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Selenskyj: Kiew ist bereit für Energie-Waffenstillstand mit Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einem Interview mit CBS News, Kiew sei bereit für einen Energie-Waffenstillstand mit Russland. Er wies zugleich die Aussage von US-Präsident Donald Trump zurück, wonach bereits eine entsprechende Vereinbarung getroffen worden sei, und knüpfte die Bereitschaft Kiews an Garantien für russische Zurückhaltung bei Angriffen auf ukrainische Energieinfrastruktur.

Das Wichtigste

  • Selenskyj erklärte in einem CBS-News-Interview, Kiew sei bereit für einen Energie-Waffenstillstand mit Russland.
  • Trump hatte am 14. September behauptet, die Ukraine habe zugestimmt, russische Energieanlagen nicht anzugreifen.
  • Selenskyj stellte als Bedingung, dass Partner Russland von Angriffen auf ukrainische Energieanlagen abhalten müssten.
  • Laut FT-Reporter Christopher Miller überstürzte Trump seine Erklärung, da keine endgültige Vereinbarung erzielt worden sei.
  • Selenskyj sagte, für Russland gehe es bei Energie um Öl- und Gasexporte, für die Ukraine um Strom für die Bevölkerung.
  • US-Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff hatten das Thema bei einem Besuch in Kiew angesprochen.

Warum es wichtig ist

Die Frage eines Energie-Waffenstillstands betrifft direkt Angriffe auf kritische Infrastruktur, von der ukrainische Haushalte für Strom und Heizung abhängen. Selenskyjs Gegenüberstellung – Russland schützt Exportinteressen, die Ukraine verteidigt die Versorgung der Bevölkerung – macht das Machtverhältnis in den Verhandlungen sichtbar. Dass Trump eine Vereinbarung verkündete, die nach FT-Berichten weder bestätigt noch von Moskau angestrebt ist, unterstreicht die Diskrepanz zwischen öffentlicher Diplomatie und tatsächlichem Verhandlungsstand.

Was geschehen ist

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in einem CBS-News-Interview, Kiew sei bereit für einen Energie-Waffenstillstand mit Russland, und schilderte dabei die Asymmetrie der Interessen: Während Russland Energieanlagen als Teil seiner Öl- und Gasexporte behandle, gehe es für die Ukraine um die Stromversorgung der Bevölkerung. Zugleich wies er Donald Trumps Aussage vom 14. September zurück, wonach die Ukraine bereits zugestimmt habe, russische Energieanlagen nicht anzugreifen. Nach Selenskyjs Darstellung müssten Partner garantieren, dass Russland im Gegenzug ukrainische Energieanlagen verschont, bevor Kiew einseitig Zurückhaltung übe. Nach Angaben des FT-Korrespondenten Christopher Miller hatte Trump seine Erklärung übereilt, da keine endgültige Vereinbarung vorliege. FT-Quellen berichteten zudem, Wladimir Putin wolle vor dem Winter kein Energieabkommen abschließen. Selenskyj bestätigte, dass die US-Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff das Thema bei einem Besuch in Kiew angesprochen hätten.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung stellt Selenskyjs Argumentation in den Mittelpunkt: Für die Ukraine sei Energie eine humanitäre Grundversorgung der Bevölkerung, für Russland ein Exportgut. Zugleich wird Trumps vorzeitige Ankündigung als haltlos dargestellt, weil Kiews Bereitschaft zur Zurückhaltung an die Bedingung geknüpft ist, dass Partner Russland von Angriffen auf ukrainische Energieanlagen abhalten.

Wo die Berichte auseinandergehen

Trump erklärte am 14. September, die Ukraine habe zugestimmt, russische Energieanlagen nicht anzugreifen, und behauptete, Russland habe sich zur Gegenseitigkeit bereit erklärt. Selenskyj wies dies zurück und sagte, Kiew halte sich nur zurück, wenn Partner russische Angriffe auf ukrainische Energieanlagen verhindern könnten. Der FT-Korrespondent Christopher Miller berichtete, Trump habe seine Erklärung übereilt abgegeben, da keine endgültige Vereinbarung erzielt worden sei. FT-Quellen erklärten zudem, Putin wolle vor dem Winter kein Energieabkommen abschließen, weil er von Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur zusätzlichen Druck auf Kiew erwarte.

Hintergrund

Russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur haben wiederholt Strom und Heizung für die Zivilbevölkerung außer Betrieb gesetzt, insbesondere vor dem Winter. Das Konzept eines Energie-Waffenstillstands – gegenseitige Zurückhaltung bei Angriffen auf Energieanlagen des anderen – war in den von den USA geführten Verhandlungen als möglicher vertrauensbildender Schritt eingebracht worden.