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Selenskyj: Ukrainische Luftwaffe schießt 55–60 % der reaktiven Schahed-Drohnen ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Samstag, den 17. Oktober, dass die ukrainische Luftwaffe derzeit 55 bis 60 Prozent der russischen reaktiven Schahed-Drohnen abschießt. Die gestiegene Wirksamkeit führt er auf erhöhte Lieferungen von 20-mm-Munition für F-16-Kampfjets zurück. Selenskyj kündigte zudem neue, preisgünstige Raketenlösungen von Partnern und aus ukrainischer Produktion sowie den Ausbau der Turret-Fertigung an.

Das Wichtigste

  • Selenskyj bezifferte den Anteil der Luftwaffe an Abschüssen reaktiver Schahed-Drohnen am 17. Oktober auf 55–60 %.
  • Die Wirksamkeit sei nach zusätzlichen Verträgen und Bestätigungen von Partnern für 20-mm-Munition für F-16 gestiegen.
  • Ukrainische Turrets erzielten bereits Dutzende Drohnenabschüsse; die Produktion wird von Einzelstücken auf Dutzende und mehr hochgefahren.
  • Ukraine verfügt über eigene Produktion preisgünstiger Abwehrraketen; Partnerlösungen sollen ebenfalls bald eintreffen.
  • Mit Partnern laufen Gespräche über PAC-2- und PAC-3-Raketen zur Abwehr ballistischer Raketen.
  • Beim gemeinsamen europäisch-ukrainischen Luftverteidigungsprojekt „Freya" hängt laut Selenskyj nun vieles von Frankreich, Deutschland, Dänemark und Norwegen ab.
  • Am 15. Oktober hatte die ukrainische Luftabwehr laut Meldungen rund 90 % der tagsüber gestarteten reaktiven Drohnen neutralisiert (125 von 138).

Warum es wichtig ist

Die Aussage misst dem bemannten Fluggerät – vor allem F-16 – einen erheblichen Anteil der Abschüsse reaktiver Schahed-Drohnen zu und macht dafür konkret die erhöhte Verfügbarkeit von 20-mm-Munition verantwortlich. Zugleich zeigt der ukrainische Präsident einen gestaffelten Ausbau der Luftabwehr auf: preisgünstige Raketen und Turrets aus eigener Produktion, neue Partnerlieferungen, Verhandlungen über PAC-2/PAC-3 gegen ballistische Raketen sowie das gemeinsame Projekt „Freya". Damit deutet sich eine Verschiebung von reaktiver Drohnenabwehr hin zu mehrschichtiger Luftverteidigung an.

Was geschehen ist

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Samstag, den 17. Oktober, in einem Audiokommentar gegenüber Journalisten, dass die ukrainische Luftwaffe 55 bis 60 Prozent der russischen reaktiven Schahed-Drohnen abschieße. Dieser Anteil sei möglich geworden, weil mit Partnern zusätzliche Verträge und Zusagen für 20-mm-Munition für F-16-Kampfjets vereinbart worden seien. Selenskyj kündigte an, dass neue, preisgünstige Raketenlösungen – von Partnern und aus ukrainischer Eigenproduktion – zur Drohnenabwehr in Kürze in der Ukraine eintreffen werden. Außerdem werde die Fertigung von Turrets zur Drohnenabwehr von Einzelstücken auf Dutzende Stück ausgeweitet; bereits jetzt seien damit Dutzende Abschüsse erzielt worden. Parallel führe die Ukraine Gespräche über PAC-2- und PAC-3-Raketen zur Abwehr ballistischer Raketen; beim gemeinsamen europäisch-ukrainischen Projekt „Freya" habe die Ukraine ihren Teil der Arbeit erledigt, nun komme es auf Frankreich, Deutschland, Dänemark und Norwegen an.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle vorliegenden Quellen sind ukrainisch und stellen Selenskyj einheitlich als Quelle dar; der Wert von 55–60 % wird als offizielle Präsidentenaussage präsentiert. Die Berichterstattung betont sowohl eigene Produktion – preisgünstige Abwehrraketen, Turrets, die inzwischen in Dutzenden Stückzahlen gefertigt werden – als auch neue Partnerlieferungen und rahmt die Luftabwehr als gemeinsame Anstrengung von nationaler Industrie und Verbündeten. Jüngste operative Ergebnisse – rund 90 % neutralisierte Drohnen am 15. Oktober, die Bars-Erfolgsmeldung vom 11. Oktober – werden als Belege für eine steigende Wirksamkeit gegen reaktive Drohnen angeführt. Künftige Schritte – das „Freya"-Projekt, PAC-2/PAC-3-Gespräche und ein geplanter Liefervertrag mit Deutschland – werden als konkrete nächste Etappen dargestellt.

Wo die Berichte auseinandergehen

In den Quellen finden sich zwei leicht unterschiedliche Spannen für den Luftfahrtanteil an Abschüssen reaktiver Schaheds: Selenskyjs eigene Aussagen geben durchgängig 55–60 % an, während eine frühere Schätzung 50–60 % formuliert. Beide Werte bewegen sich in derselben Größenordnung; der Unterschied ist marginal.

Hintergrund

Am 15. Oktober meldete die ukrainische Luftabwehr, dass sie zwischen 07:30 und 18:00 Uhr 125 von 138 gestarteten Drohnen – darunter 79 reaktive – abgeschossen oder unterdrückt habe, was rund 90 % entspricht. Am 11. Oktober erklärte Verteidigungsminister Jevhenij Chmara, dass konventionelle Schaheds bereits zu über 90 % abgefangen würden; eine Einheit habe mit fünf „Bars"-Abfangdrohnen fünf Ziele mit 100 % Wirkung zerstört. Am 2. Oktober sagte Selenskyj der Financial Times, dass fünf Typen von Abfangdrohnen getestet würden und einer davon bis Ende Oktober in etwa 400 Einheiten produziert werden solle. Abfangdrohnen sind derzeit durch Geschwindigkeitsbegrenzungen bei Starlink eingeschränkt. Die Entwicklung antiballistischer Systeme wird als normalerweise jahrzehntelange Aufgabe beschrieben.