Tusk und Selenskyj telefonieren über verschärfte russische Angriffe und ukrainische Verteidbedarfe
Der polnische Premierminister Donald Tusk und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj führten am 11. Oktober ein Telefongespräch, in dem Tusk Polen und Europa die volle Solidarität mit der Ukraine zusicherte. Selenskyj informierte Tusk über die Verteidigungsbedarfe der Ukraine angesichts nach seinen Angaben intensiver werdender russischer Artillerieangriffe und Destabilisierungsversuche. Beide Seiten koordinierten zudem ihre diplomatischen Aktivitäten vor bevorstehenden EU-Treffen in Brüssel.
Das Wichtigste
- Telefongespräch zwischen Donald Tusk und Wolodymyr Selenskyj am 11. Oktober
- Tusk sicherte Selenskyj volle Solidarität Polens und Europas mit der ukrainischen Bevölkerung zu
- Selenskyj informierte Tusk über die Verteidigungsbedarfe der Ukraine
- Selenskyj sprach von deutlich mehr russischen Artillerieangriffen und russischen Destabilisierungsaktivitäten
- Koordination der diplomatischen Aktivitäten beider Seiten vor EU-Treffen in Brüssel
- Tusk hatte zuvor vor sehr schwierigen Wochen und Monaten im Zusammenhang mit Russlands äußerst aggressiver Haltung gegenüber der Ukraine gewarnt
- Polnische Sicherheitsdienste prüfen Hinweise auf einen mutmaßlichen Anschlagsplan gegen Tusk und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz
Warum es wichtig ist
Das Gespräch bekräftigt die politische Solidarität eines wichtigen osteuropäischen Partners mit Kiewin-Zu einem Zeitpunkt, den ukrainische Vertreter als Phase verstärkter Angriffe beschreiben. Es fügt sich ein in Tusks vorangegangene Warnungen vor einer deutlich verschärften russischen Haltung und vor Geheimdiensterkenntnissen zu russischen Plänen für hybride Angriffe gegen Staaten, die die Ukraine unterstützen. Gleichzeitig wird die Abstimmung zwischen Warschau und Kiew vor den bevorstehenden EU-Treffen in Brüssel fortgesetzt. Im Hintergrund steht eine polnische Sicherheitsuntersuchung zu einem mutmaßlichen Anschlagsplan gegen Tusk und Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz, die die persönliche Sicherheitslage der polnischen Führung unterstreicht.
Was geschehen ist
Am 11. Oktober führten der polnische Premierminister Donald Tusk und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Telefongespräch. Laut den vorliegenden ukrainischen Medienberichten dankte Selenskyj Tusk für dessen Unterstützung und das volle Verständnis der Sicherheitslage und aller bestehenden Bedrohungen. Selenskyj informierte Tusk über die Verteidigungsbedarfe der Ukraine und wies darauf hin, dass es derzeit deutlich mehr Artillerieangriffe und russische Destabilisierungsaktivitäten gebe. Beide Seiten erörterten, was die Position der Ukraine und ihre Fähigkeit zur Abwehr der russischen Aggression stärken könnte. Tusk sicherte Selenskyj die volle Solidarität Polens und Europas mit der ukrainischen Bevölkerung zu und erklärte, er hege keinerlei Zweifel, dass weder etwas noch jemand die Ukraine und ihren Präsidenten im Kampf gegen die russische Aggression brechen werde. Beide Politiker koordinierten ihre diplomatische Arbeit im Vorfeld von EU-Treffen in Brüssel. Selenskyj berichtete über das Gespräch in seinem Telegram-Kanal, Tusk kündigte es über sein X-Konto an.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle sechs vorliegenden Artikel stammen aus ukrainischen Quellen und rahmen das Gespräch einheitlich im Kontext bilateraler Unterstützung. Die Schlagzeilen heben Tusks Solidaritätsbekundung, die ukrainischen Verteidigungsbedarfe und die aus ukrainischer Sicht wachsende russische Aggressivität hervor. Die ukrainischsprachige Berichterstattung stellt Selenskyjs Schilderungen intensivierter russischer Artillerieangriffe und Destabilisierungsaktivitäten besonders heraus und rahmt sie als Hintergrund, der das Telefongespräch notwendig mache.
Hintergrund
Tusk hatte zuvor gewarnt, dass Geheimdiensterkenntnisse auf russische Pläne für hybride Angriffe gegen Staaten hinwiesen, die die Ukraine unterstützen. Im September warnte er öffentlich vor möglichen Angriffen auf die NATO-Ostflanke, die Russland als Unfälle darstellen könnte. Polnische Sicherheitsdienste prüfen zudem Hinweise auf einen mutmaßlichen Anschlagsplan gegen Tusk und den stellvertretenden Premierminister bzw. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz; der entsprechende Hinweis soll der polnischen Polizei am vorangegangenen Sonntag zugegangen sein.