Ukrainische Truppen befreien drei Dörfer im Rahmen der Operation „Vivaldi" im Norden der Oblast Donezk
Im Verlauf der seit Jahresbeginn laufenden ukrainischen Offensive „Vivaldi" auf der Lyman-Achse im Norden der Oblast Donezk haben ukrainische Einheiten nach Angaben des 3. Armeekorps und unabhängiger Analysten die Dörfer Schandryholowe, Derylowe und Drobyschewe befreit. Kommandeur Brigadegeneral Andrij Bilezky beziffert die in beiden Abschnitten „gesäuberte" Fläche auf rund 125 Quadratkilometer (davon 50 Quadratkilometer deokkupiert) und die russischen Gesamtverluste auf über 3.000 Mann; das Korps gibt zudem an, als erster Verband weltweit Bodenrobototer einzusetzen.
Das Wichtigste
- Die ukrainischen Verteidigungskräfte haben die Dörfer Schandryholowe, Derylowe und Drobyschewe im Norden der Oblast Donezk im Rahmen der Operation „Vivaldi" befreit.
- Die Operation läuft nach Angaben der Beteiligten seit dem Jahresbeginn auf der Lyman-Achse in der Oblast Donezk.
- Im ersten und zweiten Abschnitt der Operation wurden rund 125 Quadratkilometer Territorium „gesäubert", davon 50 Quadratkilometer deokkupiert.
- Die Gesamverluste der russischen Seite (getötet, verwundet, gefangen genommen) in beiden Abschnitten übersteigen 3.000 Soldaten; im zweiten Abschnitt wurden mehr als 800 russische Militärangehörige ausgeschaltet.
- Das 3. Armeekorps unter Brigadegeneral Andrij Bilezky schwächt nach eigenen Angaben das Offensivpotenzial dreier russischer Armeen: der 1. Panzerarmee sowie der 20. und 25. Armee.
- Das 3. Armeekorps setzt nach eigenen Angaben als erster Verband weltweit Bodenrobototer (NPK) ein, darunter „Kamikaze"-Roboter, die mittels schwerer „Bomber" über zehn Kilometer tief ins Hinterland des Gegners gebracht werden.
Warum es wichtig ist
Die Operation „Vivaldi" steht für eine anhaltende ukrainische Offensive, die im Norden der Oblast Donezk auf der Lyman-Achse nennenswertes Territorium zurückgewonnen hat. Die gemeldeten russischen Verluste von über 3.000 Mann über beide Abschnitte hinweg und der Druck auf drei russische Armeen deuten darauf hin, dass die ukrainische Seite das Offensivpotenzial russischer Formationen in diesem Frontabschnitt wirksam schwächt. Der vom 3. Armeekorps reklamierte weltweit erste Einsatz von Bodenrobototer-Komplexen verweist auf einen taktischen Wandel in diesem Frontsektor.
Was geschehen ist
Die ukrainischen Verteidigungskräfte haben nach übereinstimmenden Meldungen des 3. Armeekorps auf Telegram und des Analytikerdienstes DeepState im Norden der Oblast Donezk die Dörfer Schandryholowe, Derylowe und Drobyschewe befreit. Alle drei Ortschaften liegen an der Lyman-Achse im Rahmen der seit dem Jahresbeginn laufenden Operation „Vivaldi". Schandryholowe wird in den Berichten als ein kritischer Punkt für beide Seiten beschrieben. Kommandeur des 3. Armeekorps und der Kräftegruppierung „Zentrum" ist Brigadegeneral Andrij Bilezky; nach seinen Angaben wurden im ersten und zweiten Abschnitt der Operation rund 125 Quadratkilometer Territorium „gesäubert", davon 50 Quadratkilometer deokkupiert. Die russischen Gesamtverluste (getötet, verwundet, gefangen genommen) über beide Abschnitte hinweg beziffert er auf über 3.000 Mann; allein im zweiten Abschnitt seien mehr als 800 russische Militärangehörige ausgeschaltet worden. Bereits am 15. September hatte Bilezky nach den vorliegenden Angaben 75 Quadratkilometer „gesäubert" und 10 Quadratkilometer deokkupiert gemeldet. Das 3. Armeekorps gibt an, mit der Verlegung von Bodenrobototer-Komplexen – darunter per schwerem „Bomber" über zehn Kilometer tief ins Hinterland getragene „Kamikaze"-Roboter – als erster Verband weltweit in den Einsatz dieser Technik gegangen zu sein. Im ersten Abschnitt waren bereits Nowoseliwka, Oleksandriwka, Jarowa, die Ausläufer von Korowyj Jar und Serednje befreit worden. Am zweiten Abschnitt waren unter anderem die 60. und 125. Mechanisierte Brigade, die 3. Sturmbrigade, das Bataillon KRAKEN, Aufklärungs- und Panzerabwehreinheiten des Korps sowie die 66. Mechanisierte Brigade, eine taktische Gruppe des 8. SSO-Regiments, die GUR-Spezialeinheit „Artan" und der mobile Grenzschutztrupp „DOZOR" beteiligt. Ukrainische Artillerie und Drohnen schlugen Kommandoposten, Kommunikationsknoten, Logistik, Übergänge und Reserven; Luftabwehr und elektronische Kampfführung schirmten den Gefechtsabschnitt ab.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen weichen beim Umfang des im Rahmen der Operation „Vivaldi" zurückgewonnenen oder „gesäuberten" Territoriums voneinander ab: Der Kommandeur Jurij Butusow sprach von rund 80 Quadratkilometern; andere Berichte – darunter die Angaben des 3. Armeekorps – beziffern die Fläche auf rund 125 Quadratkilometer, davon 50 Quadratkilometer deokkupiert; Kommandeur Andrij Bilezky hatte am 15. September bereits 75 Quadratkilometer „gesäubert" und 10 Quadratkilometer deokkupiert gemeldet. Uneinheitlich ist auch die Zahl der neu befreiten Dörfer: Während DeepState die Befreiung von zwei Dörfern (Schandryholowe und Derylowe) meldete, nannte das 3. Armeekorps auf Telegram drei Dörfer (einschließlich Drobyschewe). Schließlich wird Butusow in den Fakten als Kommandeur einer Drohnen-Kompanie im 23. Sturmregiment des 2. Korps der Nationalgarde „Chartija" und Journalist beschrieben, während er in einigen Beiträgen lediglich als Kommandeur mit operativen Zahlen auftritt.
Hintergrund
Die Operation „Vivaldi" läuft nach Angaben aus den Reihen der Beteiligten seit dem Jahresbeginn 2025 auf der Lyman-Achse im Norden der Oblast Donezk. Im ersten Abschnitt befreiten die ukrainischen Kräfte die Orte Nowoseliwka, Oleksandriwka, Jarowa, die Ausläufer von Korowyj Jar und Serednje. Das 3. Armeekorps unter Brigadegeneral Andrij Bilezky trägt nach eigenen Angaben dazu bei, das Offensivpotenzial der 1. Panzerarmee sowie der 20. und 25. russischen Armee auf der Lyman-Achse zu schwächen. Am zweiten Abschnitt war ein großer combined-arms-Verbandel beteiligt, darunter Einheiten der 60. und 125. Mechanisierten Brigade, der 3. Sturmbrigade, des Bataillons KRAKEN, Aufklärungs- und Panzerabwehreinheiten des Korps sowie die 66. Mechanisierte Brigade, eine taktische Gruppe des 8. SSO-Regiments, die GUR-Spezialeinheit „Artan" und der mobile Grenzschutztrupp „DOZOR", unterstützt durch Artillerie, Drohnen, Luftabwehr und elektronische Kampfführung. Schandryholowe wird als ein für beide Seiten kritischer Punkt beschrieben.