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Ukraine erlässt Haftbefehl gegen russischen Schwarzmeerflotten-Chef nach Raketenangriff auf Kiewer Wohnhaus

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hatAdmiral Serhij Pintschuk, den Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte, in absentia wegen eines Marschflugkörperangriffs auf ein Wohnhaus in Kiew am 8. Juli 2024 formell belastet. Bei dem Angriff mit zehn 3M-14-Kalibr-Marschflugkörpern, abgefeuert von der Fregatte Admiral Makarow und dem U-Boot B-261 Weliki Nowgorod, wurden 13 Bewohner getötet, darunter fünf Kinder.

Das Wichtigste

  • Datum des Angriffs: 8. Juli 2024
  • 10 Kalibr-Marschflugkörper (Typ 3M-14) wurden von der Fregatte Admiral Makarow und dem U-Boot B-261 Weliki Nowgorod im Schwarzen Meer abgefeuert
  • Ein Eingang des Wohnhauses wurde vollständig zerstört
  • 13 Bewohner getötet, darunter 5 Kinder
  • Belasteter: Admiral Serhij Pintschuk, Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte
  • Verfahren: in absentia, geführt vom SBU unter Aufsicht der Kiewer Stadtanwaltschaft
  • Strafvorwurf nach Teil 2 Art. 28, Teil 2 Art. 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs sowie Verstoß gegen Art. 147 der IV. Genfer Konvention

Warum es wichtig ist

Die Maßnahme macht einen ranghohen russischen Marinekommandeur persönlich für einen konkreten Angriff auf ein ziviles Ziel verantwortlich und dokumentiert den Einsatz von Kalibr-Marschflugkörpern von namentlich genannten russischen Marineschiffen gegen ein Kiewer Wohnhaus. Sie reiht sich ein in die laufenden ukrainischen Kriegsverbrecherverfahren gegen die russische Militärführung. Dass unter den 13 Getöteten fünf Kinder sind, verdeutlicht die zivilen Opfer des Angriffs.

Was geschehen ist

Am 8. Juli 2024 schlugen russische Streitkräfte mit Marschflugkörpern vom Typ 3M-14 Kalibr ein Wohnhaus in Kiew nieder. Nach Angaben der Untersuchung wurden zehn Marschflugkörper von der Fregatte Admiral Makarow und dem U-Boot B-261 Weliki Nowgorod im Schwarzen Meer abgefeuert. Ein Eingang des Wohnhauses wurde vollständig zerstört. 13 Bewohner kamen ums Leben, darunter 5 Kinder. Der SBU erstellte eine Beweismittelgrundlage gegen Admiral Serhij Pintschuk, den Kommandeur der Schwarzmeerflotte der Russischen Föderation, der den Angriff auf Grundlage eines von ihm unterzeichneten Kampfbefehls angeordnet haben soll. Die Ermittler benachrichtigten Pintschuk in absentia vom Verdacht gemäß Teil 2 Artikel 28, Teil 2 Artikel 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs (Verletzung der Gesetze und Gebräuche des Krieges in Verbindung mit vorsätzlichem Mord, begangen von einer Gruppe von Personen auf Grundlage vorheriger Absprache). Der SBU stuft den Angriff zudem als Verstoß gegen Artikel 147 der IV. Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten ein. Die Ermittlungen werden von der Hauptdirektion des SBU in Kiew und im Gebiet Kiew unter der prozessualen Aufsicht der Kiewer Stadtanwaltschaft geführt. Pintschuk befindet sich nach Angaben des SBU auf dem Territorium der Russischen Föderation; es laufen Maßnahmen, um ihn und seine Mittäter zur Verantwortung zu ziehen.

Hintergrund

Der Angriff vom 8. Juli 2024 war Teil eines umfangreichen russischen Raketenbeschusses der Ukraine. Allein in Kiew wurde in sieben Stadtbezirken Schaden festgestellt, insgesamt 33 Menschen kamen an diesem Tag in der Hauptstadt ums Leben. Im Stadtbezirk Shewtschenkiwskyj wurden unter anderem zwei Etagen des Gebäudes der Kinderklinik Okhmatdyt sowie ein Eingang eines Wohnhochhauses zerstört. Die jetzt erhobenen Vorwürfe stützen sich sowohl auf ukrainische Strafrechtsnormen zu Verstößen gegen die Gesetze und Gebräuche des Krieges in Verbindung mit vorsätzlichem Mord als auch auf Artikel 147 der IV. Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung. Pintschuk hält sich laut Berichten auf russischem Territorium auf; die ukrainischen Behörden sprechen von laufenden Bemühungen, ihn und Mittäter zur Rechenschaft zu ziehen.