Selenskyj telefoniert mit Macron und Stubb während russischem Ballistenangriff auf Kiew
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat während eines russischen Ballistenangriffs auf Kiew separate Telefongespräche mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb geführt. Themen waren der Bedarf an zusätzlichen Luftabwehrpaketen für die Ukraine und die Herausforderungen durch die Abschwächung der US-Sanktionen gegen russische Ölprodukte. Selenskyj rief zu gemeinsamem Druck auf Russland und zu mutigen Schritten auf und schlug eine gegenseitige Einstellung der Angriffe auf Energieinfrastruktur vor.
Das Wichtigste
- Selenskyj führte am 10. Oktober ein Telefongespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
- Das Gespräch fand während eines russischen Ballistenangriffs auf Kiew statt.
- Selenskyj erklärte den Bedarf an zusätzlichen Luftabwehrpaketen für die Ukraine als offensichtlich.
- Selenskyj warnte vor einer besonderen Bedrohung durch weitere Raketenangriffe in den kommenden Tagen.
- Thema war auch die Schwächung der US-Sanktionen gegen russische Ölprodukte; Selenskyj forderte gemeinsamen Druck auf Russland.
- Selenskyj sprach zudem separat mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb über neue russische Angriffe und russische Einnahmen aus Ölproduktexporten.
- Als Reaktion auf die US-Entscheidung zu russischem Diesel schlug Selenskyj einen gegenseitigen Verzicht auf Angriffe auf Energieinfrastruktur vor.
Warum es wichtig ist
Die Gespräche fanden während eines laufenden russischen Ballistenangriffs auf Kiew statt und machten die Dringlichkeit zusätzlicher ukrainischer Luftabwehr deutlich. Selenskyj suchte eine gemeinsame europäische Antwort auf die berichtete Lockerung der US-Sanktionen gegen russische Ölprodukte, die russische Kriegseinnahmen erhöhen könnte. Das öffentliche europäische Treffen kritisierte das berichtete US-russische Diesel-Abkommen und signalisierte transatlantische Differenzen in der Russland-Sanktionspolitik. Mit seinem Vorschlag eines gegenseitigen Verzichts auf Angriffe auf Energieinfrastruktur verknüpfte Selenskyj die Sanktionsfrage mit einem konkreten militärischen Schritt.
Was geschehen ist
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj führte am 10. Oktober ein Telefongespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, während Russland Kiew mit einem Ballistenangriff beschoss. Selenskyj erklärte, der Bedarf an zusätzlichen Luftabwehrpaketen für die Ukraine sei offensichtlich, und warnte vor einer besonderen Bedrohung durch weitere Raketenangriffe in den kommenden Tagen. In dem Gespräch mit Macron erörterten beide Seiten die Herausforderungen, die sich aus der Schwächung der US-Sanktionen gegen russische Ölprodukte ergeben, und Selenskyj forderte gemeinsame mutige Schritte, um den Druck auf Russland zu erhöhen. Er sagte, die Russen müssten spüren, dass sie nicht mehr das Potenzial hätten, den Krieg in die Länge zu ziehen, und dass die Koordination konkret sei und Treffen vorbereitet würden. Selenskyj kündigte die Gespräche über seinen X-Account an; die Berichterstattung erfolgte unter anderem durch "Європейська правда". In einem separaten Telefongespräch informierte Selenskyj den finnischen Präsidenten Alexander Stubb über neue russische Angriffe und erörterte zusätzliche russische Einnahmen aus dem Export von Ölprodukten, die möglicherweise zur Finanzierung weiterer russischer Aggression verwendet würden. Als Reaktion auf den Schritt der USA zu russischem Diesel schlug Selenskyj einen gegenseitigen Verzicht auf Angriffe auf Energieinfrastruktur vor: Die Ukraine würde russische Ölraffinerien nicht angreifen, wenn Russland die Beschießung ukrainischer Energieanlagen einstellt.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Quellen stellen die Geschichte als Selenskyjs diplomatische Kontaktaufsitz in den Vordergrund und präsentieren seine Anrufe bei Macron und Stubb als dringende Koordination angesichts eines laufenden russischen Ballistenangriffs auf Kiew. Die Berichterstattung rahmt den US-Schritt zu russischen Ölprodukten wiederholt als "Schwächung der Sanktionen" und betont Selenskyjs Forderung nach gemeinsamem Druck und zusätzlichen Luftabwehrpaketen.
Wo die Berichte auseinandergehen
Unter den ukrainischen Quellen besteht keine Einigkeit über die Rolle des finnischen Gesprächspartners: Einige Quellen bezeichnen die Person, die mit Selenskyj über Sanktionen sprach, als finnischen Premierminister, während andere Fakten Selenskyjs Gesprächspartner zu russischen Angriffen und Öleinnahmen als finnischen Präsidenten Alexander Stubb identifizieren.
Hintergrund
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angegeben, er habe mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin gesprochen und eine Vereinbarung über Lieferungen von russischem Dieselkraftstoff an amerikanische und Weltmärkte erzielt; das Abkommen könnte bis zu 1,8 Millionen Tonnen russischer Dieselmengen auf den Weltmarkt bringen. Trump verknüpfte das Abkommen mit sinkenden Kraftstoffpreisen über die US-Kontrolle der Straße von Hormus und Entscheidungen zu russischen Energieressourcen. In den USA wurde die Entscheidung kritisiert: Experten bezweifelten, dass sie die Preise senken werde, und verwiesen auf einen möglichen Konflikt mit dem Lindsey-Graham-Gesetz. Ukrainische Behörden und internationale Organisationen qualifizieren russische Angriffe auf ukrainische zivile Infrastruktur als Kriegsverbrechen; die russische Führung bestreitet gezielte Angriffe auf Zivilisten.