Zelensky: Ukraine hielt zwei Tage lang Energieangriffe aus, Russland nicht
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine habe nach Trumps Ankündigung eines Energie-Waffenstillstands zwei Tage lang keine russische Energieinfrastruktur angegriffen. Russland habe in derselben Zeit ukrainische Energieanlagen beschossen. Zugleich berichten Medien, EU-Staaten hätten seit März 2022 rund 197 Milliarden Euro für russische fossile Brennstoffe bezahlt, während US-Präsident Donald Trump ein Abkommen über russische Dieselimporte in die USA ankündigte, das auf parteiübergreifenden Widerstand im Senat stößt.
Das Wichtigste
- Selenskyj: Ukraine griff zwei Tage nach Trumps Energie-Waffenstillstand keine russische Öl- oder Energieinfrastruktur an; Russland beschoss in derselben Zeit ukrainische Energieanlagen.
- Berichten zufolge zahlten EU-Staaten zwischen März 2022 und Juli 2026 rund 197 Milliarden Euro (etwa 209 Milliarden Dollar) für russische fossile Brennstoffe.
- Trump schrieb in sozialen Medien, die EU habe 250 Milliarden Dollar für russische Energieträger bezahlt – diese Zahl widerspricht den Medienberichten.
- Am 9. Oktober kündigte Trump ein Abkommen mit Wladimir Putin über russische Diesel-Lieferungen auf den amerikanischen und Weltmarkt an.
- Sieben US-Senatoren beider Parteien erklärten, die Trump-Entscheidung widerspreche US-Recht und forderten die sofortige Rücknahme.
- Die Trump-Regierung droht, das Waffenbeschaffungssystem für die Ukraine zu stoppen, sollte Kiew die Angriffe auf russische Ölraffinerien nicht einstellen.
- Das Abkommen betrifft nach Selenskyj 300.000 bis 500.000 Tonnen Diesel pro Monat; der Weltverbrauch liegt bei 120 Millionen Tonnen pro Monat.
Warum es wichtig ist
EU-Zahlungen für russische Energie sind seit der Invasion zurückgegangen, aber nicht gestoppt. Ein angeblicher US-russischer Deal über russische Energielieferungen auf den Weltmarkt hat parteiübergreifende Kritik im US-Senat ausgelöst. Trump kündigte einen Energie-Waffenstillstand zwischen Ukraine und Russland an, der auf Ölraffinerien beschränkt ist. Die US-Regierung setzt Kiew zugleich unter Druck, tiefere Angriffe auf russische Energieanlagen einzustellen. Die Ukraine begrüßte den Waffenstillstand öffentlich, verwies jedoch auf russische Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur und fehlende russische Bestätigung.
Was geschehen ist
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine habe zwei Tage nach der Ankündigung eines Energie-Waffenstillstands durch US-Präsident Donald Trump keine russische Öl- oder Energieinfrastruktur angegriffen. Russland habe in derselben Zeit ukrainische Energieanlagen und kritische Infrastruktur angegriffen. Die Erklärung wurde auf Facebook veröffentlicht, wie die Ukrinform berichtete. Medienberichten zufolge zahlten EU-Staaten zwischen März 2022 und Juli 2026 rund 197 Milliarden Euro (etwa 209 Milliarden Dollar) für russische fossile Brennstoffe. Trump schrieb in sozialen Medien, die EU habe 250 Milliarden Dollar für russische Energieträger bezahlt – eine Zahl, die von den Medienberichten abweicht. Am 9. Oktober hatte Trump zudem ein mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin ausgehandeltes Abkommen über russische Diesel-Lieferungen auf den amerikanischen und Weltmarkt angekündigt. Sieben US-Senatoren beider Parteien erklärten, die Entscheidung widerspreche einem US-Kongressbeschluss von 2022 zum Importstopp russischer Energieträger und forderten die sofortige Rücknahme. Der angekündigte Energie-Waffenstillstand sieht nur die Einstellung von Angriffen auf Ölraffinerien vor; die Ukraine verfügt über nur eine Raffinerie, die zudem nicht auf voller Kapazität arbeitet und wiederholt Ziel russischer Angriffe war.
Wo die Berichte auseinandergehen
Medienberichte beziffern die Zahlungen der EU für russische Energieträger zwischen März 2022 und Juli 2026 auf etwa 197 Milliarden Euro (rund 209 Milliarden Dollar), während US-Präsident Donald Trump in sozialen Medien von 250 Milliarden Dollar sprach. Donald Trump kündigte einen Energie-Waffenstillstand zwischen Ukraine und Russland mit beiderseitiger Zustimmung an, der sofort gelten solle; Wolodymyr Selenskyj erklärte hingegen, er habe keine Bestätigung für Russlands Zustimmung gehört, und wies darauf hin, dass Russland ukrainische Energieinfrastruktur weiterhin angreife.
Hintergrund
Der REPowerEU-Plan hatte die EU schrittweise aus russischen fossilen Brennstoffen gelöst; ohne diesen Plan wären die Ausgaben der EU für russische fossile Brennstoffe Schätzungen zufolge auf rund 475 Milliarden Euro gestiegen. Der Anteil russischer Energie an den gesamten fossilen Brennstoffausgaben der EU war bis 2023 auf etwa 6 Prozent gesunken; die verringerte Abhängigkeit hat nach Berechnungen zusätzliche Kosten von etwa 278 Milliarden Euro vermieden. Der US-Kongress hatte 2022 ein Importverbot für russische Energieträger erlassen, um zu verhindern, dass US-Gelder Russlands Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Die Ukraine verfügt über nur eine Ölraffinerie, die wiederholt Ziel russischer Angriffe war; Russland betreibt ein ausgedehntes Raffinerienetz.