Selenskyj kündigt mögliches Treffen mit Trump in New York am 21.–23. September an
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 14. September in einem Telethon-Interview, dass er sich am Rande der UN-Generalversammlung in New York (21.–23. September) mit US-Präsident Donald Trump treffen könnte. Themen sollen ein Energie- und Seewaffenstillstand mit Russland vor dem Winter sein. Der Kreml erklärte indes, Gespräche über einen Energiewaffenstillstand würden derzeit nicht stattfinden.
Das Wichtigste
- Selenskyj nannte den 21.–23. September während der UNGA-Hochrangwoche in New York als möglichen Zeitraum für ein Treffen mit Trump.
- Geplant sind Gespräche über einen Energie- und Seewaffenstillstand mit Russland vor dem Winter.
- Kremlsprecher Peskow sagte am 10. September, dass Gespräche über einen Energiewaffenstillstand derzeit nicht stattfinden.
- Trump hatte am 8. September mit Putin telefoniert und auf ein baldiges Ende des Krieges gedrängt.
- Die Sondergesandten Trumps, Steve Witkoff und Jared Kushner, besuchten am 6. September Kiew – in Begleitung von Sicherheitsberatern aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland.
- Selenskyj erklärte, wenn Putin keinen vollständigen Waffenstillstand wolle, sei zumindest ein Getreide- und Energiewaffenstillstand nötig.
Warum es wichtig ist
Ein Treffen Selenskyjs mit Trump am Rande der UN-Generalversammlung könnte einen Teilwaffenstillstand für Energieinfrastruktur und das Schwarze Meer noch vor Beginn der Heizperiode ermöglichen. Selenskyj betrachtet einen Energie- und Getreidewaffenstillstand als Plan B, falls Putin keinem vollständigen Kriegsende zustimmt. Die Äußerung Peskows, dass solche Gespräche derzeit nicht stattfänden, signalisiert jedoch russischen Widerstand gegen die Initiative.
Was geschehen ist
Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am 14. September in einem Interview mit dem ukrainischen Telethon Yedyni Novyny, dass er sich am 21.–23. September in New York mit US-Präsident Donald Trump treffen könnte – am Rande der hochrangigen Woche der 81. UN-Generalversammlung. Auf der Tagesordnung stünden ein Energie- und Seewaffenstillstand mit Russland sowie ein Ende gegenseitiger Angriffe auf Energieinfrastruktur und das Schwarze Meer vor dem Winter. Selenskyj erklärte, die Ukraine sei offen für einen kombinierten See- und Energiewaffenstillstand. Sollte Putin keinem umfassenden Waffenstillstand zustimmen, sei zumindest ein Getreide- und Energiewaffenstillstand nötig. Das Treffen wird vor dem Hintergrund des Besuchs der Sondergesandten Trumps, Steve Witkoff und Jared Kushner, am 6. September in Kiew vorbereitet, den sie gemeinsam mit Sicherheitsberatern aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland absolvierten. Am 8. September hatte Trump in einem Telefonat mit Putin auf ein baldiges Ende des Krieges gedrängt.
Wo die Berichte auseinandergehen
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte am 10. September, Gespräche über einen möglichen Energiewaffenstillstand mit der Ukraine würden derzeit nicht stattfinden, und verweigerte am selben Tag die Antwort auf die Frage, ob Moskau ein Ende der Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur garantieren werde, falls die Ukraine ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien einstelle. Damit widersprach er direkt der von Selenskyj geäußerten Bereitschaft, einen solchen Waffenstillstand zu diskutieren und zu verfolgen.
Hintergrund
Russland hat den Zugang der Ukraine zum Schwarzen Meer blockiert; die Ukraine reagierte mit einer Blockade des russischen Zugangs zum Schwarzen Meer. Selenskyj bezeichnete dies als faire Reaktion; Indien, Ägypten, Saudi-Arabien und andere Länder sprächen das Thema wegen der Auswirkungen auf ihre Märkte an. Die Sondergesandten Trumps, Steve Witkoff und Jared Kushner, trafen am 5. September 2025 in Russland mit Putin zusammen und besuchten am 6. September die Ukraine; nach der Reise sprachen sie von neuen Ideen zur Beendigung des Krieges, äußerten jedoch Zweifel an Putins Bereitschaft zu ernsthaften Verhandlungen. Der Leiter des Präsidialamts, Kyrylo Budanow, erklärte, eine neue Runde von Friedensgesprächen könne Anfang Oktober stattfinden. Selenskyj hatte zuvor seine Bereitschaft signalisiert, Putin am G20-Gipfel im Dezember in Miami zu treffen. Die Ukraine hatte Russland über amerikanische Vermittler vorgeschlagen, die Angriffe auf Energieinfrastruktur einzustellen; Putin unterstützte die Initiative nicht. Seit Beginn des Jahres 2026 hat die Ukraine mehr als 70 Angriffe auf russische Ölraffinerien ausgeführt; Moskau beschränkte daraufhin Dieselexporte bis zum 31. Januar 2027.