Ukrainische Behörden beschuldigen russischen General wegen Angriffs auf Skoworoda-Museum
Ukrainische Staatsanwälte haben einen Anklageakt gegen den russischen Generalleutnant Oleg Makowezky genehmigt. Ihm wird vorgeworfen, den Raketenangriff auf das nationale Literatur- und Gedenkmuseum für Grigori Skoworoda im Dorf Skoworodyniwka im Mai 2022 angeordnet zu haben.
Das Wichtigste
- Der Anklageakt gegen Oleg Makowezky wurde am 23. Oktober 2026 genehmigt.
- Makowezky wird vorgeworfen, den Angriff auf das Museum in Skoworodyniwka angeordnet zu haben.
- Am 6. Mai 2022 um 23:30 Uhr beschoss ein Su-35C das Museum mit einer X-35-Rakete.
- Dach und Decke wurden zerstört; auch Wände, Fenster, Türen, technische Anlagen und Teile der Ausstellung wurden beschädigt.
- Das Museumsgebäude ist nicht mehr sicher nutzbar und wird seit August 2024 online besichtigt.
- Makowezky droht eine Haftstrafe von acht bis zwölf Jahren; das Verfahren wird in absentia geführt.
- Bis September 2026 wurden 2161 ukrainische Kulturdenkmäler beschädigt oder zerstört.
Warum es wichtig ist
Der Fall stellt einen hochrangigen russischen Befehlshaber für die angebliche Anordnung eines Raketenangriffs auf eine zivile Kulturstätte zur Verantwortung. Zugleich verdeutlicht er, wie stark die Zerstörung der ukrainischen kulturellen Erbschaft durch russische Streitkräfte ist. Mit dem Museum ist ein historisches Gebäude zerstört worden, in dem Skoworoda seine letzten Lebensjahre verbrachte.
Was geschehen ist
Laut der ukrainischen Ermittlungen gab Makowezky, damals Befehlshaber der 6. Armee der Luft- und Luftverteidigungstreitkräfte des westlichen Militärbezirks Russlands, spätestens am 6. Mai 2022 dem Kommandeur der 105. Luftwaffendivision den Befehl, das Museum anzugreifen. Der Auftrag wurde nach Feststellungen der Ermittler an den Kommandeur des Luftkampfgeschwaders weitergeleitet. In der Nacht des 6. Mai um 23:30 Uhr beschoss ein russischer Su-35C das Museum aus dem Luftraum über dem Oblast Charkiw mit einer X-35-Rakete. Dabei wurden Dach und Decke zerstört sowie Wände, Fenster, Türen, technische Anlagen und Teile der Ausstellung beschädigt. Das Gebäude ist in einem Notzustand und kann nicht sicher genutzt werden. Die Staatsanwaltschaft des Generalprokurators genehmigte den Anklageakt am 23. Oktober 2026. Makowezky wird wegen Verstoßes gegen das Kriegsrecht und die Kriegsgewohnheiten beschuldigt, begangen in vorheriger Absprache mit anderen Personen. Zusätzliche Anklageakten gegen die Empfänger und weiterleitenden Befehlshaber wurden bereits dem Gericht vorgelegt.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung betont die обвинувачення des mit Chuhuiv verbundenen Kommandeurs, die gezielte Zerstörung eines nichtmilitärischen Kulturobjekts und den schweren Schaden am Museum. Der Fall wird zugleich vor dem Hintergrund der dokumentierten Zerstörung ukrainischen Kulturerbes und der Ermittlungen von Sicherheitsdienst und Generalprokuratur eingeordnet.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen weichen im Ergebnis für die zivile Person ab, die das Museum bewachte: Einige berichten von einer Verletzung, eine andere Quelle berichtet vom Tod der Person.
Hintergrund
Das Museum befindet sich in einem historischen Anwesen des 18. Jahrhunderts, das mit den letzten Lebensjahren und der ersten Bestattung des Philosophen Grigori Skoworoda verbunden ist. Wegen der schweren Beschädigungen lässt sich das Museum seit August 2024 online besichtigen.