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Selenskyj erklärt Ukraine zu Energie-Waffenstillstand mit Russland bereit – widerspricht Trump

Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einem CBS-News-Interview, die Ukraine sei zu einem Energie-Waffenstillstand mit Russland bereit, wies jedoch Donald Trumps frühere Behauptung zurück, eine solche Vereinbarung sei bereits in Kraft. Selenskyj knüpfte eine Deeskalation an US-Garantien für russische Zurückhaltung und betonte den asymmetrischen Charakter der Energie-Infrastruktur für beide Länder.

Das Wichtigste

  • 16. September 2026: Selenskyj sagte in einem CBS-News-Interview, die Ukraine sei zu einem Energie-Waffenstillstand mit Russland bereit.
  • 14. September 2026: Trump hatte erklärt, die Ukraine und Russland hätten vereinbart, sich gegenseitig nicht mehr Energieanlagen anzugreifen.
  • Selenskyj wies die Existenz eines solchen Waffenstillstands zurück und sagte, die Ukraine reagiere weiterhin auf russische Angriffe.
  • Die ukrainische Bereitschaft zur Deeskalation ist an US-Garantien geknüpft, dass Russland gegenseitige Zurückhaltung übt.
  • Selenskyj erklärte, für Russland gehe es bei Energieinfrastruktur um Öl- und Gasexporte, für die Ukraine um die Stromversorgung der Bevölkerung.
  • US-Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner hatten das Thema bei einem Besuch in Kiew angesprochen.
  • Selenskyj kündigte Hoffnung auf ein Treffen mit Trump in New York an, bei dem Energie- und Seewaffenstillstand im Mittelpunkt stehen sollen.

Warum es wichtig ist

Die Aussagen verdeutlichen eine öffentliche Differenz zwischen den Präsidenten der USA und der Ukraine über die Existenz eines Energie-Waffenstillstands mit Russland. Sie zeigen die asymmetrische Bedeutung der Energieinfrastruktur – Öl- und Gasexporte für Russland, Stromversorgung der Zivilbevölkerung für die Ukraine – und verknüpfen die Frage der Angriffe auf Infrastruktur mit den bevorstehenden Verhandlungen, einschließlich eines geplanten Treffens in New York.

Was geschehen ist

In einem Interview mit CBS News am 16. September erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Ukraine sei zu einem Energie-Waffenstillstand mit Russland bereit, wies jedoch Trumps Ankündigung vom 14. September zurück, wonach eine entsprechende Vereinbarung bereits bestehe. Selenskyj stellte klar, dass die Ukraine Angriffe auf russische Infrastruktur nur dann einstellen werde, wenn die USA Garantien geben könnten, dass Russland im Gegenzug ukrainische Energieanlagen nicht mehr angreife. Er erläuterte, dass Energieinfrastruktur für Russland vor allem mit Öl- und Gasexporten verbunden sei, für die Ukraine hingegen mit der Stromversorgung der Bevölkerung. US-Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner hatten das Thema bei einem Besuch in Kiew angesprochen und vorgeschlagen, Raffinerien und andere Energieanlagen in Betracht zu ziehen. Selenskyj sagte, Russland solle eine Liste eigener Objekte vorlegen, die es vor ukrainischen Angriffen geschützt sehen wolle, wenn es Vergeltungsschläge auf bestimmte Ziele ausschließen wolle. Die Financial Times berichtete unter Berufung auf Quellen, Trump habe seine Ankündigung übereilt veröffentlicht, da keine endgültige Vereinbarung erzielt worden sei. Selenskyj äußerte zudem die Hoffnung auf ein Treffen mit Trump in New York in der folgenden Woche, bei dem Energie- und Seewaffenstillstand im Mittelpunkt stehen sollen. Außenminister Andrij Sybiha bekräftigte ebenfalls die ukrainische Bereitschaft zu einem Energie-Waffenstillstand.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung stellt Selenskyjs Dementi eines bestehenden Waffenstillstands in den Mittelpunkt und betont, dass die Ukraine weiterhin auf russische Angriffe auf Energieinfrastruktur reagiere. Sie rahmt die Frage als Angelegenheit der zivilen Stromversorgung der Ukraine im Gegensatz zu Russlands Fokus auf Öl- und Gasexporte. Die Berichte betonen die bedingte ukrainische Bereitschaft zur Deeskalation in Abhängigkeit von US-Garantien für russische Gegenseitigkeit und verweisen auf die diplomatische Rolle von US-Gesandten in Kiew. Trumps Ankündigung wird als verfrüht dargestellt, gestützt auf FT-Berichte, denen zufolge Wladimir Putin vor dem Winter keine Vereinbarung anstrebe, weil er anhaltende Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur als Druckmittel für Zugeständnisse betrachte.

Wo die Berichte auseinandergehen

Trump hatte am 14. September erklärt, die Ukraine und Russland hätten vereinbart, sich gegenseitig nicht mehr Energieanlagen anzugreifen. Selenskyj wies dies zurück und erklärte, ein solcher Waffenstillstand bestehe nicht; die Ukraine reagiere weiterhin auf russische Angriffe. Die Financial Times berichtete, Trump habe seine Ankündigung übereilt veröffentlicht, da keine endgültige Vereinbarung erzielt worden sei. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag keine endgültige Vereinbarung über einen Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine vor.

Hintergrund

Selenskyj äußerte sich in einem Interview mit CBS News nach Trumps Erklärung vom 14. September über den angeblichen Waffenstillstand. US-Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner hatten das Thema eines Energie-Waffenstillstands bei einem Besuch in Kiew angesprochen und vorgeschlagen, Raffinerien und andere Energieanlagen zu erörtern. FT-Quellen zufolge will Wladimir Putin vor dem Winter keine Vereinbarung treffen, da die russische Seite anhaltende Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur als Mittel zur Druckausübung auf Kiew betrachtet.