Veröffentlicht am · Aktualisiert:

Selenskyj und Tusk beraten in Brüssel über Verteidigungshilfe für die Ukraine

Am 15. Oktober 2026 trafen sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk am Rande eines Gipfels des Europäischen Rates in Brüssel. Tusk versicherte, die Ukraine stehe nicht allein und könne auf Polen und die EU zählen. Selenskyj bedankte sich für politische und militärische Unterstützung, darunter 20-mm-Munition für die Flugabwehr, und deutete nicht-öffentliche Hilfen Warschaus zum Schutz Kiews an.

Das Wichtigste

  • Treffen Selenskyj–Tusk am 15. Oktober in Brüssel am Rande eines EU-Gipfels
  • Tusk: Die Ukraine ist nicht allein und kann auf Polen und die EU zählen
  • Tusk: Alles, was Putin und Russland im Krieg hilft, ist für Europa und Polen inakzeptabel
  • Selenskyj kündigt ein polnisches Hilfspaket mit nicht-öffentlichen Elementen zum Schutz Kiews an
  • Selenskyj dankt für 20-mm-Munition (Flugabwehr) und weitere Unterstützung
  • Selenskyj: An diesem Tag 52 Verletzte durch russische Angriffe auf ein Geschäft, eine Pharmaproduktion und Logistikeinrichtungen

Warum es wichtig ist

Das Treffen markiert eine mögliche Entspannung der ukrainisch-polnischen Beziehungen nach einer Phase der Belastung durch historische Streitfragen und den Entzug eines polnischen Ordens durch Präsident Karol Nawrocki. Tusk bekräftigte öffentlich, die Ukraine könne auf Polen und die EU zählen, und lehnte eine Lockerung der EU-Sanktionen gegen Russland ab. Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund verstärkter russischer Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur statt; Selenskyj erwähnte nicht-öffentliche Hilfen Warschaus zum Schutz Kiews.

Was geschehen ist

Am 15. Oktober 2026 kam Wolodymyr Selenskyj am Rande eines Gipfels des Europäischen Rates in Brüssel mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk zusammen. Tusk sprach der Ukraine sein Beileid zu den zivilen Opfern russischer Angriffe aus und versicherte, die Ukraine könne auf ihn persönlich, auf Polen und auf die EU zählen. Nach Gesprächen mit allen europäischen Spitzenpolitikern erklärte Tusk, alles, was Putin und Russland in diesem Krieg helfe, sei für Europa und Polen inakzeptabel; es gebe keinen Grund, die EU-Sanktionen gegen Russland zu schwächen oder die Kriegsmaschinerie zu finanzieren. Selenskyj dankte für die politische und geopolitische Unterstützung Polens und erklärte, das Hilfspaket enthalte nicht-öffentliche Elemente zum Schutz Kiews; Einzelheiten müssten zwischen den beiden Staatschefs bleiben. Er bedankte sich zudem für 20-mm-Munition, die für die Flugabwehr verwendet werde, und für weitere Unterstützung; die Ukraine bitte verschiedene europäische Länder um solche Hilfe. Selenskyj berichtete, er und Tusk hätten bestehende Bedrohungen und Maßnahmen zur Stärkung der ukrainischen Verteidigung gegen russische Angriffe im Detail erörtert; am selben Tag seien 52 Menschen durch russische Schläge verletzt worden, die ein Geschäft, eine pharmazeutische Produktionsstätte und Logistikeinrichtungen getroffen hätten.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien stellen die Begegnung als Zeichen der Erholung des bilateralen Verhältnisses nach dem Entzug des Ordens des Weißen Adlers durch Präsident Nawrocki dar. Im Mittelpunkt steht Selenskyjs Dankbarkeit, insbesondere der Hinweis auf nicht-öffentliche polnische Hilfen zum Schutz Kiews sowie das Zitat, manches müsse zwischen den beiden Staatschefs bleiben. Berichte verknüpfen das Treffen mit konkreten polnischen Sicherheitsmaßnahmen wie der Lieferung von Patriot-Raketen und der Anpassung der polnischen Luftverteidigungsverfahren.

Hintergrund

Die ukrainisch-polnischen Beziehungen waren durch historische Streitfragen, darunter unterschiedliche Bewertungen der UPA und der Wolhynien-Tragödie, belastet. Der polnische Präsident Karol Nawrocki entzog Selenskyj den Orden des Weißen Adlers, den dieser per Post zurückschickte; danach mied Selenskyj zunächst polnische Flughäfen für Auslandsreisen. Am 14. Oktober nutzte er auf dem Weg nach London erstmals seit Juni wieder den Flughafen Rzeszów in Polen, was als Zeichen einer Annäherung gewertet wurde. Einige polnische Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit, darunter Jarosław Kaczyński und der ehemalige Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak, haben mit einer Blockade des EU-Beitritts der Ukraine gedroht. Die polnischen Behörden betonen, historische Differenzen dürften die Verteidigungshilfe für die Ukraine nicht behindern, da die Fähigkeit der Ukraine, der russischen Aggression zu widerstehen, den eigenen Sicherheitsinteressen Polens entspreche. Polen hatte zuvor die Lieferung einer Charge von Patriot-Raketen an die Ukraine beschlossen und seit dem 1. Oktober seine Luftverteidigungsverfahren als Reaktion auf russische Luftangriffe angepasst. Zudem verstärkt Polen seine militärische Präsenz in der an die Ukraine angrenzenden Woiwodschaft Lublin. In Brüssel traf Selenskyj zudem NATO-Generalsekretär Mark Rutte, um über russische Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor und neue Luftverteidigungspakete zu sprechen.