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Selenskyj kündigt Treffen mit Trump für Ende September an – Fokus auf US-Raketenabwehr

Wolodymyr Selenskyj hat am 8. September angekündigt, dass er US-Präsident Donald Trump in der Zeit zwischen dem 20. und 30. September treffen wolle. Hauptthema solle die Lieferung amerikanischer Abfangraketen für die ballistische Raketenabwehr an die Ukraine sein. Selenskyj sprach zudem über den russischen Angriff auf Kyiw in der Nacht zum 8. September, an dem ukrainischen Angaben zufolge rund 180 Luftziele beteiligt waren, sowie über eine mögliche trilaterale Verhandlungsrunde.

Das Wichtigste

  • Selenskyj erwartet ein Treffen mit Trump in der zweiten Septemberhälfte.
  • Hauptthema soll die Lieferung von US-Abfangraketen für die ballistische Raketenabwehr an die Ukraine sein.
  • Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner hielten sich am 6. September in Kyiw auf und trafen am 5. September in Moskau mit Wladimir Putin zusammen.
  • Während der Besuche einigten sich die Ukraine und Russland auf ein gegenseitiges, dreitägiges Moratorium für Angriffe auf die Hauptstädte.
  • In der Nacht zum 8. September griff Russland Kyiw nach ukrainischen Angaben mit rund 180 Luftzielen an, darunter Oniks-, Iskander-M/S-400- und KN-23-Ballistic-Raketen, 32 Ch-101-Marschflugkörpern und 166 Drohnen.
  • Die Ukraine entwickelt laut Selenskyj ein eigenes Anti-Ballistic-Programm mit dem Namen „Freyja" und hofft auf Unterstützung aus den USA und Europa.
  • Laut der Financial Times lehnte Trump eine Anfrage Selenskyjs über 300 Patriot-Raketen ab, um eigene Bestände zu schonen.

Warum es wichtig ist

Ein direktes Treffen SelenskyjTrump Ende September wäre die erste Begegnung dieser Art seit dem 28. Juli im Weißen Haus und stünde im Zeichen der dringenden Bitte der Ukraine um amerikanische Abfangraketen für die ballistische Raketenabwehr. Es fällt zeitlich mit der hochrangigen Woche der UN-Generalversammlung ab dem 22. September in New York zusammen, die Selenskyj regelmäßig besucht – und damit auf internationaler Bühne stattfindet. Dass Washington laut „Financial Times" bereits eine Anfrage über 300 Patriot-Raketen abgelehnt hat, macht die Gespräche zum Lackmustest, wie die USA die ukrainischen Luftverteidigungsbedürfnisse gegen die eigenen Bestände abwägen. Zugleich deuten die zeitnah hintereinander folgenden Besuche Witkoffs und Kushners in Moskau und Kyiw, das dreitägige gegenseitige Moratorium für Angriffe auf die Hauptstädte sowie eine mögliche trilaterale Gesprächsrunde Ukraine–USA–Russland auf eine wiederbelebte diplomatische Spur hin.

Was geschehen ist

Am 8. September kündigte Wolodymyr Selenskyj an, er erwarte für die Zeit zwischen dem 20. und 30. September ein persönliches Treffen mit US-Präsident Donald Trump. Hauptpunkt solle die Lieferung amerikanischer Abfangraketen für die ballistische Raketenabwehr an die Ukraine sein. Selenskyj begründete die Dringlichkeit mit dem Angriff auf Kyiw in der Nacht zum 8. September: Nach seinen Angaben habe Russland rund 180 Luftziele gestartet – darunter Oniks-, Iskander-M/S-400- und KN-23-Ballistic-Raketen, 32 Marschflugkörper vom Typ Ch-101 und 166 Drohnen. Die ukrainische Luftwaffe habe mehr als 30 Marschflugkörper und insgesamt etwa 90 Prozent der Ziele zerstört. Zugleich verwies Selenskyj auf die Vorgespräche: Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner hatten am 5. September Wladimir Putin in Moskau getroffen und waren am 6. September erstmals seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit in Kyiw mit Selenskyj zusammengekommen. Im Rahmen dieser Besuche einigten sich die Ukraine und Russland auf ein gegenseitiges, dreitägiges Moratorium für Angriffe auf die jeweiligen Hauptstädte. Selenskyj sprach zudem von einer Annäherung an ein trilaterales Format Ukraine–USA–Russland ohne weitere Einzelheiten. Die ukrainische Seite entwickle mit „Freyja" ein eigenes Anti-Ballistic-Programm und hoffe auf Unterstützung aus den USA und Europa.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Opferzahlen des Angriffs auf Kyiw in der Nacht zum 8. September werden in den Quellen unterschiedlich angegeben. Teils ist von zwei Toten und zehn Verletzten die Rede, teils von zwei Toten und zwölf Verletzten. Auch die Aufschlüsselung der abgefangenen Ziele weicht leicht voneinander ab.

Hintergrund

Trump-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner trafen am 5. September Wladimir Putin in Moskau und am 6. September Selenskyj in Kyiw; die Gespräche in Kyiw umfassten auch eine multilaterale Runde mit nationalen Sicherheitsberatern aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Während der Besuchsphase einigten sich die Ukraine und Russland auf ein gegenseitiges dreitägiges Moratorium für Angriffe auf die jeweiligen Hauptstädte. Selenskyj erklärte, die Ukraine habe zu wenig ballistische Abfangraketen und entwickle ein eigenes Anti-Ballistic-Programm mit dem Namen „Freyja" (FREYJA), für das sie auf US- und europäische Unterstützung hoffe. Beim Angriff auf Kyiw in der Nacht zum 8. September seien nach ukrainischen Angaben rund 180 Luftziele gestartet – darunter Oniks-, Iskander-M/S-400- und KN-23-Ballistic-Raketen, 32 Ch-101-Marschflugkörper und 166 Drohnen – von denen etwa 90 Prozent abgefangen worden seien. Laut „Financial Times" lehnte Trump eine Bitte Selenskyjs um 300 Patriot-Raketen ab, um US-Bestände zu schonen; Selenskyj sagte, Partner hätten als offiziellen Grund die Kämpfe im Nahen Osten genannt, weshalb die Ukraine in diesem Jahr dreimal weniger Raketen für die ballistische Abwehr erhalten habe als im Vorjahr. Witkoff sprach nach den Treffen in Moskau und Kyiw von „wesentlichen Fortschritten" im Friedensprozess; Kushner sagte, ein Ende des Krieges vor dem Winter sei nicht garantiert, die USA arbeiteten aber daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Als mögliche Orte für trilaterale Gespräche wurden die VAE, die Schweiz oder die Türkei genannt; auf der Tagesordnung könnten Energie- und Getreideexporte stehen, mit humanitären Fragen, insbesondere Gefangenenaustauschen, als vorrangigem Punkt.