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Selenskyj kündigt erste Ergebnisse ukrainischer Kleinst-Raketen gegen reaktive Shaheds für zweite Oktoberhälfte an

Bei einem gemeinsamen Pressetermin mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew hat Präsident Wolodymyr Selenskyj angekündigt, dass die Ukraine noch in der zweiten Oktoberhälfte erste Ergebnisse ihres neu entwickelten Programms kleiner, inländisch produzierter Raketen gegen reaktive (düsengetriebene) Shahed-Drohnen erwartet. Selenskyj bezifferte die aktuelle Abfangquote konventioneller Shaheds auf etwa 85 bis 92 Prozent, die der reaktiven Varianten auf rund 50 bis 60 Prozent. F-16-Kampfjets mit 20-mm-Munition seien derzeit das wirksamste Mittel gegen die schnellen Drohnen; die Ukraine verhandelt mit mehreren europäischen Partnern über Munitionslieferungen.

Das Wichtigste

  • Selenskyj kündigte an, dass die Ukraine in der zweiten Oktoberhälfte erste Ergebnisse ihres Programms kleiner heimisch produzierter Raketen gegen reaktive Drohnen erwartet.
  • Die Abfangquote konventioneller Shaheds liegt laut Selenskyj bei rund 85–92 %, die der reaktiven Varianten bei etwa 50–60 %.
  • F-16-Jets mit 20-mm-Munition gelten als derzeit wirksamstes Mittel gegen reaktive Drohnen; Abfangergebnisse zwischen 50 % und 60 %.
  • Die Ukraine verhandelt mit Polen, Frankreich, Norwegen, Schweden und Finnland über 20-mm-Munitionslieferungen für F-16.
  • Laut Selenskyj wurden 12 Flugabwehrtürme in Kiew installiert, 8 weitere sind geplant; im Großraum Kiew sind es 50.
  • In der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober griff Russland die Ukraine mit 135 Shahed-Drohnen an, davon 52 reaktiv.
  • Im September startete Russland laut Selenskyj über 2 730 reaktive Shaheds, von denen über 1 500 abgefangen oder unterdrückt wurden.
  • Russland plant nach Selenskyjs Angaben, im nächsten Jahr 12 Mrd. US-Dollar für die Produktion reaktiver Drohnen und Marschflugkörper auszugeben.

Warum es wichtig ist

Reaktive Shaheds sind deutlich schwerer abzufangen als konventionelle – bei einer Quote von nur 50–60 % erreicht ein erheblicher Anteil sein Ziel. Gelingt es der Ukraine, eigene kleine Abwehrraketen in Serie zu produzieren, wäre sie bei der Drohnenabwehr weniger auf westliche Lieferungen angewiesen. Gleichzeitig baut die Ukraine die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern aus, um die F-16-Flotte mit genügend 20-mm-Munition zu versorgen. Angesichts der von Russland geplanten Steigerung der Drohnenproduktion auf 12 Mrd. US-Dollar im nächsten Jahr gewinnt das Wettrüsten bei Abfangsystemen zusätzlich an Dringlichkeit.

Was geschehen ist

Präsident Wolodymyr Selenskyj trat am 4. Oktober 2026 in Kiew gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz vor die Presse und gab einen Überblick über die aktuellen Fähigkeiten und Pläne der Ukraine zur Drohnenabwehr. Er erklärte, dass die Ukraine derzeit etwa 85–92 % der konventionellen Shahed-Drohnen und rund 50–60 % der neuartigen reaktiven Drohnen abschieße. F-16-Kampfjets mit 20-mm-Munition seien das wirksamste Mittel gegen die schnellen Ziele; die Ukraine strebe an, täglich 5 000–6 000 Schuss pro Tag einsetzen zu können, und führe dazu Gespräche mit Polen, Frankreich, Norwegen, Schweden und Finnland. Selenskyj kündigte an, dass die Ukraine in der zweiten Oktoberhälfte erste Ergebnisse eines Programms kleiner heimisch produzierter Raketen zur Drohnenabwehr erwarte; bei erfolgreichen Tests solle die Produktion rasch hochgefahren werden. Er erwähnte zudem die Abfangdrohne ‚Bars‘ (Effektivität ca. 30 %), die in deutsch-ukrainischer Kooperation gefertigt werde und von der 2 000 Einheiten erwartet werden, sowie 12 bereits installierte Flugabwehrtürme in Kiew (acht weitere geplant) und 50 im Großraum Kiew. In der Nacht zum 4. Oktober hatte Russland 135 Shaheds – davon 52 reaktiv – auf die Ukraine angesetzt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen weichen in einigen Details voneinander ab. So wird die F-16-Abfangquote teils als Bereich 50–60 % beschrieben, teils mit konkreten Werten wie 50 %, 55 % und mitunter 60 % – beide Varianten sind im Kern konsistent. Zudem heben verschiedene Artikel unterschiedliche Waffensysteme hervor: einige betonen die Abfangdrohne ‚Bars‘, andere die deutsch-ukrainische Produktion mit 2 000 geplanten Einheiten, wieder andere die Interzeptoren ‚Spys‘ und die Rakete ‚Nika‘. Kein einzelner Beitrag nennt alle Systeme zusammen. Auch die Liste der Partnerländer variiert – manche Quellen nennen nur Polen und Frankreich, andere zusätzlich Norwegen, Schweden und Finnland, und eine Quelle erwähnt, dass Spanien und Belgien bereits 20-mm-Munition liefern.

Hintergrund

Reaktive (düsengetriebene) Varianten der Shahed-Drohne sind eine neue Herausforderung: Allein im September feuerte Russland nach Angaben Selenskyjs über 2 730 reaktive Shaheds auf die Ukraine ab, von denen mehr als 1 500 abgefangen oder unterdrückt wurden. Die Ukraine und Deutschland produzieren gemeinsam die Abfangdrohne ‚Bars‘ (geplant: 2 000 Stück); ein ukrainisch-deutscher Interzeptor namens ‚Spys‘ hat nach Angaben Selenskyjs einen Test bestanden, und eine ukrainische Rakete namens ‚Nika‘ wurde eigens zur Bekämpfung reaktiver Shaheds entwickelt. Beim Besuch von Bundeskanzler Merz in Kiew unterzeichneten beide Seiten Verteidigungs-, Sicherheits-, Energie- und Rettungstechnik-Abkommen im Gesamtwert von über 8,5 Mrd. Euro, darunter ein deutscher Hilfspaket über 1 Mrd. Euro.