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Selenskyj warnt vor Vergeltung für russische Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 11. September, die Ukraine habe gelernt, auf russische Angriffe auf das Energiesystem „mit Würde" zu reagieren, und kündigte Vergeltung an, falls Russland in diesem Winter Blackouts in der Ukraine verursache. Gleichzeitig skizzierte er eine Verhandlungsalternative: einen Energie-Waffenstillstand, die Aufhebung der Blockade des Schwarzen Meeres und die Fortsetzung des Gefangenenaustauschs.

Das Wichtigste

  • Selenskyj sagte am 11. September in seinem Telegram-Kanal, wenn Russland das ukrainische Energiesystem treffe und Blackouts verursache, werde die Ukraine „mit Würde" antworten.
  • Er erklärte, Russland bereite sich darauf vor, die ukrainische Energieinfrastruktur in diesem Winter anzugreifen.
  • Selenskyj schlug als Verhandlungsalternative einen „Energie-Waffenstillstand" und eine schrittweise Aufhebung der Blockade des Schwarzen Meeres vor.
  • Die Aussagen fielen unter anderem im Gespräch mit dem US-Journalisten Fareed Zakaria beim Yalta European Strategy 2026 Forum.
  • Ukrainische Berater stehen nach Angaben Selenskyjs täglich mit dem US-Team in Kontakt, um eine trilaterale Sitzung vorzubereiten.
  • Selenskyj hofft auf ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump in New York Ende September, am Rande der UN-Generalversammlung.
  • Die USA und Kanada kündigten neue Hilfen an, darunter ein 100-jähriges Sicherheits- und Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen Kanada und der Ukraine.

Warum es wichtig ist

Die Erklärung signalisiert einen möglichen Eskalationskreislauf bei Angriffen auf kritische Energieinfrastruktur in beiden Ländern vor dem Winter. Zugleich stellt Selenskyj einen „Energie-Waffenstillstand" als mögliche Verhandlungskonzession vor, die Russlands Angriffe auf das ukrainische Energienetz einschränken könnte. Begleitet wird dies von Berichten über ukrainische Angriffe auf russische Öl- und Luftfahrtinfrastruktur, die auf wachsende Eskalationsfähigkeit Kiews hindeuten.

Was geschehen ist

Am 11. September erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seinem Telegram-Kanal, die Ukraine habe gelernt, „mit Würde" auf russische Angriffe zu reagieren, und kündigte Vergeltung an, falls Russland Blackouts in der Ukraine verursache. Er warnte zugleich, Russland bereite Angriffe auf das ukrainische Energiesystem im kommenden Winter vor.

Parallel dazu skizzierte Selenskyj eine Verhandlungsalternative: einen „Energie-Waffenstillstand", der die Energieinfrastruktur beider Länder schützen soll, sowie eine schrittweise Aufhebung der Blockade des Schwarzen Meeres. Er betonte die Fortsetzung des Gefangenenaustauschs und die Rückführung von Zivilisten, Journalisten und ukrainischen Kindern.

Selenskyj sagte, ukrainische Berater stünden täglich mit dem US-Team in Kontakt, um eine trilaterale Sitzung vorzubereiten, und äußerte die Hoffnung auf ein persönliches Treffen mit US-Präsident Donald Trump in New York am Rande der UN-Generalversammlung Ende September. Er rechne nicht damit, dass ein trilaterales Treffen vor den russischen Parlamentswahlen am 20. September stattfinden könne.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien stellen Selenskyjs Aussagen zur Vergeltungsbereitschaft in den Mittelpunkt und betonen die Fähigkeit der Ukraine, auf russische Angriffe „mit Würde" zu antworten. Gleichzeitig wird die Verhandlungsalternative hervorgehoben: Energie-Waffenstillstand, Aufhebung der Blockade des Schwarzen Meeres und Fortsetzung des Gefangenen- und Kinderaustauschs. Ukrainische Quellen unterstreichen operative Erfolge gegen russische Energie-, Hafen- und Luftfahrtinfrastruktur als Beleg für die wachsende Schlagkraft Kiews und rahmen den parallelen Friedensprozess als dringlich, mit ersten bis Ende September erwarteten Ergebnissen sowie einem geplanten Treffen SelenskyjTrump in New York.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die in dieser Zusammenstellung einzige nicht-ukrainische Quelle aus Katar (Al Jazeera Arabic) konzentriert sich auf das bevorstehende ukrainisch-amerikanische Treffen und die kanadischen Zusagen zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr, nicht auf Selenskyjs Vergeltungsdrohungen.

Hintergrund

Seit dem Frühjahr 2026 führt die Ukraine nach Angaben Selenskyjs systematisch Angriffe auf russische Einrichtungen, darunter Ölraffinerien, durch. Laut IEA behindern diese Drohnenangriffe die Erholung der russischen Ölverarbeitung, und Sanktionen verlangsamen den Wiederaufbau. Am 21. August berichtete The Atlantic unter Berufung auf Quellen über eine geplante ukrainische Operation namens „M&M's" mit bis zu 1.000 KI-gesteuerten autonomen Drohnen pro Tag gegen Moskauer Flughäfen. Im Herbst 2025 hatte Selenskyj bereits Vergeltungs-Blackouts in Moskau angedroht, die damals jedoch nicht ausgeführt wurden.