EU-Parlamentarierin attackiert Trump nach Ukraine-Kritik: Europa kann sich nicht mehr auf die USA verlassen
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europäischen Parlaments, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert, nachdem dieser den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Rücktritt aufgefordert hatte. Sie warf Trump vor, sich „auf die Seite eines Mörders“ zu stellen, forderte, dass Russlands Präsident Wladimir Putin sich vor dem Haager Tribunal verantworten müsse, und erklärte, Europa könne die USA nicht mehr als verlässlichen Partner betrachten.
Das Wichtigste
- Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europäischen Parlaments, warf Trump vor, sich mit seinen Angriffen auf Selenskyj „auf die Seite eines Mörders“ zu stellen.
- Strack-Zimmermann kritisierte Trumps Aufruf zum Rücktritt des ukrainischen Präsidenten.
- Sie erklärte, die Führung der Ukraine müsse ausschließlich das ukrainische Volk in freien Wahlen bestimmen – nicht das Weiße Haus oder der Kreml.
- Strack-Zimmermann forderte, Wladimir Putin müsse sich vor dem Haager Tribunal verantworten, und seine Opfer müssten angemessen unterstützt werden.
- Sie sagte, Europa könne die USA nicht mehr als Partner betrachten, und forderte europäische Staaten auf, einen klaren Kurs zu halten und die Ukraine weiter zu unterstützen.
- Ihre Erklärung wurde im sozialen Netzwerk X veröffentlicht.
- Am 9. Oktober hatte Trump mitgeteilt, mit Putin gesprochen und eine Vereinbarung über russische Diesellieferungen an den US- und Weltmarkt erzielt zu haben.
Warum es wichtig ist
Eine ranghohe Abgeordnete des Europäischen Parlaments hat sich öffentlich vom US-Präsidenten in der Ukraine-Frage distanziert – ein Signal dafür, dass die Kritik an Trump inzwischen auch institutionelle europäische Stimmen erreicht. Strack-Zimmermanns Aussagen verknüpfen die direkte Auseinandersetzung um die ukrainische Führung mit dem gemeldeten US-russischen Geschäft über Diesellieferungen und stellen damit die Frage nach der Zukunft der transatlantischen Verteidigungskoordinierung.
Was geschehen ist
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europäischen Parlaments, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat US-Präsident Donald Trump nach dessen Äußerungen über den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj scharf angegriffen. Trump hatte Selenskyj zuvor vorgeworfen, den Krieg nicht beenden zu wollen, und erklärt, es sei „an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Anführer wählt“. Strack-Zimmermann warf Trump daraufhin vor, sich „auf die Seite eines Mörders“ zu stellen, und betonte, die Frage der ukrainischen Führung sei allein Sache des ukrainischen Volkes in freien Wahlen. Zugleich erklärte sie, Europa könne die USA nicht mehr als verlässlichen Partner ansehen, forderte, Wladimir Putin müsse sich vor dem Haager Tribunal verantworten, und rief die europäischen Staaten auf, einen klaren Kurs zu halten und die Ukraine weiter zu unterstützen. Hintergrund ist Trumps Mitteilung vom 9. Oktober, er habe mit Putin gesprochen und eine Vereinbarung über russische Diesellieferungen an den US- und Weltmarkt erzielt. Ihre Erklärung veröffentlichte Strack-Zimmermann im sozialen Netzwerk X.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Medien wie die Jewopejska Prawda und LIGA.net/LB.ua berichteten über die Reaktion der EU-Parlamentarierin und stellten den Konflikt mit Trump in den Mittelpunkt. Die Berichterstattung greift die Linie des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha auf, wonach Entscheidungen über die ukrainische Führung ausschließlich vom ukrainischen Volk getroffen werden müssen. Beide ukrainischen Quellen rahmen die Aussagen Strack-Zimmermanns als Unterstützung für die Souveränität der Ukraine und als Beleg für eine wachsende Distanz zwischen Europa und Washington.
Hintergrund
Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zuvor beschuldigt, den Krieg nicht beenden zu wollen, und erklärt, es sei „an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Anführer wählt“. Am 9. Oktober teilte Trump mit, er habe mit Wladimir Putin gesprochen und eine Vereinbarung über russische Diesellieferungen an den US- und Weltmarkt erzielt. Nach Angaben von Axios ging dieses Abkommen vorausgegangenen etwa sechs US-Bitten an die Ukraine voraus, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, denen Selenskyj nicht nachgekommen sei. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha reagierte auf Trumps Äußerungen mit der Feststellung, dass Entscheidungen über die ukrainische Führung vom ukrainischen Volk getroffen werden müssten.