wesentlichen unkommentiert wieder und rahmen den Vorstoß als klaren ukrainischen Erfolg. Einige Beiträge ergänzen dies mit operativen Kontextangaben, etwa der Störung der russischen „West"-Gruppierung und dem Schutz der Fernstraße Charkiw–Slowjansk. Vereinzelt verweist sie auf die unabhängige Analyse von DeepState, die für den Lyman-Abschnitt eine kleinere Fläche von 88,17 km² ausweist und damit neben die offizielle Zahl tritt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen weichen in zwei Punkten voneinander ab. Erstens differiert die ausgewiesene Fläche des in der vierten Phase zurückgewonnenen Gebiets: Das Dritte Armeekorps spricht von 101 km², das Analyseprojekt DeepState hingegen von 88,17 km² für den Lyman-Abschnitt. Zweitens wird die Gesamtzahl der über alle vier Phasen zurückgewonnenen Siedlungen unterschiedlich granular angegeben: Eine Quelle unterteilt 16 Siedlungen in 9 de-okkupierte und 7 unter volle Kontrolle gebrachte, während die übrigen schlicht von 16 unter voller Kontrolle befindlichen Siedlungen sprechen.

Hintergrund

Die Operation „Vivaldi" wurde am 15. September öffentlich benannt, als das Dritte Armeekorps erstmals die ukrainischen Offensiveigen in diesem Gebiet bestätigte; damals wurden 75 km² „Clearing" und 10 km² Deokkupation offiziell angegeben. In den ersten drei Phasen wurden unter anderem Nowoseljówka, Oleksandriwka, Jarowa, Korowyj Jar, Serednje, Drobysewe, Derylowe, Schandryholowe, Nowe, Ridkodub, Kateryniwka, Karpiwka und Nowomychajliwka als deokkupiert oder unter ukrainische Kontrolle zurückgekehrt gemeldet. Am 3. Oktober erklärte Selenskyj in einem Interview mit Reuters, im Rahmen von „Vivaldi" seien 125–140 km² befreit worden und die russischen Verluste hätten in den vorhergehenden zwei bis drei Monaten deutlich zugenommen. Das Analyseprojekt DeepState verfolgt die Flächengewinne im Lyman-Gebiet seitdem unabhängig.