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Macron und Selenskyj kündigen Ausbildung ukrainischer Piloten auf Rafale-Kampfjets an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der französische Präsident Emmanuel Macron haben am 5. Oktober 2025 telefoniert. Selenskyj kündigte an, dass ukrainische Piloten in Frankreich bald auf Rafale-Mehrzweckkampfjets geschult werden sollen. Zudem werde ein neues französisches Verteidigungspaket für die Ukraine vorbereitet.

Das Wichtigste

  • Selenskyj und Macron sprachen am Montag, dem 5. Oktober, telefonisch miteinander.
  • Selenskyj kündigte an, dass ukrainische Piloten in Kürze in Frankreich auf Rafale-Kampfjets geschult werden.
  • Ein neues französisches Verteidigungspaket für die Ukraine werde vorbereitet und solle in Kürze eintreffen.
  • Beide Seiten arbeiten weiter an der Lokalisierung der Produktion französischer Raketen und Fliegerbomben in der Ukraine.
  • Paris und Kyjiw bereiten nach eigenen Angaben aktiv das FREYJA-System vor; die Präsidenten einigten sich auf eine Beschleunigung.
  • Macron verurteilte die russische Intensivierung von Angriffen auf Infrastruktur und zivile Ziele als Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.
  • Am selben Tag sprach Selenskyj auch mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk und vereinbarte ein persönliches Treffen.

Warum es wichtig ist

Die angekündigte Ausbildung auf einem westeuropäischen Kampfjet der vierten Generation ist ein konkreter Schritt zur Stärkung der ukrainischen Kampffliegerkräfte. Gleichzeitig bereitet Frankreich ein weiteres Verteidigungspaket vor. Das Gespräch fiel in eine Phase, in der Russland mit verstärkten Angriffen auf die ukrainische Infrastruktur vor dem Winter droht.

Was geschehen ist

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der französische Präsident Emmanuel Macron führten am Montag, dem 5. Oktober 2025, ein Telefongespräch. Im Anschluss kündigte Selenskyj an, dass ukrainische Piloten in Kürze in Frankreich auf Rafale-Mehrzweckkampfjets geschult werden. Er bezeichnete dies als starken Schritt für die ukrainische Kampffliegerkräfte. Selenskyj teilte zudem mit, dass neue Verteidigungslieferungen vorbereitet würden und ein neues Paket aus Frankreich bald in der Ukraine eintreffen solle; dessen Inhalt sei im Gespräch erörtert worden. Beide Seiten arbeiten laut Selenskyj weiter daran, die Produktion französischer Raketen und Fliegerbomben in der Ukraine zu lokalisieren. Paris und Kyjiw bereiten nach eigenen Angaben aktiv das FREYJA-System vor; die Präsidenten erörterten, an welchen Stellen der Prozess beschleunigt werden könne, und vereinbarten, alle Themen bei einem persönlichen Treffen weiter zu vertiefen. Macron verurteilte die Intensivierung russischer Angriffe auf Infrastruktur und zivile Ziele und kündigte an, Frankreich und Europa würden ihre Unterstützung für die Ukraine fortsetzen. Am selben Tag sprach Selenskyj zudem mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk und vereinbarte ein persönliches Treffen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Einige Quellen bezeichnen das angekündigte Paket allgemein als neues französisches Verteidigungslieferpaket, andere formulieren es als konkret bevorstehende Lieferung an die Ukraine – der Inhalt ist dabei im Wesentlichen konsistent. Le Parisien berichtete in der Vorwoche von einer möglichen Lieferung von 16 Rafale-Flugzeugen in den Jahren 2028–2029, während die 2025 unterzeichnete Absichtserklärung zwischen Macron und Selenskyj bis zu 100 Rafale-Kampfjets bis 2035 vorsieht – zwei verschiedene Zahlen aus zwei verschiedenen Ankündigungen, die in den vorliegenden Fakten nicht zusammengeführt werden.

Hintergrund

Im Jahr 2025 unterzeichneten Macron und Selenskyj eine Absichtserklärung, die den Weg für den Erwerb von bis zu 100 Rafale-Kampfjets durch die Ukraine bis 2035 ebnete. Im Juli erklärte Macron, die ersten Schulungsflüge ukrainischer Piloten auf Rafale-Jets würden in den kommenden Monaten beginnen. Am 1. Oktober sagte der französische Europastaatssekretär Benjamin Haddad, Frankreich habe bereits mit der Ausbildung ukrainischer Piloten auf der Rafale begonnen. Die Standardumschulung eines erfahrenen Kampfjetpiloten auf die Rafale in Frankreich dauert etwa fünf Monate. Nach dem Treffen der Koalition der Willigen in Paris kündigte Macron die Lieferung von 16 Rafale-Kampfjets, Radars und Raketen an die Ukraine an. Am 4. Oktober kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz in Kyjiw ein deutsches Unterstützungspaket von mehr als 1,3 Milliarden Euro an; Selenskyj berichtete, im Rahmen des Besuchs seien 15 Vereinbarungen im Gesamtwert von 8,5 Milliarden Euro mit Deutschland geschlossen worden. Das russische Außenministerium hatte zuletzt ausländische Staatsbürger und diplomatisches Personal davor gewarnt, in der Ukraine – einschließlich Kyjiw – zu bleiben, und neue „massive Schläge“ gegen die Stadt angekündigt.