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Selenskyj und Trump vereinbaren persönliches Treffen in New York am Rande der UN-Generalversammlung

Am Abend des 20. September führten der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der US-Präsident Donald Trump ein Telefongespräch. Dabei vereinbarten sie ein persönliches Treffen in New York am Rande der UN-Generalversammlung (22.–28. September). Selenskyj bezeichnete den Friedensprozess als oberste Priorität und erklärte, die Ukraine sei bereit, gemeinsam mit dem US-Team „wirklich ernsthafte Schritte“ zu gehen.

Das Wichtigste

  • Telefongespräch zwischen Selenskyj und Trump am Abend des 20. September; Selenskyj kündigte es über Telegram an.
  • Beide Seiten einigten sich auf ein bilaterales Treffen in New York am Rande der UN-Generalversammlung (22.–28. September).
  • Das genaue Datum der Begegnung ist unklar: Eine Quelle nennt den 21.–22. September, eine andere den 21.–23. September.
  • Selenskyj erklärte, der „Friedensprozess sei Priorität Nummer eins“ („Мирний трек — це пріоритет номер один“).
  • Selenskyj sagte, die Ukraine sei bereit, „wirklich ernsthafte Schritte“ mit dem amerikanischen Team zu unternehmen.
  • Selenskyj dankte Trump für den Besuch der Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew am 6. September.
  • Selenskyj dankte Trump zudem für die Unterzeichnung des nach Senator Lindsey Graham benannten Sanktionsgesetzes gegen Russland.
  • Themen für das Treffen sollen nach früheren Äußerungen unter anderem die antiballistische Verteidigung der Ukraine sowie ein Energie- und ein Seewaffenstillstand sein.

Warum es wichtig ist

Das Telefongespräch bestätigt ein direktes bilaterales Treffen zwischen Selenskyj und Trump am Rande der UN-Generalversammlung nach mehrtägiger Ungewissheit. Es bringt die explizite Botschaft hervor, dass der „Friedensprozess“ oberste Priorität habe und die Ukraine bereit sei, „wirklich ernsthafte Schritte“ mit den USA zu gehen. Selenskyj verband die diplomatische Abstimmung mit konkreten Maßnahmen: dem Besuch der Sondergesandten Witkoff und Kushner in Kiew sowie der Unterzeichnung des Lindsey-Graham-Sanktionsgesetzes gegen Russland. Damit ist der Rahmen für persönliche Gespräche über bislang benannte Themen gesetzt – antiballistische Verteidigung der Ukraine sowie ein Energie- und ein Seewaffenstillstand.

Was geschehen ist

Am Abend des 20. September führten der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump ein Telefongespräch. Selenskyj kündigte es über Telegram und weitere soziale Netzwerke an. Im Verlauf des Gesprächs einigten sich beide Seiten auf ein persönliches Treffen in New York am Rande der UN-Generalversammlung, die für den 22. bis 28. September anberaumt ist. Selenskyj bezeichnete das Treffen als „diplomatische Dynamik“ und sagte, es „kann vieles verändern“. Er erklärte den „Friedensprozess“ zur „Priorität Nummer eins“ und äußerte die Bereitschaft der Ukraine, gemeinsam mit dem amerikanischen Team „wirklich ernsthafte Schritte“ zu gehen. Selenskyj dankte Trump zudem für den Besuch der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew am 6. September – dem ersten Vermittlungsbesuch dieser beiden in der Ukraine – sowie für die Unterzeichnung des nach Senator Lindsey Graham benannten Sanktionsgesetzes, das erhebliche Zölle auf führende Käufer russischen Öls vorsieht. Als mögliche Themen für das Treffen waren zuvor unter anderem die antiballistische Verteidigung der Ukraine sowie ein Energie- und ein Seewaffenstillstand genannt worden.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien stellten den Anruf Selenskyjs in den Vordergrund und betonten die Botschaft „Der Friedensprozess ist Priorität Nummer eins“ sowie die Bereitschaft der Ukraine zu „wirklich ernsthaften Schritten“. Ausführlich wurde hervorgehoben, dass Selenskyj Trump für den Besuch von Witkoff und Kushner in Kiew und für die Unterzeichnung des Lindsey-Graham-Sanktionsgesetzes dankte. Ukrainische Quellen betonten die diplomatische Dynamik und die Möglichkeit, dass das New Yorker Treffen „vieles verändern“ kann. Sie verwiesen zudem darauf, dass das bilaterale Treffen bis zum 19. September von ukrainischen Stellen noch nicht bestätigt gewesen sei, und stellten damit die Unsicherheit heraus, die durch den Anruf aufgelöst wurde.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Der deutschsprachige Artikel (Der Spiegel) rahmt das Gespräch als Teil der US-Vermittlung zwischen Kiew und Moskau und stellt heraus, dass Witkoff und Kushner erstmals in Vermittlerrolle in die Ukraine reisten, während sie zuvor mehrfach in Russland gewesen waren; er verweist darauf, dass Russland eine Wiederaufnahme direkter Gespräche im Oktober als möglich erachtet. Derselbe Artikel hebt hervor, dass Selenskyj zunächst kein genaues Datum für das New Yorker Treffen nannte und das Treffen „in der kommenden Woche“ am Rande der UN-Generalversammlung erwartet werde. Englischsprachige Agentur- und Medienberichte (APA, South China Morning Post) reduzierten die Meldung auf die Kerntatsache, dass Selenskyj und Trump sich auf ein Treffen in New York geeinigt hätten. Der kasachische, russischsprachige Tengrinews-Beitrag berichtete relativ neutral über den Anruf und das geplante Treffen und erwähnte sowohl den Dank für den Besuch von Witkoff und Kushner als auch für die Unterzeichnung des Lindsey-Graham-Gesetzes.

Wo die Berichte auseinandergehen

Zwei Quellen nennen unterschiedliche vorläufige Zeitfenster für das New Yorker Treffen: Artikel 28174 gibt den 21.–22. September an, Artikel 28175 den 21.–23. September. Eine genauere Datierung war aus dem Telefongespräch selbst nicht hervorgegangen.

Hintergrund

Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner hielten sich am 6. September zu Vermittlungsgesprächen in Kiew auf – ihr erster Besuch in dieser Rolle in der Ukraine nach mehreren vorherigen Reisen nach Moskau. Am 11. September erklärte Selenskyj, die Ukraine sei bereit, auf Vergeltungsschläge gegen die russische Energieinfrastruktur zu verzichten, falls Russland seine Angriffe auf das ukrainische Stromnetz einstelle. Am 10. September schloss Selenskyj ein trilaterales Treffen Ukraine–USA–Russland vor den für den 20. September angesetzten russischen Parlamentswahlen aus. Am 12. September sagte Kyrylo Budanow, Leiter des Präsidialamts der Ukraine, eine neue Runde trilateraler Friedensgespräche sei im Oktober möglich; am selben Tag erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow, Moskau sei zu Gesprächen mit der Ukraine bereit, werde die Kampfhandlungen währenddessen aber nicht einstellen. Bis zum 19. September war nach Angaben zweier ukrainischer Beamter gegenüber Suspilne ein bilaterales Treffen Selenskyjs mit Trump am Rande der UN-Generalversammlung noch nicht bestätigt. Das letzte bilaterale Treffen der beiden Präsidenten hatte am 28. Juli im Weißen Haus stattgefunden.