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Ukrainische Drohnen treffen Gasförderanlagen tief in Russlands Arktis

Am 9. September haben ukrainische Drohnen die Gas-Kondensat-Aufbereitungsanlagen Nowy Urengoi und Purowski im russischen Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen getroffen. Die ukrainischen Spezialeinsatzkräfte (SSO) bezeichneten den Angriff als den tiefsten Schlag auf russisches Territorium seit Beginn des großangelegten Krieges. Eine industrielle Anlage in Nowy Urengoi geriet in Brand, Verletzte oder Tote gab es laut den Behörden nicht.

Das Wichtigste

  • SSO-Einheiten „Deep Strike" schlugen am 9. September die Anlagen Nowy Urengoi und Purowski im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen.
  • Die SSO bezeichnete den Angriff als den tiefsten Schlag auf russisches Territorium während des gesamten Krieges.
  • Getroffen wurde die Nowy-Urengoi-Gaskondensat-Aufbereitungs- und Transportanlage (ЗПКТ) der Gazprom-Gruppe mit einer Auslegungskapazität von rund 19,5 Millionen Tonnen Rohstoff pro Jahr.
  • Die Purowski-Anlage verarbeitete im Jahr 2025 13,4 Millionen Tonnen Gaskondensat.
  • Bei der Anlage in Nowy Urengoi brach nach dem Einschlag ein Brand aus; die Druckentlastung erfolgte über eine Fackel.
  • Nach Angaben des Gouverneurs der Region, Dmitri Artyukchow, gab es keine Verletzten oder Tote.
  • Der Autonome Kreis der Jamal-Nenzen deckt laut Berichten rund 80 Prozent der russischen Gasproduktion ab.
  • Die Angaben zur Entfernung der Anlage zur ukrainischen Grenze variieren zwischen rund 2.800 km und über 3.300 km.

Warum es wichtig ist

Der Angriff traf zwei große Anlagen der Gazprom-Gruppe in einer Region, die etwa 80 Prozent der russischen Gasproduktion liefert. Die SSO bezeichnete ihn als den tiefsten Schlag der ukrainischen Streitkräfte in diesem Krieg und stellt damit die Reichweite und Wirkung der ukrainischen Drohnenproduktion unter Beweis. Auch wenn keine Opfer gemeldet wurden, verursachte der Einschlag einen sichtbaren Brand und eine Fackelverbrennung, was auf eine Betriebsstörung an einer strategisch wichtigen Aufbereitungsanlage hinweist.

Was geschehen ist

Am 9. September griffen ukrainische Drohnen zwei Gasförderanlagen im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen an: die Nowy-Urengoi-Anlage (ЗПКТ) und die Purowski-Anlage. Die Nowy-Urengoi-Anlage gehört zur Gazprom-Gruppe und hat eine Auslegungskapazität von rund 19,5 Millionen Tonnen Rohstoff pro Jahr. Nach dem Einschlag brach in der Nowy-Urengoi-Anlage ein Brand aus, und der Druck im System wurde über eine Fackel abgelassen – sichtbar auf Videoaufnahmen der OSINT-Kanäle Exilenova+ und Supernova+. Der Gouverneur der Region, Dmitri Artyukchow, bestätigte den Vorfall und erklärte, Trümmerteile einer Drohne hätten den Brand ausgelöst; Opfer seien nicht zu beklagen. Der Bevollmächtigte des russischen Präsidenten im Ural-Föderationskreis, Artem Schoga, sprach von einem versuchten Drohnenangriff auf eine Anlage des Brennstoff- und Energiekomplexes in Jamal, ohne das Objekt namentlich zu nennen. Die ukrainische SSO erklärte, ihre Einheiten „Deep Strike" hätten die Nowy-Urengoi- und die Purowski-Anlage erfolgreich getroffen, und bezeichnete den Angriff als den tiefsten Schlag auf russisches Territorium seit Beginn des großangelegten Krieges. Das ukrainische Verteidigungsunternehmen Fire Point reklamierte den Angriff mit seinen FP-1-Drohnen für sich und erklärte, diese hätten mehr als 3.200 Kilometer zurückgelegt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Angaben zur Entfernung zwischen der ukrainischen Grenze und der Nowy-Urengoi-Anlage schwanken je nach Quelle: Rund 2.800 km, über 3.000 km, etwa 3.200 km oder über 3.300 km werden genannt. Fire Point selbst sprach in einer Stellungnahme von über 3.200 km Flugstrecke, in einer anderen von über 3.300 km.

Hintergrund

Die Nowy-Urengoi-Anlage (ЗПКТ) gehört zur Gazprom-Gruppe, liegt im Zentrum des Urengoi-Feldes und erhält zusätzliche Rohstoffe über die Kondensat-Pipelines Jamburg-Urengoi und Sapjarnoje-Nowy Urengoi. Die Purowski-Anlage verarbeitete im Jahr 2025 13,4 Millionen Tonnen Gaskondensat. Vor diesem Angriff galt der Omsker Ölraffinerie-Brand vom 6. Juli in etwa 2.500 km Entfernung zur ukrainischen Grenze als am weitesten entferntes Ziel. Ende Mai 2026 wurde im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen erstmals seit Beginn der großangelegten Invasion Raketenalarm ausgerufen. OSINT-Kanäle wie Exilenova+ und Supernova+ berichteten über den Angriff und veröffentlichten Videoaufnahmen vom Brand und der Fackel.