Selenskyj: Russland gibt Jet-Drohnen-Technologie an Nordkorea weiter
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bestätigt, dass Russland Technologie für Jet-Drohnen an Nordkorea weitergibt. Damit werde die Hilfe Nordkoreas bei Raketen vergolten. Die Aussage fällt in eine Phase deutlich intensivierter Drohnenangriffe auf die Ukraine.
Das Wichtigste
- Selenskyj sagte, Russland habe Jet-Drohnen-Technologie an Nordkorea weitergegeben, und antwortete auf eine entsprechende Frage mit „Ja, sicher".
- Laut Selenskyj gibt Russland seine gesamte Technologie an Nordkorea weiter, weil Nordkorea Russland mit Raketen versorgt habe.
- Während des großangelegten Krieges habe Nordkorea Millionen Artilleriegranaten und später ballistische Raketen an Russland geliefert, die gegen ukrainische Städte eingesetzt wurden.
- Russland hat die Angriffe mit hochgeschwindigkeitsfähigen „Schahed"-Drohnen auf die Ukraine in den letzten Wochen deutlich verstärkt.
- Nur Militärkampfjets können die Jet-Drohnen bisher zuverlässig abschießen; Polen wird ukrainische F-16 mit Munition dagegen verstärken.
- Tausende nordkoreanische Soldaten wurden nach Russland entsandt; nach Angaben von Selenskyj plant Russland bis zu 50.000 nordkoreanische Militärangehörige auf seinem Territorium zu stationieren.
- Im Juni 2025 hatte der damalige HUR-Chef Kyrylo Budanov erklärt, Russland und Nordkorea wollten „Schahed"-Drohnen auf nordkoreanischem Territorium produzieren.
Warum es wichtig ist
Sollte Russland tatsächlich Jet-Drohnen-Technologie an Nordkorea weitergeben, würde dies die Sorge vor einem gegenseitigen Waffentausch zwischen beiden Staaten vertiefen. Gleichzeitig hat Russland seine Angriffe mit hochgeschwindigkeitsfähigen „Schahed"-Drohnen auf die Ukraine zuletzt deutlich gesteigert; nur Kampfjets können diese Varianten bisher zuverlässig abschießen, was die Luftverteidigung der Ukraine weiter unter Druck setzt.
Was geschehen ist
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, Russland habe Technologie für Jet-Drohnen an Nordkorea weitergegeben. Auf die Frage, ob Nordkorea entsprechende Technologie aus Moskau erhalten habe, antwortete er: „Ja, sicher". Er begründete die Weitergabe damit, dass Russland seine gesamte Technologie an Nordkorea weitergebe, weil Nordkorea Russland mit Raketen versorgt habe. Die Aussage fällt in eine Phase, in der Russland seine Angriffe mit hochgeschwindigkeitsfähigen „Schahed"-Drohnen auf ukrainische Städte zuletzt deutlich gesteigert hat; nach ukrainischen Angaben können nur Militärkampfjets diese Drohnen zuverlässig abschießen. Polen kündigte an, die ukrainischen F-16 mit zusätzlicher Munition zu verstärken, um dieser Bedrohung zu begegnen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung stellt Selenskyjs Aussage als direkte Bestätigung an den Anfang und ordnet sie in den Kontext der nordkoreanischen Lieferungen von Artilleriegranaten, ballistischen Raketen und Soldaten an Russland ein. Besonders hervorgehoben wird die operative Bedrohung für die Ukraine: der starke Anstieg der „Schahed"-Angriffe und die Schwierigkeit, die Jet-Varianten abzufangen. Eingebettet wird die Aussage in einen nachrichtendienstlichen und diplomatischen Zeitstrahl – von Budanows Aussagen zur Drohnenproduktion im Juni 2025 über Selenskyjs Angaben zu nordkoreanischem Personal in Russland im August 2025 bis zum Streit mit Südkorea um gefangene nordkoreanische Soldaten.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Der englischsprachige Bericht aus Hongkong führt Selenskyjs direkte Aussage zum Technologietransfer („Yes, of course") als Aufhänger und betont den Tauschcharakter: Nordkoreanische Raketen, Truppen und Drohnenhilfe an Russland im Gegenzug für russische Technologie. Dargestellt werden zudem die Sorgen Südkoreas und westlicher Staaten über einen Wissens- und Technologietransfer an Pjöngjang. Ergänzend wird berichtet, Nordkorea übe massierte Drohnen-Raketen-Angriffe – ähnlich dem russischen Vorgehen in der Ukraine.
Hintergrund
Im Juni 2025 hatte der damalige Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR), Kyrylo Budanov, erklärt, Russland und Nordkorea hätten die Produktion von „Schahed"-Drohnen auf nordkoreanischem Territorium vereinbart. Im August 2025 gab Selenskyj an, Russland plane, bis zu 50.000 nordkoreanische Militärangehörige auf seinem Gebiet zu stationieren. Ende September berichtete das Wall Street Journal, Nordkorea übe Taktiken massierter Drohnen- und Raketenangriffe, ähnlich dem russischen Vorgehen gegen die Ukraine. Südkorea und westliche Staaten haben die Sorge geäußert, Nordkorea erhalte im Gegenzug für seine Hilfe Unterstützung bei der Waffenentwicklung aus Moskau. Zwischen der Ukraine und Südkorea hatte es zuletzt Streit gegeben, nachdem Selenskyj vor der UN-Generalversammlung angekündigt hatte, zwei gefangene nordkoreanische Soldaten, die für Russland gekämpft hatten, an Südkorea übergeben zu lassen. Polen will die ukrainischen F-16 mit Munition gegen Jet-Drohnen verstärken.