Veröffentlicht am · Aktualisiert:

Selenskyj kündigt ukrainische Bereitschaft zu trilaterialen Gesprächen mit den USA und Russland an

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Kyjiw die Bereitschaft der Ukraine bestätigt, vor Ende Oktober an einem von den USA vorgeschlagenen trilaterialen Treffen auf technischer Ebene mit Russland teilzunehmen. Die Gespräche könnten in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden. Die Ukraine wartet nun auf eine Antwort aus Moskau.

Das Wichtigste

  • Selenskyj kündigte die ukrainische Bereitschaft am 4. Oktober auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Kyjiw an.
  • Die USA haben vorgeschlagen, das Treffen auf technischer Ebene vor Ende Oktober abzuhalten.
  • Als möglicher Ort werden die Vereinigten Arabischen Emirate genannt; die Ukraine ist offen für andere von den USA vorgeschlagene Standorte.
  • Die Ukraine hat ihre Bereitschaft bereits am 3. Oktober gegenüber der US-Seite bestätigt.
  • Mögliche Themen: partielle Waffenruhe und gegenseitiger Verzicht auf Angriffe auf Energieinfrastruktur.
  • Die Ukraine wartet auf die Antwort Russlands auf den US-Vorschlag.
  • Die letzten trilateralen Gespräche zwischen Ukraine, USA und Russland fanden am 26. Februar 2026 in Genf statt.

Warum es wichtig ist

Die Ankündigung markiert den ersten konkreten Schritt zur Wiederaufnahme direkter trilateraler Gespräche zwischen der Ukraine, den USA und Russland, nachdem die vorherige Runde Anfang 2026 unterbrochen worden war. Mit der Bestätigung von Format (technische Ebene), Zeitrahmen (vor Ende Oktober) und möglichem Ort (VAE) hat die Ukraine den diplomatischen Ball nach Moskau gespielt. Eine mögliche Einigung über eine Teilwaffenruhe und gegenseitige Angriffsverzichte auf Energieinfrastruktur hätte direkte Auswirkungen auf die Energiesicherheit beider Länder und die Weltmärkte.

Was geschehen ist

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 4. Oktober auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Kyjiw, die Ukraine sei bereit, an einem von den USA vorgeschlagenen trilateralen Treffen auf technischer Ebene mit Russland teilzunehmen. Der Vorschlag der US-Seite sieht das Treffen vor Ende Oktober vor. Als möglicher Ort gelten die Vereinigten Arabischen Emirate; die Ukraine zeigte sich offen für jeden anderen von den USA vorgeschlagenen Standort. Selenskyj erklärte, er habe die ukrainische Bereitschaft bereits am 3. Oktober gegenüber der amerikanischen Verhandlungsgruppe bestätigt und am Vortag der Pressekonferenz mit dieser Gruppe gesprochen. Nach Angaben von Selenskyj haben die USA den Vorschlag bereits (oder werden ihn) an Russland übermitteln; die Ukraine wartet nun auf eine Antwort aus Moskau. Medienberichten zufolge könnten die Themen des Treffens eine partielle Waffenruhe sowie ein gegenseitiger Verzicht auf Angriffe auf Energieinfrastruktur umfassen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle verfügbaren Quellen sind ukrainisch und zeichnen ein einheitliches Bild: Die Ukraine wird als konstruktiver und vorbereiteter Teilnehmer dargestellt, der den nächsten Schritt Russland überlässt. Die ukrainischen Medien betonen Selenskyjs Bestätigung der Bereitschaft am 3. Oktober sowie die diplomatischen Kontakte — Gespräche mit der US-Verhandlungsgruppe und die Offenheit bei der Wahl des Veranstaltungsortes — um eine aktive ukrainische Diplomatie zu unterstreichen. Hervorgehoben wird zudem, dass es in den geschlossenen Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump keinen Versuch gegeben habe, Kyjiw unter Druck zu setzen, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einseitig einzustellen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Ein Artikel datiert Selenskyjs Aussage über den US-Vorschlag für trilaterale Gespräche in den VAE auf den 25. Oktober, während alle anderen Quellen die gemeinsame Pressekonferenz mit Bundeskanzler Merz und Selenskyjs Bestätigung der Bereitschaft auf den 3. Oktober legen.

Hintergrund

Die letzten trilateralen Gespräche zwischen der Ukraine, den USA und Russland fanden am 26. Februar 2026 in Genf statt, nachdem zuvor zwei Runden in Abu Dhabi abgehalten worden waren. Eine für Anfang März 2026 geplante neue Runde wurde wegen einer US-israelischen Operation gegen den Iran verschoben. Die aktuelle Initiative geht auf ein Treffen Selenskyjs mit US-Präsident Donald Trump Ende September in New York zurück; im Anschluss wurden mögliche Teilnehmer wie Kyrylo Budanow, Rustem Umjerow, Jared Kushner, Steve Witkoff und Kirill Dmitrijew genannt. Parallel dazu organisieren die Türkei und die Vereinten Nationen separate Russland-Ukraine-Gespräche über eine Waffenruhe im Schwarzen Meer zum Schutz von Getreidelieferungen angesichts steigender globaler Lebensmittelpreise. In einem separaten diplomatischen Strang soll US-Präsident Trump Selenskyj gebeten haben, die Angriffe auf russische Ölraffinerien zu verlangsamen — was Selenskyj nach eigener Darstellung nicht unter Druck zugesagt hat.