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Operation „Vivaldi": 3. Armeekorps der Ukraine meldet 125 qkm zurückgewonnenes Gebiet im Norden der Oblast Donezk

Das 3. Armeekorps der ukrainischen Streitkräfte führt im Norden der Oblast Donezk eine mehretappige Offensive mit dem Codenamen „Vivaldi" durch. Laut den Kommandeuren Andrij Bilezky und Petro Horbatenko wurden in den ersten beiden Etappen Dörfer wie Seredne, Schandryholove und Derylove befreit und 125 Quadratkilometer unter ukrainische Kontrolle zurückgebracht (50 qkm deokkupiert). Die Gesamterlustzahlen der russischen Streitkräfte über beide Etappen werden mit über 3000 Soldaten angegeben.

Das Wichtigste

  • Offensive „Vivaldi" wird vom 3. Armeekorps unter Andrij Bilezky im Norden der Oblast Donezk geführt; öffentliche Bestätigung am 15. September.
  • Erste Etappe: Befreiung von Seredne sowie Räumung von Korowij Jar, Nowosseliwka, Jarowa und Oleksandriwka; 75 qkm geräumt, 10 qkm deokkupiert.
  • Zweite Etappe (20. September): Befreiung von Schandryholove und Derylove, vollständige Kontrolle über Drobyschewe; weitere 40 qkm zurückgewonnen.
  • Insgesamt 125 qkm unter ukrainische Kontrolle zurückgeführt, davon 50 qkm deokkupiert; gemeldete russische Gesamtverluste über 3000 Soldaten.
  • Berichtete russische Verluste in der ersten Etappe: ca. 1500 Soldaten, über 12.000 Drohnen, Hunderte Einheiten gepanzerter Fahrzeuge und Artilleriesysteme.
  • 3. Armeekorps meldet den weltweit ersten Abwurf von Bodenroboter-Kamikaze-Komplexen (NRK) durch schwere Bomberdrohnen über 10 km tief ins Hinterland des Feindes.
  • Elitetruppe der russischen Drohneneinheit „Rubikon" wurde laut 3. Armeekorps am 18. September wegen hoher Verluste aus Richtung Lyman-Boriwska abgezogen.

Warum es wichtig ist

Die Operation „Vivaldi" ist eine bestätigte und andauernde ukrainische Offensive im Norden der Oblast Donezk, wo Russland zuvor versucht hatte, die Agglomeration Slowjansk-Kramatorsk einzukesseln. Mit den ersten beiden Etappen wurden nach offiziellen Angaben 125 Quadratkilometer zurückgewonnen und russische Verluste von über 3000 Soldaten verursacht. Laut dem ISW hat die Offensive russische Versuche vereitelt, den ukrainischen „Gürtel der Festungsstädte" im Donbass zu umfassen.

Was geschehen ist

Das 3. Armeekorps der ukrainischen Streitkräfte führt unter dem Kommando von Andrij Bilezky (Kommandeur) und Petro Horbatenko (Stabschef und stellvertretender Kommandeur) eine mehretappige Offensive mit dem Codenamen „Vivaldi" im Norden der Oblast Donezk durch. Bilezky bestätigte den Beginn der Operation am 15. September öffentlich; Horbatenko gab am 19. September Updates zum ersten Abschnitt, und am 20. September wurde der Abschluss des zweiten Abschnitts bekannt gegeben. Während der ersten Etappe wurden das Dorf Seredne befreit sowie die Ortschaften Korowij Jar, Nowosseliwka, Jarowa und Oleksandriwka geräumt, wobei 75 Quadratkilometer geräumt und weitere 10 Quadratkilometer deokkupiert wurden. In der zweiten Etappe wurden die Dörfer Schandryholove und Derylowe befreit und die vollständige Kontrolle über Drobyschewe hergestellt; weitere 40 Quadratkilometer kamen unter ukrainische Kontrolle. Insgesamt kehrten 125 Quadratkilometer unter ukrainische Kontrolle zurück, davon 50 Quadratkilometer durch direkte Deokkupation. Die gemeldeten russischen Verluste beliefen sich in der ersten Etappe auf etwa 1500 Soldaten, über 12.000 Drohnen sowie Hunderte gepanzerte Fahrzeuge und Artilleriesysteme; im zweiten Abschnitt wurden rund 800 Soldaten als Verluste angegeben, insgesamt über 3000. Das 3. Armeekorps erklärte, im Rahmen der Operation weltweit erstmals Bodenroboter-Kamikaze-Komplexe (NRK) mittels schwerer Bomberdrohnen mehr als 10 Kilometer tief ins feindliche Hinterland verbracht zu haben. Ukrainische Luftabwehr- und elektronische Kampfsysteme hätten russische Drohnen geblendet, sodass der Gegner den Offensivplan nicht habe erkennen können. Laut Horbatenko wurde ein russischer Brückenkopf am Westufer des Tschornyj Scherebez zerschlagen, womit der Plan einer Umfassung der Slowjansk-Kramatorsk-Agglomeration von Süden her vereitelt worden sei; damit seien die russischen Pläne nicht nur für 2026, sondern möglicherweise bis Anfang 2027 durchkreuzt. Die Elitedrohneneinheit „Rubikon" sei aufgrund schwerer Verluste aus der Richtung Lyman-Boriwska abgezogen worden. Unabhängig bestätigte das Monitoringprojekt DeepState die Befreiung von Schandryholove und Derylowe sowie weitere ukrainische Vorstöße.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle verfügbaren Quellen sind ukrainisch und ukrainischsprachig. Sie rahmen „Vivaldi" als erfolgreiche, andauernde ukrainische Offensive, die russische Einkesselungspläne für die Slowjansk-Kramatorsk-Agglomeration vereitelt und die russischen Planungen für 2026 bis Anfang 2027 durchkreuzt habe. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen das 3. Armeekorps und die namentlich genannten Kommandeure Andrij Bilezky und Petro Horbatenko als autoritative Stimmen. Hervorgehoben werden die strategischen Geländegewinne, die russischen Verluste sowie die technologische Dimension – insbesondere der beanspruchte weltweit erste Einsatz von Bodenroboter-Kamikaze-Komplexen (NRK) durch schwere Bomberdrohnen. Russische Taktik wird in scharfen Begriffen beschrieben: „Fleischangriffe", desorganisierte russische Einheiten, die „zu Brei zermalmt" würden, sowie Angriffe mit Luftfahrt und Schahed-Drohnen auf zivile Hinterlandgebiete wie Isjum, Balaklija, Slowjansk und Kramatorsk.

Wo die Berichte auseinandergehen

Beim territorialen Umfang der Operation klaffen zwei Zahlen auseinander: Der französische OSINT-Analyst Clément Molin erklärte, ukrainische Gegenoffensivaktionen hätten über vier Monate hinweg mehr als 200 Quadratkilometer befreit; das 3. Armeekorps bezifferte die offiziell zurückgewonnene Fläche über die ersten beiden Etappen hingegen auf 125 Quadratkilometer, davon 50 Quadratkilometer durch Deokkupation. Bei den Drohnenverlusten des Feindes in der ersten Etappe wird die Zahl „über 12.000" in den meisten Quellen als Meldung des 3. Armeekorps wiedergegeben; einige Darstellungen formulieren vorsichtiger „Hunderte Einheiten russischer Ausrüstung", ohne Drohnen gesondert auszuweisen, was die 12.000 teils als bestätigt, teils als Schätzung erscheinen lässt.

Hintergrund

Die ukrainische Offensive im Norden der Oblast Donezk trägt den Namen „Vivaldi" und wird vom 3. Armeekorps unter dem Kommandeur Andrij Bilezky mit dem Stabschef und stellvertretenden Kommandeur Petro Horbatenko geführt. Die Operation wurde am 15. September von Bilezky öffentlich angekündigt; Horbatenko lieferte am 19. September Aktualisierungen und Bilezky gab am 20. September den Abschluss der zweiten Etappe bekannt. Nach Horbatenkos Darstellung hat die Zerschlagung eines russischen Brückenkopfes am Westufer des Flusses Tschornyj Scherebez den russischen Plan vereitelt, die Slowjansk-Kramatorsk-Agglomeration von Süden über Isjum zu umfassen und anschließend in die Oblasten Charkiw, Dnipropetrowsk und Poltawa vorzustoßen. Den Angaben zufolge setzen russische Streitkräfte ihre Offensivversuche in Richtung Slowjansk und Kramatorsk fort und greifen das Hinterland – darunter Isjum, Balaklija, Slowjansk und Kramatorsk – mit Luftfahrt und Schahed-Drohnen an. Das 3. Armeekorps meldete, die russische Elitedrohneneinheit „Rubikon" sei am 18. September aufgrund hoher Verluste aus der Richtung Lyman-Boriwska abgezogen worden.