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Trump sagt, er habe Selenskyj gebeten, Angriffe auf russische Raffinerien zu verlangsamen

US-Präsident Donald Trump erklärte, er habe den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aufgefordert, die Angriffe auf russische Ölraffinerien zu verlangsamen, und behauptete, Selenskyj habe geantwortet, er werde dies „wahrscheinlich" tun. Trump führte die steigenden Dieselpreise vor allem auf ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien zurück und warnte vor einer möglichen „weltweiten Krise". Selenskyj widersprach der Darstellung und erklärte, in den geschlossenen Gesprächen in New York sei kein Druck auf Kiew ausgeübt worden.

Das Wichtigste

  • Trump sagte, er habe Selenskyj gebeten, die Angriffe auf russische Ölraffinerien zu verlangsamen ("пригальмувати"), und behauptete, Selenskyj habe geantwortet, er werde dies „wahrscheinlich" tun.
  • Trump erklärte, steigende Dieselpreise seien „nicht so sehr ein Nahost-Problem als ein Russland-Problem", und führte sie auf ukrainische Angriffe auf russische Dieselraffinerien zurück.
  • Trump warnte, die Angriffe auf russische Raffinerien könnten sich zu einer „Weltkrise" ("world problem") auswachsen, und meinte, Selenskyj könne „andere Dinge tun".
  • Selenskyj erklärte am 21. September, die Ukraine sei bereit, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, wenn Russland die ukrainische Energieinfrastruktur nicht mehr angreift.
  • Trump und Selenskyj trafen sich am 22. September in New York am Rande der UN-Generalversammlung; ein Thema war ein Energie-Waffenstillstand.
  • Nach dem Treffen gingen die Angriffe auf russische Raffinerien weiter: in der Nacht zum 25. September wurden Raffinerien in Perm und Nowoschachtinsk getroffen, am 26. September die Ilysky-Raffinerie in der Region Krasnodar.
  • Selenskyj widersprach Trumps Darstellung: in den geschlossenen Gesprächen sei nicht versucht worden, Kiew zur Einstellung der Angriffe auf Ölraffinerien zu zwingen.

Warum es wichtig ist

Trump übt öffentlich Druck auf Selenskyj aus, einen zentralen Bestandteil der ukrainischen Kampagne gegen die russische Energieinfrastruktur zurückzufahren, und führt die weltweit steigenden Dieselpreise vor allem auf ukrainische Angriffe zurück – ein politisch heikles Thema für seine eigene Regierung. Selenskyj knüpft einen möglichen Stopp jedoch an die Bedingung, dass Russland seinerseits die ukrainische Energieinfrastruktur verschont, und an Garantien von Partnern. Dass die Angriffe auf russische Raffinerien nach dem New Yorker Treffen vom 22. September weitergingen, zeigt eine Lücke zwischen Trumps öffentlicher Darstellung und der Lage vor Ort.

Was geschehen ist

US-Präsident Donald Trump erklärte, er habe den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gebeten, die ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien zu verlangsamen. Er behauptete, Selenskyj habe geantwortet, er werde dies „wahrscheinlich" tun. Trump führte die weltweit steigenden Dieselpreise vor allem auf ukrainische Angriffe auf russische Dieselraffinerien zurück und nannte sie, im Gegensatz zur Nahost-Problematik, „ein Russland-Problem". Er warnte, solche Angriffe könnten sich zu einer „Weltkrise" auswachsen, und meinte, Selenskyj könne „andere Dinge tun". Am 22. September trafen sich Trump und Selenskyj am Rande der UN-Generalversammlung in New York; nach Selenskyjs Angaben war ein Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine eines der Themen. In der Nacht zum 25. September wurden zwei russische Raffinerien in Perm und Nowoschachtinsk getroffen, am 26. September die Ilysky-Raffinerie in der Region Krasnodar. Selenskyj widersprach Trumps Darstellung: in den geschlossenen Gesprächen habe es keine Versuche gegeben, Kiew zur Einstellung der Angriffe auf Raffinerien zu zwingen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien verwenden bei der Wiedergabe von Trumps Behauptung, Selenskyj habe einer Verlangsamung der Angriffe zugestimmt, durchgehend abschwächende Formulierungen wie „пригальмувати" und „нібито погодився" ("soll angeblich zugestimmt haben"). Sie rücken dessen Gegenposition in den Vordergrund: ein Stopp sei nur bei einem Ende russischer Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur und mit Partner-Garantien denkbar. Zudem verweisen sie auf die Analyseabteilung von Forbes Ukraine, die den US-Iran-Konflikt als deutlich wichtigere Ursache für die weltweit steigenden Treibstoffpreise ausmacht als ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien, und sie betonen den Widerspruch zwischen Trumps öffentlicher Darstellung und Selenskyjs Aussagen über die New Yorker Begegnung. Ukrainische Quellen weisen zudem darauf hin, dass die Angriffe nach dem 22. September nicht aufhörten, und nennen die Vorfälle in Perm, Nowoschachtinsk und an der Ilysky-Raffinerie.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die einzige englischsprachige Quelle (eine aserbaidschanische Agentur) titelt positiv mit „Selenskyj responds positively to Trump's request" und übernimmt damit Trumps Rahmung ohne die in ukrainischen Medien übliche Distanzierung. Internationale Berichterstattung stellt vor allem Trumps Zuschreibung der weltweit steigenden Dieselpreise an ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und seine Warnung vor einer möglichen „Weltkrise" in den Mittelpunkt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Selenskyj widersprach direkt Trumps öffentlicher Darstellung: in den geschlossenen Gesprächen in New York sei nicht versucht worden, Kiew zur Einstellung der Angriffe auf Ölraffinerien und ähnliche Einrichtungen zu zwingen. Die Analyseabteilung von Forbes Ukraine kommt außerdem zum Schluss, dass der US-Iran-Konflikt einen deutlich größeren Einfluss auf die weltweiten Versorgung mit Diesel, Öl und Gas hat als ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien – im Widerspruch zu Trumps Erklärung, ukrainische Angriffe seien die Hauptursache für steigende Dieselpreise. Eine einzelne Quelle (Bildunterschrift in Artikel 39114) datiert das Trump-Selenskyj-Treffen am UN-Gipfel in New York auf den 22. September 2026, während alle anderen Quellen den 22. September ohne Jahresangabe nennen.

Hintergrund

Am 13. September hatte Trump erstmals öffentlich den weltweiten Treibstoffmangel mit ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien verknüpft und Selenskyj aufgefordert, diese einzustellen. Am 14. September behauptete Trump, die Ukraine und Russland hätten sich darauf geeinigt, die Energieinfrastruktur des jeweils anderen nicht mehr anzugreifen; Selenskyj stellte klar, die Ukraine sei zu einem gegenseitigen Stopp nur bereit, wenn Partner garantierten, dass Russland die Vereinbarung einhält. Das Telefonat zwischen Trump und Selenskyj am 20. September – bei dem Trump laut Axios mehrfach einen Stopp der Angriffe auf russische Raffinerien forderte – fand wenige Stunden nach einem großangelegten ukrainischen Angriff auf eine Moskauer Raffinerie statt. Am 21. September erklärte Selenskyj, die Ukraine sei bereit, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, wenn Russland seinerseits die ukrainische Energieinfrastruktur nicht mehr angreift; Trump sagte am selben Tag, Russland habe die Kontrolle über seine eigene Dieselindustrie verloren und der Krieg „müsse beendet werden". US-Außenminister Marco Rubio erklärte am 23. September, ein Energie-Waffenstillstand sei schwierig, Washington werde es aber versuchen.