Zelensky warnt vor neuer russischer Großoffensive – Gespräch mit britischem Premier in New York
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte bei einem Treffen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer am 22. September in New York am Rande der UN-Generalversammlung, der ukrainische Geheimdienst habe Informationen über die Vorbereitung einer neuen massiven russischen Angriffswelle. Großbritannien kündigte ein Luftabwehrpaket über 100 Mio. Pfund (116 Mio. Euro) an, das unter anderem Patriot-Raketen umfasst und über den PURL-Mechanismus geliefert werden soll.
Das Wichtigste
- Selenskyj traf den britischen Premierminister Keir Starmer am 22. September in New York am Rande der UN-Generalversammlung.
- Der ukrainische Geheimdienst hat nach Angaben Selenskyjs Informationen, dass Russland eine neue massive Offensive vorbereitet.
- Großbritannien stellt 100 Mio. Pfund (116 Mio. Euro) für ein Luftabwehrpaket bereit, das unter anderem Patriot-Raketen umfasst.
- Die Lieferung soll über den PURL-Mechanismus erfolgen.
- Themen des Treffens waren Sicherheit, Schutz der Ukrainer, Wintervorbereitung und diplomatische Möglichkeiten.
- Beide Seiten sprachen sich dafür aus, die Sanktionen gegen Russland beizubehalten und zu verschärfen, solange der Krieg andauert.
Warum es wichtig ist
Die Warnung vor einer neuen russischen Großoffensive unterstreicht die Dringlichkeit der Sicherheitslage und dürfte die Entscheidungen der Verbündeten über Militärhilfe und Sanktionen direkt beeinflussen. Mit dem 100-Mio.-Pfund-Paket, das Patriot-Raketen einschließt und über den PURL-Mechanismus abgewickelt wird, liefert Großbritannien eine konkrete Vorwinter-Zusage zur Stärkung der Luftabwehr. Die gemeinsame Position gegen eine Lockerung der Russland-Sanktionen verfestigt den diplomatischen Druck im Rahmen der UN-Generalversammlung.
Was geschehen ist
Präsident Wolodymyr Selenskyj traf am 22. September in New York am Rande der UN-Generalversammlung mit dem britischen Premierminister Keir Starmer zusammen. Im Mittelpunkt standen die Sicherheitslage, der Schutz der ukrainischen Bevölkerung, die Vorbereitung auf den Winter und diplomatische Möglichkeiten. Selenskyj erklärte, der ukrainische Geheimdienst verfüge über Informationen, dass Russland eine neue massive Offensive vorbereite. Er betonte zugleich, dass die Ukraine mit internationalen Partnern im ständigen Austausch über zusätzliche Luftabwehrsysteme stehe. Beide Seiten bekräftigten ihre Haltung, die Sanktionen gegen Russland beizubehalten und zu verschärfen, solange der Krieg andauert und die ukrainische Bevölkerung täglich unter Raketen- und Drohnenangriffen leidet. Großbritannien kündigte ein neues Luftabwehrpaket im Wert von 100 Mio. Pfund (116 Mio. Euro) an, das unter anderem Patriot-Raketen umfasst und über den PURL-Mechanismus geliefert werden soll.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle vier herangezogenen ukrainischen Medien – Ukrainische Prawda, NV, Suspilne Novyny und Radio Swoboda – stellen die Geheimdienst-Warnung vor einer neuen russischen Großoffensive als zentrale Schlagzeile heraus. Die Berichterstattung rückt Selenskyj als Sprecher in den Vordergrund und rahmt das Treffen um die ukrainischen Sicherheitsbedürfnisse, Luftabwehr und Sanktionen gegen Moskau.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen sind sich uneins über die Identität des britischen Gesprächspartners von Selenskyj. Einige Artikel bezeichnen ihn als britischen Premierminister, andere als Andy Burnham, den Bürgermeister von Greater Manchester.
Hintergrund
Selenskyj hatte zuvor erklärt, US-Präsident Donald Trump sei der Erteilung von Lizenzen für die Produktion von Patriot-Raketen an die Ukraine positiv gegenüber eingestellt. Er sagte zudem, die Ukraine sei zu einem Energie-Waffenstillstand bereit, falls Russland die Angriffe auf ukrainische Energie-, Strom-, Wärme- und Wasserversorgungsinfrastruktur einstelle; die USA würden diese Position an Moskau übermitteln. Selenskyj äußerte außerdem, er habe Trump gebeten, den chinesischen Präsidenten Xi Jinping einzubeziehen, da dieser „Einfluss auf Putin" habe. Recherchen von Politico auf Basis erhaltener Dokumente und Satellitenbilder zeigen, dass Russland am Standort Alabuga-Wolokno in Tatarstan die Kapazitäten für Kohlenstofffasern und Kamikazedrohnen ausbaut; eine Experteneinschätzung geht von zusätzlichen 28.000 Kampfdrohnen pro Jahr aus, einem Plus von 78 %. Ukrainische Schätzungen gehen derzeit von über 36.000 Shahed-artigen Drohnen pro Jahr aus.