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Selenskyj und Trump telefonieren und vereinbaren Treffen in New York

Am Abend des 20. September führten der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump ein Telefongespräch, in dem sie ein persönliches Treffen in New York am Rande der UN-Generalversammlung vereinbarten. Selenskyj dankte Trump für den Besuch der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew am 6. September sowie für die Unterzeichnung des Lindsey-Graham-Gesetzes zu Sanktionen gegen Russland. Laut Axios-Quellen forderte Trump Selenskyj wiederholt auf, ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen, und verband dies mit steigenden globalen Dieselpreisen.

Das Wichtigste

  • Am Abend des 20. September führten Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump ein Telefongespräch.
  • Beide Präsidenten vereinbarten ein persönliches Treffen in New York am Rande der UN-Generalversammlung.
  • Selenskyj kündigte die Verabredung über Telegram und soziale Medien an.
  • Selenskyj bezeichnete den „Friedenspfad“ als „Priorität Nummer eins" und sagte, es gebe Ideen zu Deeskalationsschritten sowie zu Energie, Ernährung und Schutz der Bevölkerung.
  • Selenskyj bedankte sich bei Trump für den Besuch von Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew am 6. September sowie für die Unterzeichnung des Lindsey-Graham-Gesetzes zu Sanktionen gegen Russland.
  • Laut Axios-Quellen drängte Trump Selenskyj wiederholt, ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen, und verwies auf globale Dieselpreise; das Wort „Diesel" sei im Gespräch mehrfach gefallen.
  • Das Treffen wird nach Axios-Berichten für Dienstag, den 22. September, erwartet; ukrainische Quellen nennen Fenster vom 21.–22. bzw. 21.–23. September.

Warum es wichtig ist

Das Gespräch brachte ein konkretes bilaterales Treffen am Rande der UN-Generalversammlung auf den Weg, einer zentralen diplomatischen Bühne für mögliche Fortschritte auf dem Friedenspfad. Zugleich signalisierte Trumps Forderung nach einem Ende ukrainischer Angriffe auf russische Ölraffinerien potenzielle Spannungen innerhalb der US-ukrainischen Abstimmung. Selenskyjs öffentliche Rahmung des „Friedenspfads" als Priorität Nummer eins sowie die Erwähnung konkreter Themen wie Energie, Ernährung und Schutz der Bevölkerung deuten auf eine substanzielle Agenda jenseits zeremonieller Treffen hin.

Was geschehen ist

Am Abend des 20. September führen der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump ein Telefongespräch. Während des Anrufs vereinbaren beide ein persönliches Treffen in New York, das nach ukrainischen und Axios-Berichten am Rande der UN-Generalversammlung stattfinden soll. Selenskyj kündigt die Verabredung über seinen Telegram-Kanal und in sozialen Medien an. Nach seinen Angaben dankte Selenskyjs Präsident Trump für den Besuch der Sonderbeauftragten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew am 6. September sowie für die Unterzeichnung des nach Senator Lindsey Graham benannten Gesetzes, das Sanktionen gegen Russland vorsieht. Selenskyj bezeichnet den „Friedenspfad" als „Priorität Nummer eins" und spricht von Ideen zu Deeskalationsschritten und grundlegenden Sicherheitsfragen — Energie, Ernährung und Schutz der Bevölkerung. Nach Angaben von Axios-Quellen, die mit dem Gespräch vertraut sind, forderte Trump Selenskyj wiederholt auf, ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen, und verband dies mit steigenden globalen Dieselpreisen; das Wort „Diesel" sei demnach mehrfach gefallen. Der ukrainische Verhandlungsleiter und Chef des Auslandsnachrichtendienstes, Rustem Umerow, sagte gegenüber Axios, er habe in den vergangenen Tagen mit Vertretern des Weißen Hauses an der Organisation des Treffens gearbeitet.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien stellten das Gespräch als Bestätigung der US-ukrainischen Solidarität dar und hoben Selenskyjs optimistische Rahmung hervor: Das Treffen in New York „kann viel verändern", „diplomatische Dynamik ist da", und der „Friedenspfad" sei „Priorität Nummer eins". Große Aufmerksamkeit erhielt Selenskyjs Dank an Trump für den Besuch von Witkoff und Kushner in Kiew sowie für die Unterzeichnung des Lindsey-Graham-Sanktionsgesetzes. Mehrere ukrainische Medien (und die darin zitierten Axios-Berichte) gingen ausführlich auf Trumps Forderung ein, ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen, und ordneten dies als Druckpunkt aus Washington ein.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Internationale Berichterstattung — auf Englisch, Französisch und Deutsch — konzentrierte sich vor allem auf die Schlagzeile der vereinbarten Begegnung in New York und stellte das Treffen am Rande der UN-Generalversammlung als nächsten Meilenstein in der diplomatischen Entwicklung dar. Das Sanktionsgesetz und der Besuch von Witkoff und Kushner in Kiew wurden in der internationalen Berichterstattung weniger hervorgehoben. Die französischsprachige Live-Berichterstattung rahmtete den Anruf primär als Update in der Gesamterzählung „Krieg in der Ukraine" ein.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen nennen unterschiedliche Zeitfenster für das geplante Trump-Selenskyj-Treffen in New York: Einige ukrainische Quellen (etwa ZN.UA) geben den 21.–22. September an, andere (etwa die in den Berichten zitierte Einschätzung mit weiteren Quellen wie Європейська правда) nennen den 21.–23. September, und mehrere — darunter Axios unter Berufung auf ukrainische Quellen — verweisen konkret auf Dienstag, den 22. September.

Hintergrund

Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner hielten sich Anfang September in Moskau auf und führten am 6. September in Kiew Gespräche mit Selenskyj; danach sprach Selenskyj von „wertvollen Ideen" der amerikanischen Seite zur Beendigung des Krieges und bestätigte die Bereitschaft zur Wiederherstellung eines trilateralen Ukraine-USA-Russland-Formats. Das letzte bilaterale Treffen zwischen Trump und Selenskyj fand am 28. Juli im Weißen Haus statt, wo beide Präsidenten eine Intensivierung der Verhandlungen auf allen Ebenen vereinbarten. Selenskyj hatte am 8. September angekündigt, er erwarte ein Treffen mit Trump in den Zwanzigern des Septembers und wolle dabei auch die antiballistische Verteidigung der Ukraine erörtern; am 14. September nannte er ein See- und Energie-Waffenstillstandsthema für New York. Am 10. September erklärte Selenskyj, es werde kein trilaterales Treffen vor den für den 20. September angesetzten russischen Parlamentswahlen geben. Am 12. September sagte der Leiter des Präsidialamtes, Kyrylo Budanow, eine neue Runde trilateraler Friedensgespräche sei möglicherweise im Oktober möglich; am selben Tag erklärte Russlands Außenminister Sergej Lawrow, Moskau sei zu Gesprächen bereit, werde die Kampfhandlungen währenddessen aber nicht einstellen. Stand 19. September berichtete Suspilne unter Berufung auf zwei ukrainische Beamte, dass das bilaterale Trump-Selenskyj-Treffen am Rande der UN-Generalversammlung noch nicht bestätigt sei.