Putin-Gesandter Dmitriew führt in Washington Gespräche mit US-Vertretern
Kirill Dmitriew, Sondergesandter von Wladimir Putin, hat am 28. September in Washington mit US-Vertretern Gespräche über eine Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine und mögliche Energiekooperationen nach dem Krieg geführt. Ein US-Vertreter bezeichnete die Gespräche als „konstruktiv". Der Besuch folgt auf das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande der UN-Generalversammlung in New York.
Das Wichtigste
- Putin-Gesandter Kirill Dmitriew führte am 28. September in Washington Gespräche mit US-Vertretern.
- Themen waren eine Beendigung des Ukraine-Krieges und mögliche US-russische Energieinitiativen für die Zeit nach dem Krieg.
- Dmitriew traf sich mit Vertretern des US-Finanzministeriums und des US-Energieministeriums.
- Dmitriew ist zugleich Leiter des Russian Direct Investment Fund (RDIF).
- Ein US-Vertreter bezeichnete die Gespräche als „konstruktiv" (Reuters, unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle im Weißen Haus).
- Der Besuch folgte auf das Trump-Selenskyj-Treffen am 22. September am Rande der UN-Generalversammlung in New York.
Warum es wichtig ist
Der Besuch markiert eine Wiederbelebung des direkten diplomatischen Kanals zwischen den USA und Russland zur Ukraine-Frage nach dem Treffen Trumps mit Selenskyj bei der UN-Generalversammlung. Die Erörterung von Energiekooperationen nach dem Krieg deutet auf eine mögliche wirtschaftliche Dimension einer künftigen Regelung hin. Die Gespräche gelten als Vorläufer eines für Oktober erwarteten trilateralen Treffens zwischen den USA, der Ukraine und Russland.
Was geschehen ist
Kirill Dmitriew, Sondergesandter des russischen Präsidenten Wladimir Putin und Leiter des Russian Direct Investment Fund, hielt sich am 28. September in Washington auf und führte Gespräche mit US-Vertretern. Nach Angaben von Reuters, das sich auf eine nicht namentlich genannte Quelle im Weißen Haus berief, trafen sich Dmitriew unter anderem mit Repräsentanten des US-Finanzministeriums und des US-Energieministeriums. Die Gespräche befassten sich mit der Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine sowie mit möglichen US-russischen Energieinitiativen für die Zeit nach dem Krieg. Ein US-Vertreter beschrieb die Gespräche als „konstruktiv". Der Besuch folgte auf das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am 22. September am Rande der 81. UN-Generalversammlung in New York.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainischsprachige Medien stellten Dmitriews Rolle als Putin-Gesandter in den Vordergrund und kennzeichneten die Gespräche als „friedliche Beilegung" in Anführungszeichen – ein Ausdruck von Skepsis gegenüber der russischen Rahmung. Sie betonten Selenskyjs Position der Gegenseitigkeit bei einem möglichen Energie-Waffenstillstand und seine Aussage, die USA hätten die Ukraine nicht gebeten, ihre Angriffe auf Russland einseitig einzustellen. Zudem stellten sie den breiteren diplomatischen Ablauf dar: das Trump-Selenskyj-Treffen bei der UN, Selenskyjs drei Deeskalationsschritte und das Treffen einer ukrainischen Delegation mit amerikanischen Unterhändlern am 24. September.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Der englischsprachige Agenturbericht stellte das diplomatische Signal in den Mittelpunkt – die „konstruktiv"-Charakterisierung durch einen US-Vertreter und die Einbeziehung von Energieinitiativen für die Zeit nach dem Krieg –, weniger die Bedingungen der Ukraine. Er hob Dmitriews parallele Rolle als Leiter des Russian Direct Investment Fund hervor und verknüpfte die Gesandtenspur mit möglicher Wirtschafts- und Energiekooperation. Der Besuch wurde in den Kontext der breiteren US-Shuttle-Diplomatie eingebettet, mit Verweis auf die Besuche von Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew.
Wo die Berichte auseinandergehen
Eine Quelle (APA) formuliert, das letzte trilaterale Treffen habe „vor dem Beginn eines Krieges mit dem Iran" stattgefunden – eine Formulierung, die in den übrigen Quellen nicht weiter ausgeführt oder untermauert wird.
Hintergrund
Das letzte trilaterale Treffen zwischen den USA, der Ukraine und Russland fand im Februar statt; trilateraler Verhandlungen sind seitdem de facto eingefroren. Am 23. September erklärte US-Außenminister Marco Rubio nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow, beide Seiten hätten Interesse an einer begrenzten Waffenruhe im Bereich Getreide und Energie bekundet. Am 24. September erklärte Selenskyj, die Trump-Administration treibe drei vorrangige Schritte zur Deeskalation des Krieges und zur Wiederaufnahme von Verhandlungen mit Russland vor. Trump sagte bei der UN-Generalversammlung, er erwarte ein Abkommen zwischen Russland und der Ukraine; Putin sei „bereit für ein Treffen". Selenskyj erklärte, die Ukraine sei offen für einen Energie-Waffenstillstand auf Gegenseitigkeitsbasis und hoffe, den Krieg vor dem Winter zu beenden. US-Vertreter Steve Witkoff und Jared Kushner hatten Anfang September Moskau besucht und anschließend erstmals Kiew.