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Tusk beim Warschauer Sicherheitsforum: Ukraine kämpft ums Überleben, Russland um Vorherrschaft

Bei der Eröffnung des Warschauer Sicherheitsforums am 12. Oktober hat der polnische Ministerpräsident Donald Tusk den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als Kampf um Vorherrschaft gegen einen Kampf ums Überleben eingerahmt. Polen werde nicht nachgeben und kein Signal senden, das als Einknicken vor der Einschüchterung westlicher Unterstützung für die Ukraine verstanden werden könnte. Tusk berichtete zudem von einem Gespräch mit dem NATO-Oberbefehlshaber in Europa, General Alexus Grynkewich, und zeigte sich optimistisch über dessen Vorbereitung.

Das Wichtigste

  • Das Warschauer Sicherheitsforum fand am Montag, den 12. Oktober, in Warschau statt, organisiert von der Casimir-Pulaski-Stiftung.
  • Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk nahm an der Eröffnungssitzung teil.
  • Tusk erklärte, die Ukraine kämpfe ums Überleben, Russland hingegen um Vorherrschaft.
  • Polen werde „nicht und kann nicht“ signalisieren, dass es der Einschüchterung westlicher Ukraine-Unterstützung nachgebe.
  • Tusk führte nach eigenen Angaben ein Gespräch mit dem europäischen NATO-Oberbefehlshaber General Alexus Grynkewich.
  • Tusk sagte, Polen und die NATO bereiteten sich auf verschiedene Szenarien vor, unter anderem durch Verteidigungsinvestitionen.
  • Tusk warf dem Kreml vor, die europäische Sicherheitsarchitektur zerstören zu wollen, um russische Vorherrschaft auf den Stand vor 1989 zurückzuführen.

Warum es wichtig ist

Mit seiner Rede auf einem der wichtigsten regionalen Sicherheitsforen hat der polnische Ministerpräsident die bedingungslose Unterstützung der Ukraine ausdrücklich gegen jeden Druck bekräftigt, diese Unterstützung aufzugeben. Die Einordnung des Konflikts als Kampf zwischen russischer Vorherrschaft und ukrainischem Überleben verleiht der polnischen Position eine klare moralische und strategische Richtung. Die Bestätigung direkter Konsultationen mit dem europäischen NATO-Oberbefehlshaber sowie die Erwähnung von Vorbereitungen auf verschiedene Eskalationsszenarien signalisieren, dass Warschau und das Bündnis eine mögliche russische Ausweitung des Krieges aktiv einkalkulieren.

Was geschehen ist

Am Montag, den 12. Oktober, wurde in Warschau das vom Casimir-Pulaski-Stiftung organisierte Warschauer Sicherheitsforum eröffnet, das seit November 2014 jährlich stattfindet. Ministerpräsident Donald Tusk hielt die Eröffnungsrede und erklärte, für Polen, Europa und die westliche Welt sei Sicherheit nicht länger ein abstraktes Thema, sondern eine konkrete Bedrohung durch Russlands Aggression gegen die Ukraine. Er stellte den Kampf der Ukraine als einen ums Überleben dar und den Russlands als einen um Vorherrschaft. Polen werde weder können noch wollen ein Signal senden, das als Nachgeben gegenüber der Einschüchterung westlicher Ukraine-Unterstützung verstanden werden könnte. Wer aus „Verrat, Dummheit oder Geld“ die ukrainische Verteidigung schwächen wolle, handle gegen die eigene Nation. Tusk berichtete, er habe mit dem europäischen NATO-Oberbefehlshaber General Alexus Grynkewich gesprochen, und zeigte sich optimistisch über dessen Entschlossenheit und Vorbereitung auf verschiedene Szenarien; Grynkewich habe keine Illusionen über die russischen Absichten. Polen und die NATO bereiteten sich auf unterschiedliche Szenarien vor, auch durch Verteidigungsinvestitionen. Tusk warf dem Kreml vor, die europäische Sicherheitsarchitektur zerstören zu wollen, um russische Vorherrschaft auf den Stand vor 1989 zurückzuführen, und sagte, Russland werde nach einer Dominanz über die Ukraine nicht haltmachen. Für die Konferenz waren zudem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, Grynkewich mit einer „Victory Strategy“ sowie eine Podiumsdiskussion zum Aufbau europäischer Militärmacht unter Beteiligung des polnischen Verteidigungsministers Władysław Kosiniak-Kamysz und seiner Stellvertreterin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka angekündigt.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die polnischsprachige Berichterstattung stellt Tusk Rahmung in den Vordergrund, wonach die Ukraine ums Überleben und Russland um Vorherrschaft kämpfe, und betont sein Bekenntnis, dass Polen „nicht und kann nicht“ der Einschüchterung westlicher Unterstützung für Kiew nachgeben werde. Im ukrainischsprachigen Strang rückt stärker der Szenario-Aspekt in den Mittelpunkt: Tusks Hinweis, Polen und die NATO bereiteten sich auf verschiedene Szenarien vor, auch durch Verteidigungsinvestitionen, wird als Warnung vor einem möglichen russischen Angriff auf NATO-Territorium gelesen.

Hintergrund

Das Warschauer Sicherheitsforum wird von der Casimir-Pulaski-Stiftung organisiert und findet seit November 2014 jährlich statt. Für die Ausgabe 2026 war unter anderem die Teilnahme des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorgesehen; General Alexus Grynkewich, Oberbefehlshaber der NATO in Europa, sollte am Nachmittag seine „Victory Strategy“ vorstellen.